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18000 Gäste werden erwartet Schlossgarten Open Air 2018: Marketingfaktor Rock ‘n‘ Roll

Von Dietgard Oberst

Volle Wiesen bei „Beginner“: Mit bis zu 12000 Besuchern pro Abend wird das Schlossgarten Open Air zu einem Marketingfaktor der Stadt. Foto: Katharina LeuckVolle Wiesen bei „Beginner“: Mit bis zu 12000 Besuchern pro Abend wird das Schlossgarten Open Air zu einem Marketingfaktor der Stadt. Foto: Katharina Leuck

Osnabrück. Rund 18000 Gäste werden dieses Jahr das Schlossgarten Open Air erleben. Die Veranstalter sind damit zufrieden.

Klar läuft der Kartenvorverkauf für das Schlossgarten Open Air übers Internet. Und er läuft, soviel kann Christoph Hengholt vom Veranstalter Goldrush schon mal sagen, gut: „7500 bis 8000 Gäste erwarten wir für den Freitag, 10000 für den Samstag“, sagt er. „Das liegt im Rahmen der Erwartungen.“ Dabei hat es Jahre gegeben, in denen das Festival ausverkauft war: 2016 kamen zu Max Giesinger, Rea Garvey und Cro jeweils 12000 Besucherinnen und Besucher pro Abend. Zum Erinnern: Die Bilder vom Cro-Konzert in Osnabrück

Konkurrent Fußball

Das Festivaljahr 2018 läuft hingegen generell schlechter. Hengholt führt das vor allem auf die Fußball-Weltmeisterschaft zurück. „Im WM-Jahr sind viele Bands nicht auf Tour.“ König Fußball dominiert über die Musik. Das habe sich auch auf die ganz großen Festivals ausgewirkt: Sogar beim Hurricane Festival und bei Rock am Ring habe es noch Tagestickets gegeben. Entscheidend aber ist für Hengholt: Das Schlossgarten Open Air hat den sogenannten „Break Even“ erreicht, den Punkt, ab dem die Unkosten gedeckt sind und die Gewinnzone beginnt.

Nun erlaubt der elektronische Kartenvorverkauf interessante Rückschlüsse aufs Publikum. Denn selbstverständlich fließen beim Ticketverkauf, wie bei jedem Online-Geschäft, nicht nur Euro, sondern auch jede Menge informationen. So weiß Hengholt, dass von den erwarteten rund 8000 Besuchern am Freitag 60 Prozent männlich sind und das Durchschnittsalter bei 36 Jahren liegt. Am Samstag kehrt sich das Geschlechterverhältnis um: Für Sarah Connor und Nena interessieren sich zu 60 Prozent Frauen. Auch liegt das Durchschnittsalter am zweiten Festivaltag bei 43 Jahren.

Solche Fakten für sich genommen, bedeuten vielleicht noch nicht all zu viel. Aber in Kombination mit weiteren Daten könnten sie interessant werden, und das nicht nur für die Macher des Schlossgarten Open Airs. „Die Leute geben 50 Euro fürs Ticket aus, fahren mit dem öffentlichen Personennahverkehr oder parken in unseren Parkhäusern“, sagt die Geschäftsführerin der Osnabrück-Marketing und Tourismus GmbH (OMT), Petra Rosenbach. Damit wird das Open Air zum Marketing-Faktor, könnte man meinen. Tatsächlich bewirbt die OMT das Festival auf ihren Produkten, „von Print bis Online“, sagt Rosenbach. Eigene Zahlen zum Open Air habe die OMT aber noch nicht erhoben.

Donots kurbeln den Vorverkauf an

Dafür betreibt die Agentur Goldrush das umso intensiver. So haben die Veranstalter ein interessantes Phänomen beobachtet: Um den 1. Februar habe der „Vorverkauf merklich angezogen“, sagt Hengholt. Der Grund: Ab diesem Datum durfte Goldrush die Donots aus Ibbenbüren als Festivalact bekanntgeben. Vorher hatte das der sogenannte „Gebietsschutz“ untersagt, den das Hurricane-Festival beansprucht hat: Dort haben die Donots in diesem Sommer ebenfalls gespielt. Offenbar haben die Punkrocker in Osnabrück eine große Fangemeinde; 3000 Gäste kämen allein ihretwegen, vermutet Hengholt. Ein Nachbarschaftsbonus? Weiterlesen: Das Jahresabschlusskonzert der Donots im Rosenhof ist ein festes Ritual

Tatsächlich erreicht der Freitag zwar ein kleineres Publikum, aber einen größeren Wirkungskreis: Zu Donots. Dropkick Murphys und Fiddler‘s Green reisen Gäste bis aus Hamburg an, Zu Nena, Sarah Connor und Wirtz kommen Fans aus Hasbergen. Anders gesagt: Am Freitag kommen Menschen aus einem Umkreis von durchschnittlich 80 Kilometer, am Samstag, dem Familientag, wie die Veranstalter ihn nennen, kommen Gäste aus etwa 20 Kilometer Umkreis. Anders gesagt: Der zweite Festivaltag ist ein Tag für Osnabrück und das nächste Einzugsgebiet. Was das für die Stadt bedeutet? OMT-Chefin Rosenbach hat darauf keine aktuelle Antwort. Aber sie begrüßt auf jeden Fall die „Planungssicherheit“, die Goldrush erhält, wenn der Veranstalter und die Stadt am Montag einen Vertrag unterzeichnen, der die Zukunft des Festivals für die nächsten fünf Jahre sichert.


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