Terrabörse in der Halle Gartlage Auch Amphibien leiden unter der Hitze

Von Robert Schäfer

Eine Königspython in „superpastell“. Foto: Swaantje HehmannEine Königspython in „superpastell“. Foto: Swaantje Hehmann

Osnabrück. Am Sonntag fand in der Halle Gartlage wieder die Terrabörse statt. Terraristikfreunde konnten hier alles für ihr Hobby finden. Dazu gab es jede Menge Fachgespräche und Informationen. Passend zum Wetter zum Beispiel diese: Auch Terrarium-Tiere leiden manchmal unter der Hitze.

Schlangen, Spinnen, Reptilien und alles, was man für das heimische Terrarium braucht, gab es am Sonntag in der Halle Gartlage. Bei der Terrabörse trafen sich wieder die Terraristik-Freunde der Region. Neben Terrarien und deren Ausstattung standen für viele Besucher die Tiere im Mittelpunkt.

Besonderes Augenmerk legt Veranstalter Sascha Sommerfeld auf das Thema Artenschutz. Verbotene Arten gibt es ebenso wenig wie unsachgemäße Tierhaltung. Dafür sorgt er in Zusammenarbeit mit den Veterinärämtern und eigene Kontrollen. „Wir haben sogar getarnte Kunden im Einsatz, die auf die Einhaltung aller Vorschriften achten“, sagte er. Dazu gehören auch die äußeren Gegebenheiten. Die aktuelle Hitze habe es manchen Ausstellern unmöglich gemacht zu kommen, so Sommerfeld. „Amphibien, vor allem Feuersalamander oder Axolotl würden das Wetter nicht überleben.“ Folglich mussten die Besucher auf diese Klassiker verzichten.

Ein Großteil aller Tiere, die heutzutage im Handel sind, wurden als Nachzuchten geboren und teilweise ganz bewusst gezüchtet. Königspythons beispielsweise sind seit Jahren bei Terrariumbesitzern beliebt. Entsprechend speziell sind die Züchtungen. Mehrfarbige Version sind heute ebenso bekannt wie Muster, die so in der Natur nicht vorkommen und der Tarnung der Tiere auch eher abträglich. Gleichzeitig sind besonders schön gezeichnete Tiere mit bis zu 300 Euro auch nicht gerade günstig. Zusätzlich sollten sich Interessierte ausführlich informieren. Immerhin haben große Schlangen eine Lebenserwartung von bis zu 25 Jahren.

Gottesanbeterin im Trend

Weitaus kürzer ist der Lebenszyklus einer Gottesanbeterin. Die meisten Mantis-Arten leben deutlich weniger als ein Jahr. Dennoch erleben sie in der Terraristik-Szene gerade einen enormen Aufschwung. Die großen Insekten beginnen als Winzlinge, die sich in kürzester Zeit zu den beeindruckenden erwachsenen Tieren entwickeln. Dann schätzen die Halter die hochinteressante Lebensweise der Gottesanbeterinnen. Jagdtechnik, Lebensrhythmus und auch die aufwendigen Tänze bei der Partnerwahl sind bei jeder Art etwas verschieden. Dass die Weibchen die Männchen grundsätzlich nach der Paarung auffressen, ist übrigens ein Mythos. Oft genug schafft es das Männchen zu entkommen. Dennoch stirbt es meist kurze Zeit später. Mit der Paarung ist seine biologische Aufgabe erfüllt.

Aber selbst eingefleischte Eidechsen-Fans finden von Zeit zu Zeit noch etwas Neues. Uwe Knauf beispielsweise züchtet „Falsche Chamäleons“. Die Tiere mit dem wissenschaftlichen Namen Chamaeleolis porcus kommen aus Kuba und gehören zur Gattung der Buntleguane und haben mit echten Chamäleons nichts zu tun. Am besten halte man die Tiere in hohen Terrarien, sagte Knauf. In der Natur leben sie auf Bäumen. Das sollte in einem Terrarium entsprechend beachtet werden.


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