Wie reagiert die Drogenszene? Stadt Osnabrück weiht neuen Raiffeisenplatz ein

Von Sandra Dorn

Offizielle Einweihung des neu gestalteten Raiffeisenplatzes in Osnabrück. Foto: Michael GründelOffizielle Einweihung des neu gestalteten Raiffeisenplatzes in Osnabrück. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Seit Mittwochmorgen ist der Osnabrücker Raiffeisenplatz wieder frei zugänglich und nutzbar. Die Verantwortlichen aus der Stadtverwaltung haben den neugestalteten Park zwischen Alando-Palais und Bahnhof jetzt eingeweiht.

Ob der Platz künftig wohl wieder von der Osnabrücker Alkohol- und Drogenszene genutzt werden wird? Die Einweihung jedenfalls fand ohne die Leute vom Raiffeisenplatz statt, stattdessen beglückwünschten sich Stadtverwaltung, Osnabrücker Servicebetrieb (OSB) und die Osnabrücker Volksbank als Geldgeber für die gelungene Erneuerung der Anlage. Im Februar hatten die Umbauarbeiten begonnen. Die Szene ist seitdem umgezogen an den Willy-Brandt-Platz gegenüber der Agentur für Arbeit am Schlosswall.

Foto: Michael Gründel

Ziel war nicht nur eine Neugestaltung des am Fußweg zwischen Innenstadt und Bahnhof gelegenen Parks, sondern auch eine Entschärfung des Konflikts zwischen der Alkoholszene und den Anliegern. Monatelanger Streit war dem vorausgegangen. Der Raiffeisenplatz sollte übersichtlicher und damit auch sicherer werden, alte Büsche, Bäume und Mauern verschwanden.

Offizielle Einweihung des neu gestalteten Raiffeisenplatzes in Osnabrück. Foto: Michael Gründel

100.000 Euro kostete die Umgestaltung, die Volksbank Osnabrück übernahm 50.000 Euro, da sie sich Friedrich Wilhelm Raiffeisen verpflichtet fühlt. „Wir wissen um diesen sozialen Brennpunkt“, sagte Vorstandsmitglied Heiko Engelhard. „Jetzt hoffen wir darauf, dass alle Menschen diesen Platz auch nutzen.“ Oberbürgermeister Wolfgang Griesert (CDU) wünschte sich eine Entwicklung „vom Brennpunkt zum Treffpunkt“.

Thomas, Adam und Mikael auf Durchreise nach Amsterdam machen Zwischenstopp am Raiffeisenplatz, weil ihr Zug Verspätung hat. Foto: Michael Gründel

Für die Neugestaltung zeichneten vor allem die Auszubildenden des OSB verantwortlich. Ab jetzt bieten große Treppenstufen außerdem Sitzmöglichkeiten am Haseufer. „Es ist einer der wenigen Orte, an denen die Hase zügänglich gemacht worden ist“, sagte Christiane Balks-Lehmann. Für Fische wurden als Strömungslenker Baumstämme im Wasser verlegt.

Romantische Verzierung der Scheibe des Buswartehäuschens, das die Stadt für die Szene als Regenunterstand aufgestellt hat. Foto: Michael Gründel

Die Zahl der Bänke und Mülleimer ist laut OSB-Planer Ulrich Beermann übrigens gleich geblieben. Einige aus der Szene hätten bereits geholfen, den Platz sauber zu fegen.




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