Feuerwehren stellen sich darauf ein Auffällig viele Brände durch Trockenheit im Landkreis

Von Nina Strakeljahn

Bislang ist es im Landkreis Osnabrück noch nicht zu einem Waldbrand gekommen wie im Nationalpark Sächsische Schweiz nahe der Bastei. Allerdings gab es auch in der Region zahlreiche kleinere und größere Flächenbrände. Foto: Daniel Förster/dpaBislang ist es im Landkreis Osnabrück noch nicht zu einem Waldbrand gekommen wie im Nationalpark Sächsische Schweiz nahe der Bastei. Allerdings gab es auch in der Region zahlreiche kleinere und größere Flächenbrände. Foto: Daniel Förster/dpa

Bramsche. Waldbrände wie in Sachsen oder Brandenburg hat es im Landkreis Osnabrück noch nicht gegeben. Dennoch waren die Feuerwehren in den vergangenen Wochen überdurchschnittlich oft wegen Bränden, die durch Trockenheit ausgelöst waren, im Einsatz, sagt Kreisbrandmeister Cornelis van de Water.

Der 51-Jährige ist seit 1978 Mitglied der Feuerwehr. Doch daran, dass die Landschaft so trocken und verbrannt war, kann er sich nicht erinnern. Die Einsatzzahlen zeigen, dass die Feuerwehren in den vergangenen Wochen zu zahlreichen Bränden gerufen wurden. Richtige Waldbrände waren nicht darunter, wohl aber viele Stoppelfeldbrände, die dann in ein Waldgebiet reingelaufen sind. "Die waren aber schnell unter Kontrolle", sagt van de Water. Im Zeitraum vom 1. Mai bis 2. August kam es im Landkreis zu 137 kleineren Flächenbränden, zu 26 großen sowie zu vier Bränden an Bahndämmen. "Das ist schon auffällig viel, aber der Trockenheit geschuldet", erklärt er.

Die Trockenheit führt aber nicht nur zu Bränden, sondern sorgt auch für einen hohen Trinkwasserverbrauch. Die Wasserversorger haben deshalb bereits zum Wassersparen aufgerufen. Auch die Feuerwehren versuchen darauf zu verzichten, im Ernstfall das Trinkwassernetz zum Löschen zu nutzen. Tanklöschfahrzeuge führen je nach Größe zwischen 800 bis 5000 Liter Wasser mit sich. Damit wird zunächst gelöscht. Ist das Wasser erschöpft, wird eine Leitung zum zum Trinkwassernetz, zu Flüssen, Seen, Löschwasserbrunnen oder Regenrückhaltebecken aufgebaut.

Wasservorrat in Güllefässern

Da das Trinkwassernetz aber eben sehr stark ausgelastet sei, haben die Feuerwehren einen Wasservorrat angelegt. In Güllefässern wird es zu den Einsatzstellen gebracht. Im Nordkreis stehen zum Beispiel insgesamt etwa 160.000 Liter Wasser in dieser Form zur Verfügung, schätzt van de Water. Eigentlich gebe es genug Trinkwasser, erläutert er, das bekomme man aber nicht gefördert. "Wenn wir dann noch mit einem Standrohr an den Hydranten gehen, dann gibt es so einen Druckabfall, dass es sein kann, das in dem Moment gar kein Wasser mehr kommt. Das wäre fatal." Deshalb wird nur im äußersten Notfall auf das Trinkwassernetz zurückgegriffen. 

"Das scheint ganz gut zu klappen", sagt der Kreisbrandmeister. Im Nachgang wolle man nun schauen, wie die Feuerwehren zukünftig damit umgehen und ob sie sich anpassen müssen.


Die Trockenheit ist auch für Kreisbrandmeister Cornelis van de Water eine neue Herausforderung. Foto: David Ebener


Auch für die Feuerwehrmänner und -frauen kann ein Einsatz bei dieser Hitze zu einem Problem werden. Sie sollen deshalb aufpassen, viel trinken und sich abkühlen – "vielleicht auch mal den Wasserstrahl auf sich selber richten", betont van de Water.

Sowohl für Flächen- als auch Waldbrände seien die Feuerwehren gut aufgestellt. Nach dem großen Waldbrand 1975 wurden Pläne ausgearbeitet. So seien in den Wäldern zum Beispiel Brandschneisen eingerichtet worden. Außerdem werde daran gearbeitet, Monokulturen in Mischwälder umzuwandeln.  

Des Weiteren üben die Einsatzkräfte solche Szenarien. Auch die Personalsituation ist im Landkreis Osnabrück, anders als in anderen Gebieten, gut. Es gibt genug Feuerwehrleute. Trotzdem müssten sich die Feuerwehren weiterhin in der Jugendarbeit engagieren.

"Wir werden das aufarbeiten"

Sollten Großbrände ausbrechen, stehen in Niedersachsen Bereitschaften parat, die zur Unterstützung ausrücken können. "Wir haben angeregt, dass die Aufstellung der Bereitschaften überarbeitet wird", sagt van de Water. Eine Kommission sei damit beauftragt. Wichtig sei es zum Beispiel, dass die Aktiven ihrem Arbeitgeber sagen können, wie lange sie weg sind. Außerdem braucht es eine Versorgung vor Ort.

Grundsätzlich merken die Feuerwehren die Auswirkungen des Klimawandels. Bislang waren es vor allem Starkregenereignisse, die viel stärker, häufiger und regional begrenzter auftraten. Neu sei nun diese Trockenheit. Die Feuerwehren seien gut ausgerüstet, organisatorisch könnte es möglicherweise noch Verbesserungen geben, sagt van de Water. "Wir werden das im Nachgang aufarbeiten". Dazu gehörten auch Gespräche mit dem Wasserversorger und dem Landkreis.


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