Ein Bild von Sandra Dorn
07.08.2018, 19:12 Uhr KINDERARMUT

Eine Arche für Osnabrück: Eine gute und schlechte Nachricht

Kommentar von Sandra Dorn

Jedes vierte Kind ist in Osnabrück von Armut betroffen. Foto: Julian Stratenschulte/dpaJedes vierte Kind ist in Osnabrück von Armut betroffen. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Osnabrück. Dass der bundesweit tätige Verein Arche in Osnabrück armen Kindern helfen möchte, ist eine ebenso gute wie schlechte Nachricht.

Stadtweit ist jedes vierte Kind arm, im Schinkel sogar fast jedes zweite. Die schlechte Nachricht ist daher, dass in Osnabrück überhaupt Bedarf für eine Einrichtung wie die Arche besteht und der Verein hierhin expandieren möchte. Seit Jahren fordern die hiesigen Wohlfahrtsverbände, dass die Stadt mehr zur Bekämpfung der Kinderarmut tun soll. Viel geschehen ist nicht, die Zahlen bleiben stabil, anstatt zu sinken.

Das bisherige Angebot für Familien mit wenig Geld ist überschaubar. Es gibt für Sozialhilfeempfänger und Geringverdiener den Osnabrück-Pass, der zur Kindermahlzeit- oder Tafel-Ausgabe sowie kostenlosen Ferienpass-Teilnahme berechtigt. Darüber hinaus bieten die Kinder- und Jugendzentren kostenlose Freizeitangebote, und Vereine wie „Kinder in Not“ oder „Wir starten gleich“ unterstützen finanziell. Das war es aber auch schon.

Die Arche, die mit viel prominenter Unterstützung arbeitet – von Wolfgang Thierse bis Günther Jauch –, verspricht, dem Thema in Osnabrück mehr Aufmerksamkeit zu geben. Das ist die gute Nachricht. Vielleicht tut sich dann auch was in Sachen Armutsvermeidung.


Der Artikel zum Kommentar

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN