„MUAR – Raum rückwärts“ „20 Jahre“: Performancekunst im Osnabrücker Nussbaum-Haus

Von Anne Reinert

Wandelnder Baum: Möglich machte es das Performancekollektiv Ort(en) in der Reihe „20 Jahre – 20 Tage Freunde zu Gast im Felix-Nussbaum-Haus“. Foto: Elvira PartonWandelnder Baum: Möglich machte es das Performancekollektiv Ort(en) in der Reihe „20 Jahre – 20 Tage Freunde zu Gast im Felix-Nussbaum-Haus“. Foto: Elvira Parton

Osnabrück. Das Kollektiv „Young Urban Performance“ (YUP) war am drittletzten Tag der Reihe „20 Jahre – 20 Tage Freunde zu Gast im Felix-Nussbaum-Haus“ zu erleben.

Ein Baum lässt sich nicht versetzen? Das Performancekollektiv Ort(en) beweist etwas anderes. Ein Künstler schnallt sich einen Rucksack mit einer Birke darin auf, um sie anderswo neue Wurzeln schlagen zu lassen. Ein wunderschönes Bild, wie er langsam mit dem Baum auf dem Rücken den Weg entlangwandert.

„Ort(en) #1“ heißt die halbstündige Performance, mit der das Kollektiv die Besucher des drittletzen Tages von „20 Jahre – 20 Tage Freunde zu Gast im Felix- Nussbaum-Haus“ begrüßt. Zu sehen ist eine körperliche Erkundung des Areals rund ums Nussbaum-Haus. Den Schlusspunkt setzt eine riesige Maske, die sich scheinbar selbstständig gemacht hat und sich immer weiter entfernt – über die Ampel bis in die Altstadt hinein.

Die Angst vor dem Fremden

Ort(en) waren eingeladen vom Kollektiv „Young Urban Performances“ (YUP), das das Nussbaum-Haus am Donnerstag unter dem Titel „MUAR – Raum rückwärts“ auf wunderbar interaktive und performative Art bespielt hat.

Drei Arbeiten zeigen die YUP-Mitglieder. Einige Performer bewegen sich in rhythmischen, reflexhaften Bewegungen durch den unteren Gang. Nähe und Distanz zum Publikum wechseln. Schließlich nehmen die Fremden Kontakt auf, blicken in Augen, streichen über Hände. Joran’Yonis aka Pia Tabea Visse geht es in ihrer Performance um Angst und Faszination vor dem Fremden.

Sophie Fijal hat im Saal „Körperhüllen“ aus Stoff bereit gelegt. Die Besucher sollen ihn sich überziehen und selbst zu Performern werden. Buchstäblich herzlich ist die Begegnung mit Künstlerin Agnes Nguyen. Gäste setzen sich der Künstlerin gegenüber. Währenddessen flimmern die „Heartlights“ in den Boxen, auf denen sie sitzen – natürlich im Rhythmus ihrer Herzen.


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