Neue Kunstformen aus Hellern Kinder malen im Stadtteiltreff Alte Kasse Bilder aus Sand

Von Thomas Wübker

Für die Reporter hat Jonah (8) aus Bild aus Sand im Stadtteiltreff Alte Kasse angefertigt. Foto: Jörn MartensFür die Reporter hat Jonah (8) aus Bild aus Sand im Stadtteiltreff Alte Kasse angefertigt. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Oberflächlich betrachtet malen Kinder am Montag am Stadtteiltreff Alte Kasse in Hellern Bilder aus Sand. Aber man muss schon genauer hinsehen, um zu sehen, um welche Kunstformen es sich handelt. Die jungen Künstler haben ihre eigenen Definitionen.

„Das ist Schwing-Kunst“, sagt Mariella (9) und schaut mit Stolz im Blick auf ihr Bild. Dort ist ein abstraktes Gebilde zu sehen, das in der Sonne glitzert. Mariella erklärt, sie habe die Augen zu gemacht, Kleber aufs Papier fließen lassen und Sand darüber gestreut. „Ich wollte ausprobieren, was passiert.“ Nun hat sie ein Bild, auf dem es keine konkreten Gegenstände zu sehen, aber viel zu gucken gibt. Schwing-Kunst eben.

Auch Christina (7) meint, sie habe eine eigene Kunst-Form geschaffen: „Smiley“, sagt sie als wäre es das Selbstverständlichste der Welt. Auf ihrem Bild sind ein lächelndes Gesicht zu sehen und der Name „Chris“ zu lesen. „So nennen mich alle in der Schule“, erklärt sie. Das Gesicht solle aber nicht ihres sein, sagt sie weiter. „Das ist ein Fantasie-Gesicht.“

Jonah (8) hat eine Mischung aus abstrakter und konkreter Kunst geschaffen. „NOZ cool“ steht auf seinem Bild. „Das habe ich für die Reporter gemacht“, erzählt er. Außerdem ist der Buchstabe „M“ zu lesen. „Das bedeutet Medien“, erklärt Jonah weiter. Die Zeitung lese er auch „ein bisschen“, sagt er. Vor allem die Berichte über Fußball gefallen ihm. Als er am Montag gelesen hat, dass der VfL am Sonntag 2 : 0 in Meppen gewonnen hat, habe er sich gefreut. In der Mitte seines Kunstwerks ist noch eine Fläche erkennbar. Das sei aber kein Fußballfeld und auch keine Zeitung. „Ach“, sagt Jonah, „da habe ich einfach drauf los gemalt.

So wie Mariella, Christina und Jonah haben auch die anderen Kinder Figuren oder Abstraktes mit Kleber auf Papier gemalt und glitzernden Bastelsand darüber gestreut. Die Bilder können sie alle mit nach Hause nehmen und zum Beispiel ihren Eltern schenken.

Es gibt aber auch andere Kunst aus Sand, zum Beispiel von der russischen Künstlerin Irina Titova. Sie bildet in rasender Geschwindigkeit mit ihren Händen Bilder aus Sand. Vor den Augen der Betrachter entstehen berühmte Wahrzeichen wie die Freiheitsstaute oder der Eiffelturm, sie malt Figuren oder – wie die Kinder – abstrakte Dinge. Am 6. März zeigt sie ihre Sand-Kunst im Rosenhof in Osnabrück.

Aber anders als bei den Kindern im Stadtteiltreff Alte Kasse ist die Kunst von Irina Titova vergänglich – so wie die Sommerferien. Dass sie die letzten Ferientage nicht nutzen, um ins Freibad zu gehen, erklärt Juline (7) auf ihre eigene Weise: „Alter, was glaubst du? Ich war die Beste im Basteln im Kindergarten.“


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