Scholz und Griesert schließen Vertrag Schlossgarten-Open-Air ab 2019 drei Tage lang?

Von Ralf Döring

Der Aufbau des Schlossgarten-Open-Air 2018 in Osnabrück läuft gerade. Foto: Gert WestdörpDer Aufbau des Schlossgarten-Open-Air 2018 in Osnabrück läuft gerade. Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. Künftig kann das Schlossgarten-Open-Air drei Tage dauern. Das regelt ein neuer Vertrag, den Rüdiger Scholz für Goldrush und Oberbürgermeiser Wolfgang Griesert nun unterzeichnet haben. Der Vertrag sichert dem Festival zumindest die örtliche Sicherheit.

Es ist viel von Image die Rede an diesem Vormittag im Saal Sophie Charlotte des Osnabrücker Rathauses, von der Bedeutung für die Stadt, für die Region und, ja, auch für die Jugend, und wie wichtig das Schlossgarten Open Air für dieses Image sei. Wenn man so will, wird so aus einer schnöden Vertragsunterzeichnung ein Loblied auf die Firma Goldrush und den Mann, der Goldrush gegründet und das Open Air erfunden hat, Rüdiger Scholz. Weiterlesen: Das Team hinter dem Schlossgarten-Open-Air

Gebührensatz: 2 Euro pro Quadratmeter

Der Vertrag zwischen Stadt Osnabrück und Goldrush birgt indes eine Reihe von Möglichkeiten: Von 2019 bis 2023 sichert ihm die Stadt den Schlossgarten vertraglich zu, für einen festgelegten Gebührensatz von zwei Euro pro Quadratmeter, macht insgesamt 12.000 Euro pro Festival. Mindestens genauso spannend ist eine Neuerung: Scholz darf ab nächstem Jahr drei Tage Festival planen.

Auf gute Zusammenarbeit: Rüdiger Scholz und Christoph Hengholt von Goldrush sowie Patricia Mersinger und Oberbürgermeister Wolfgang Griesert bei der Unterzeichnung des neuen Fünf-Jahres-Vertrags für das Schlossgarten-Open-Air. Foto: Gert Westdörp

Dafür hat die Stadt ein Interessenbekundungsverfahren auf den Weg gebracht und darin ihre Anforderungen formuliert. So sollte der Bewerber „Festivalerfahrung nachweisen“, sagt Patricia Mersinger, die Leiterin des Fachbereichs Kultur. „Und er sollte sensibel mit dem Schlossgarten umgehen.“ Beides beweist Scholz gerade zum vierten Mal, und so ist es nicht wirklich verwunderlich, dass Scholz – als einziger Bewerber – den Zuschlag für die Schlossgarten-Open-Airs bis 2023 erhalten hat. Und weil er, dank einer gewissen Routine, die Abläufe des Auf- und Abbaus optimiert hat, hat er einen dritten Festivaltag herausgeschlagen. Das senkt seine Fixkosten und beschert dem Schlossgarten einen Tag mehr Musik. Weiterlesen: Hiphop beim Schlossgarten- Open-Air 2017

Genau genommen wäre der dritte Tag schon in diesem Jahr drin gewesen, sagt Scholz: „Im Gespräch war Carlos Santana“. Aber: „Wir haben gegen ein Festival in Spanien verloren.“ Damit deutet Scholz an, dass er das Schlossgarten-Festival internationaler positionieren will. Mit Bryan Adams hat Scholz ebenfalls verhandelt; nun sind es die Dropkick Murphys die eine „eine andere Farbe“ setzen, wie Scholz sagt, und gleichzeitig dem Festival eine internationale Dimension eröffnen. Freilich immer vor dem Hintergrund, dass das Gelände lediglich 12.000 Gäste fasst. Mit Robbie Williams sei daher eher nicht zu rechnen, sagt Scholz.

Robin Schulz im Schlossgarten?

Dafür aber mit Robin Schulz? Eine gute Viertelstunde dauert es, bis Oberbürgermeister Wolfgang Griesert bei einem seiner Osnabrücker Lieblingskünstler landet. Tatsächlich wäre Schulz womöglich der Act für ein junges Publikum – gleichzeitig ist er aber kein Act für 12.000 Gäste, sondern eher für die zehnfache Anzahl. Aber Gespräche mit Robin Schulz gab es, sagt Goldrush-Chef Scholz. Und auch jenseits des Top-DJs findet elektronische Musik vom Plattenteller mehr und mehr Eingang in den Festivalbetrieb. Womöglich auch in Osnabrück.

Welche Segmente des vielfältigen Pop- und Rockgeschäfts sich künftig beim Schlossgarten-Open-Air finden, lässt Scholz dennoch offen. Zum Experimentierfeld für Nischen wird das Festival aber sicher nicht werden; Scholz setzt auf Bands die „in der Mitte der Gesellschaft“ verortet sind – was rockige Acts wie die Donots und die Dropkick Murphys genauso einschließt wie familientaugliche Musik von Nena und Sarah Connor. Das gewährt einen sicheren Zuspruch, und genau das macht das Schlossgarten-Open-Air so attraktiv für die Stadt Osnabrück.


Schlossgarten-Open-Air 2018:

10./11. August. Weitere Infos und Tickets: Hier kicken

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