Flashmob der eleganten Art Achtes Osnabrücker „Dîner en blanc“ an der Kunsthalle

Von Ulrich Eckseler

Carmen, Andrea, Annelie und Karin (v. l.) haben sich beim „Dîner en blanc“ kennengelernt. Foto: Ulrich EckselerCarmen, Andrea, Annelie und Karin (v. l.) haben sich beim „Dîner en blanc“ kennengelernt. Foto: Ulrich Eckseler

Osnabrück. Das „Dîner en blanc“ hat Freunde in aller Welt. In Osnabrück dinierten am Samstag etwa 45 Teilnehmer an der Kunsthalle.

Osnabrück Unübersehbar weiß gekleidet, traf sich die Gruppe um 19.20 Uhr vor der Kunsthalle Osnabrück. Zum mittlerweile achten Mal fand dieser privat organisierte Flashmob in Osnabrück statt. Der Treffpunkt wurde dabei erst kurz vor Beginn um 17 Uhr auf Facebook bekannt gegeben. Um 19.30 Uhr machten sich die Damen und Herren dann auf zum eigentlichen Veranstaltungsort. Der lag nur zwei Gehminuten entfernt, auf dem Platz mit dem Mahnmal zwischen Bierstraße und Kunsthalle.

Rund 45 Teilnehmer dinierten am Samstag in Osnabrück in Weiß. Foto: Ulrich Eckseler

Jeder ist willkommen

Beim „Dîner en blanc“ darf grundsätzlich jeder teilnehmen. Natürlich muss dabei aber der Dresscode „weiß“ eingehalten werden. Für das Mahl müssen die Teilnehmer zudem alles weitere wie etwa Tische, Sitzgelegenheiten, Essen, Getränke, Geschirr und Dekoration selbst mitbringen. Außerdem muss alles, was am Ende übrig geblieben ist, wieder mitgenommen werden. Es soll hinterher so aussehen, als ob nichts geschehen wäre.



Zahlreiche Teilnehmer reisten auch von außerhalb zum "Dîner en blanc" nach Osnabrück. Zum Beispiel aus Wolfenbüttel und Ostercappeln. Foto: Ulrich Eckseler


Bei den Speisen und der Dekoration geben sich die Teilnehmer viel Mühe, schließlich soll die Veranstaltung etwas Besonderes sein, es geht darum, schick und mit Stil zu speisen. „Wir freuen uns das ganze Jahr auf diesen Abend“, gaben Marliesa Wüsten und Erika Faßbender zu verstehen, die mit mehreren Personen am „Dîner en blanc“ teilnahmen. Auf ihrer „Speisekarte“ fanden sich frische Salate, gefüllte Tomaten mit Avocado, Krabben und Mango und auch nach einem gräflichen Rezept hergestellte Lachsröllchen mit Spinat und Frischkäse. „Wir haben als Vorspeise eine kalte Gazpacho. Dann gibt es einen Antipasti-Teller, mit ein bisschen Aioli und Brot. Zum Nachtisch dann eine Mascarpone-Creme mit Aprikose“, berichtete Sabine Krauß. 


Eine lange Tafel vor der Kunsthalle in Osnabrück. Foto: Ulrich Eckseler



Ausgelassen und gesellig

Häufig kannten sich viele Tischnachbarn vorher nicht. In diesem Fall ist es gute Sitte, sich per Handschlag und mit dem Vornamen vorzustellen. Man ist per Du, pflegt einen freundlichen und respektvollen Umgang miteinander, und es stellt sich schnell Geselligkeit ein. Die 78-jährige Karin aus Osnabrück wollte zum Beispiel eigentlich mit ihren Bekannten aus dem Schwarzwald zum „Dîner en blanc“. Offenbar verfuhren diese sich aber auf der Autobahn und schafften es nicht rechtzeitig. Trotz dessen wollte sich die Dame die Veranstaltung nicht entgehen lassen und machte sich alleine auf den Weg. Der offene und gesellige Charakter der Veranstaltung zahlte sich schnell für sie aus.. Denn Carmen und Annelie, zwei Freundinnen aus Wallenhorst und Belm-Vehrte, hatten noch einen Stuhl frei und luden die 78-Jährige ein, Platz zu nehmen. Hinzu gesellte sich Sitznachbarin Andrea, und so fand die Gruppe für den Abend zueinander.

Tradition aus Paris

Mit dem Entzünden von Wunderkerzen endete das „Dîner en blanc“ um 23 Uhr. In Osnabrück fand es unter anderem schon vor dem Rathaus, auf dem Heger Tor und auch im Schlossgarten der Universität statt, zum Teil mit Live-Musik. Ursprünglich stammt die Idee aus Paris, wo 1988 eine Gartenparty spontan in den Bois de Boulogne verlegt worden sein soll.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN