71-jähige Hamburgerin gewinnt „Goldenen Säge 2018“ in der Osnabrücker Innenstadt

Von Tom Bullmann


Osnabrück Im Rahmen einer Preisverleihung im Innenhof des Hauses der Jugend wurden die Gewinner der „Goldenen Säge 2018“ vorgestellt.

Die Frau mit Schirmmütze und Shorts ist nicht wirklich traurig: „Ich bin innerlich recht schön gestaltet, äußerlich dagegen arg verfaltet“, singt sie. Es ist keine Koketterie, sondern eine Art hanseatische Ehrlichkeit, die aus dem Reim spricht. Denn Karla Feles, die da auf der Bühne im Innenhof des Hauses der Jugend steht, ist 71 Jahre alt und hat unter dem Namen Feli rockt gerade die „Goldene Säge 2018“ gewonnen.

Wettbewerb seit 24 Jahren

Seit 24 Jahren lädt der Verein Fokus Straßenmusiker ein, sich an dem Wettbewerb zu beteiligen, bei dem es mit einem Augenzwinkern darum geht, den Künstler zu küren, den wegen zu befürchtender Geschäftsschädigung definitiv kein Einzelhändler vor seiner Tür stehen haben möchte. Über 20 Teilnehmer waren am Samstag bei strahlendem Sonnenschein und hohen Temperaturen durch die Innenstadt gezogen, um das Publikum und eine fachkundige Jury von ihren Qualitäten zu überzeugen. Dass dabei nicht nur schräg-schrilles Entertainment geboten wurde, zeigte sich am Abend, als Moderator Markus Riemann die fünf Gewinner präsentierte, die von der Jury mit einem Preis bedacht worden waren. In der Kategorie „Duo Instrumental“ konnten sich zwei Violinisten qualifizieren, die unter dem Namen 8 Strings on Fire eigenwillige Versionen von Pop- und Rocksongs auf ihren Geigen intonierten. Aber auch klassische Stücke standen auf dem Programm der akademisch gebildeten Musiker.

Jazz und englische Songs

Für das Trio Nia hatten sich die Juroren die Kategorie „Upgrade“ ausgedacht, weil das Ensemble vor einigen Jahren bereits im Duo-Format aufgetreten war, während es jetzt Jazzstandards und Songs mit englischen Texten als Trio darbot: Klänge von Cello und Keyboard reicherten die schöne Stimme der Sängerin an.

Für seine amüsante Gratwanderung zwischen Gute-Laune-Liedern und eher kritischen Songs über Heimat und Umwelt überreichte Riemann den „Kritikerpreis des Feuilletons“ an den Liedermacher floeffect. Ein Mann, namens Safety First ließ zu einem punkigen Song ließ er Hermann tanzen, eine kleine Skelettfigur, die er an Nylonfäden an seinem Gitarrenhals befestigt hatte. Der Hamburger, der sich als gebürtiger „Emskopp“ bezeichnete, begleitete seine rotzigen Lieder mit Gitarre, einer Cajon und weiteren Perkussionsinstrumenten.

Feli rockt sorgte schließlich mit ihren auf charmante Art präsentierten witzigen Liedern für einen vom Publikum begeistert gefeierten Höhepunkt der Veranstaltung.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN