Kunst zum Zyklus des Lebens Künstler präsentieren bei Holperdorper Hofausstellung Arbeiten

Von Tom Bullmann

Ein Apfelbaum wird in der Installation von Sabine Klupsch fotografisch auf seine Binnenstrukturen untersucht.Foto:

            

              
                Tom BullmannEin Apfelbaum wird in der Installation von Sabine Klupsch fotografisch auf seine Binnenstrukturen untersucht.Foto: Tom Bullmann

Osnabrück Sieben Künstler präsentieren in einem Bauernhof bei Lienen aktuelle Arbeiten, die sich dem Zyklus des Lebens und anderen Themen widmen.

Eine bronzene Säerin bringt ihr Saatgut aus, Frauen nehmen in einer Kleinskulptur miteinander Kontakt auf, und ein Apfelbaum nimmt eine ungewöhnliche Farbe an. So präsentiert sich in diesem Jahr die Holperdorper Hofausstellung. Im Außenbereich des Bauernhofs findet man Pinguine beim Ballspiel, oder im Gespräch vertieft und steinerne Wächter scheinen auf die Kraftfahrzeuge aufzupassen, die auf dem Parkplatz abgestellt sind.

Zum 22. Mal öffnen die Künstler Wendelin Gräbener und Franz Winkelkotte dem Publikum die Pforten des Bauernhofs, in dem sie leben und arbeiten. Und wieder haben sie Kollegen eingeladen, deren künstlerische Positionen sie zusammen mit den eigenen Exponaten in ländlicher Atmosphäre präsentieren. Dem Zyklus des Lebens widmen sich die beiden Gastgeber in diesem Jahr. Da liegen überdimensionale Samen aus Keramik im Rasen, die sich entwickeln, die keimen, zu Gräsern und Blumen werden oder zu ausgewachsenen Bäumen. Der besondere Reiz: Je mehr sich diese Objekte der Natur zunehmender Reife erfreuen, desto mehr integrieren die Künstler buntes Glas, in dem sich das Sonnenlicht bricht, spiegelt oder für bizarre Effekte sorgt. In der Kleinskulpturenreihe „Säen und Ernten“ setzen Gräbener und Winkelkotte das Thema mit anderen Mitteln fort. In die „Schlafenden“ aus einem anderen Zyklus von Wendelin Gräbener möchte man sich lieber nicht hineinversetzen: In Embryonalstellung liegen die Keramikfiguren seit Tagen vor dem Haus, gnadenlos der intensiven Sonneneinstrahlung ausgesetzt.

Ebenfalls mit dem Wachsen und Werden setzt sich die Künstlerin Sabine Klupsch auseinander: Unter gläsernen Hauben brüten Eier aus Artstone, die sich organisch in ein Nest aus Eibenholz schmiegen. Sein Leben ausgehaucht hat derweil ein Apfelbaum, dessen Oberfläche Klupsch mit Zitronensäure behandelte. Damit verpasste sie ihm eine ungewöhnliche, orange Färbung. Anschließend ging sie auf die Suche nach Binnenstrukturen im Baumstamm, die sich fotografisch als Landschaften, menschliche Körper oder Tiere entpuppen.

„In diesem Jahr haben wir erstmals eine dritte Person als Kooperationspartnerin ins Team geholt, mit der wir uns die Auswahl der Gastkünstler und die Arbeit an der Präsentation teilen“, sagt Gräbener und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu, dass dadurch ein demokratischer Prozess beflügelt wurde. „Bei drei Stimmen erübrigen sich wochenlange Diskussionen.“ Katharina Ortleb heißt die Partnerin. Sie kommt aus Hamburg und zeigt in der Tenne des Bauernhauses zahlreiche Keramikobjekte. Neben Klupsch einigten sich die Kuratoren auf drei weitere Gastkünstler: Bernd Moenikes aus Dortmund hat seine Holzskulpturen im Garten in Stellung gebracht, Sylvia Middel aus Bielefeld präsentiert Arbeiten aus Stein, und Julia Siegmund aus Nordhorn beteiligt sich mit Bildern und Objekten an der diesjährigen Holperdorper Hofausstellung.


Holperdorper Hofausstellung (Holperdorp 24, Lienen): „Die Zweiundzwanzigste“. Bis 12. August, täglich von 14 bis 19 Uhr. Infos unter holperdorp.de und telefonisch unter 05483/1575.

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