Bücherbasar Leseratten unterstützen Wohnungslose in Osnabrück

Von Monika Vollmer

Auf dem Bücherbasar des Förderkreises Wohnungslosenhilfe fanden Lesefreunde eine riesige Auswahl an gut erhaltener, gebrauchter Literatur. Foto: Monika VollmerAuf dem Bücherbasar des Förderkreises Wohnungslosenhilfe fanden Lesefreunde eine riesige Auswahl an gut erhaltener, gebrauchter Literatur. Foto: Monika Vollmer

Osnabrück. Der Bücherbasar des Förderkreises Wohnungslosenhilfe findet von März bis November alle vier Wochen statt und hat auch an diesem Samstag zahlreiche Leseratten auf den Domhof gelockt. Durch den Verkauf gespendeter Bücher erwirtschaftet die Arbeitsgruppe Einnahmen zur Unterstützung wohnungsloser Menschen.

Lesen erweitert den Wortschatz und bildet. Doch Literatur kann auch ganz schön teuer sein. Wer nicht bestrebt ist, als Erster die Seiten eines Buches umzublättern, der fand in den 160 Kisten mit jeweils 30 Büchern eine gigantische Auswahl an Lesestoff. Literatur aller Art, von Nobelpreisträgern wie Heinrich Böll oder Günter Grass über Kriminalromane bis zu Unterhaltungsliteratur, Biografien, Bilderbänden, Kinder- oder Jugendbüchern: Knapp 5000 gut erhaltene Werke luden zum Stöbern und Schmökern ein.  



Viele gut erhaltene Bücher luden zum Schmökern und Stöbern ein. Der Erlös geht zu 100 Prozent in die Arbeit mit wohnungslosen Menschen. Foto: Monika Vollmer



Stöbern, schmökern, helfen

Christine Hülsmann-Limpert wollte mit ihrer Tochter Miriam (9) eigentlich nur über den Wochenmarkt gehen. Als die beiden dann das Banner „Bücherbasar“ entdeckten und sahen, für wen die Spende ist, fingen sie an zu stöbern. Auch Susanne Henkel suchte mit ihren beiden neunjährigen Zwillingen Ronja und Silas fleißig in den Kisten. „Einmal zufällig auf den Bücherflohmarkt gestoßen, schauen wir jetzt immer gezielt, wann die Aktion stattfindet. Lesen ist wichtig, aber Bücher sind recht teuer“, sagte die Mutter. Ähnlich sieht es Claudia Hick, die eine Fahrradtour von Wallenhorst in die Osnabrücker City unternahm und zufällig vorbeikam. Auch sie liest viel. „Leseratten können auf Bücherbasaren richtig Geld sparen und Lesestoff in guter Qualität bekommen“, erklärte sie und fand zwei Stieg Larsson-Bücher, die sie schon immer lesen wollte.

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Bernhard Lienesch und vier Ehrenamtliche sowie Helfer aus der Wohnungslosenszene hatten alle Hände voll zu tun. Schon früh beluden sie den Transporter, bauten Tische vor dem Domplatz auf und bestückten diese mit den gestapelten Kisten. Lektüre, die zu schade für das Altpapier ist, wird von der Arbeitsgruppe regelmäßig gesammelt. Die Auswahl im Lager des Klosters St. Angela in der Bramstraße ist mittlerweile riesig, alle Genres sind vertreten. „Der Erlös der Bücherbasare geht zu 100 Prozent in die Arbeit mit wohnungslosen Menschen. Mit dem Geld versuchen wir, zusätzliche Arbeitsplätze für Wohnungs- und Langzeitarbeitslose zu schaffen, gewähren in Notsituationen unbürokratisch eine Übernachtungsmöglichkeit oder bezuschussen das Mittagessen im Laurentiushaus“, zählte Lienesch auf.



Der 26 Monate alte Linus Karls suchte mit seinem Papa ein Schriftwerk aus und steckte dafür einen Schein in die Spendenbox. Die Einnahmen des Bücherbasars dienen zu 100 % der Unterstützung wohnungsloser Menschen.Foto: Monika Vollmer


Wer gerne liest, darf Bücher für einen Obolus mitnehmen. Die meisten Besucher legen gerne für den guten Zweck noch etwas obenauf. So auch der am Samstag jüngste Besucher. Der 26 Monate alte Linus Karls suchte mit seinem Papa nach Kinderwissensbüchern. Die fanden sie nicht, dafür aber ein anderes Druckerzeugnis. Und dafür steckte Linus fröhlich einen Schein in die aufgestellte Sammelbox.


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