Großer Sanierungsbedarf in Neustrelitz Neue Theater für Mecklenburg-Vorpommern

Von Holger Kankel

Renovierungsbedarf hat das Mecklenburgische Staatstheater in Schweri. Foto: Jens Büttner/dpaRenovierungsbedarf hat das Mecklenburgische Staatstheater in Schweri. Foto: Jens Büttner/dpa

Rostock/Schwerin Dem Osnabrücker Theater steht eine große Sanierung bevor – Anlass, in einer kleinen Serie über andere Beispiele zu berichten. In Mecklenburg-Vorpommern werden das Schweriner Staatstheater und das Landestheater Neustrelitz saniert, während in Rostock und Parchim neue Theater gebaut werden.

Nachdem die Landesregierung im Juni ihre umstrittene Theaterreform ad acta gelegt und mit Kreisen und Kommunen den Abschluss eines Theaterpaktes vereinbart hat, Fusionen also vom Tisch sind, können die vier Mehrspartenhäuser Mecklenburg-Vorpommerns nun dringend erforderliche Renovierungen in Angriff nehmen. In Parchim und Rostock werden sogar neue Theater gebaut.

Noch im vierten Quartal 2018 soll ein EU-weiter Wettbewerb für den Bau der Parchimer Kulturmühle beginnen. Dort könnten spätestens ab Sommer 2023 das auf Kinder- und Jugendstücke spezialisierte Junge Staatstheater Parchim, die niederdeutsche Fritz-Reuter-Bühne sowie das Museum der Kreisstadt ein Zuhause finden, sagte Lars Tietje, Generalintendant des Mecklenburgischen Staatstheaters, gegenüber unserer Zeitung. Für den Umbau der denkmalgeschützten Eldemühle wird derzeit mit Kosten von 21 Millionen Euro gerechnet, sieben Millionen davon sind Fördergelder. Seit Januar 2014 ist das frühere Landestheater Parchim baupolizeilich gesperrt. 2016 fusionierte das Haus mit dem Schweriner Theater zum Mecklenburgischen Staatstheater.

Das Theater der Landeshauptstadt wurde in den zurückliegenden Jahren ton- und bühnentechnisch auf den neuesten Stand gebracht. Nun stehen Arbeiten in den Werkstätten, den Büros und im Orchesterprobensaal an. Das Bürogebäude wird noch in diesem Sommer geräumt, die Mitarbeiter ziehen in andere Räume im Theater beziehungsweise des Landes. Für die Werkstätten wird ein Betriebsorganisationskonzept ausgeschrieben, sodass nach Aussage von Intendant Tietje umfangreiche Baumaßnahmen in vier bis fünf Jahren beginnen könnten. Der Orchesterprobensaal muss umgebaut werden, weil dort die Lärmbelästigung für die Musiker laut einem Gutachten zu hoch ist. Mit Mitteln aus dem Landeshauptstadtvertrag sollen in Schwerin der Sanierungsstau im Inneren des Großen Hauses sowie im E-Werk abgebaut und Flure, Garderoben sowie sanitäre Anlagen nach und nach erneuert werden.

Für das Landestheater Neustrelitz zeichnet Joachim Kümmritz, der Intendant der Theater und Orchester GmbH Neubrandenburg/Neustrelitz, ein düsteres Bild. Bühnendrehscheibe und Bühnenboden seien uralt, ebenso Tonanlage und Beleuchtung. Auch in Neustrelitz müssten die Werkstätten renoviert werden. Sie sollen demnächst in den mit Landesmitteln ausgebauten Marstall ziehen.

Als Standort für ein neues Volkstheater Rostock hat die Bürgerschaft ein Gelände im Zentrum mit Blick auf den Stadthafen gewählt. Nach der Ausschreibung soll hier bis 2024 für 100 Millionen Euro ein modernes Theater entstehen.


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