Botschaften an die Natur Quartett Fré bringt Singer/Songwriter-Jazz auf die Büdchen-Bühne

Von Tom Bullmann

„Nature’s Songs“ heißt das Album, das die Band Fré dem Osnabrücker Publikum präsentiert. Foto: Philipp Hülsmann„Nature’s Songs“ heißt das Album, das die Band Fré dem Osnabrücker Publikum präsentiert. Foto: Philipp Hülsmann

Osnabrück Frederike Berendsen heißt die niederländische Sängerin, die im vergangenen Jahr ihr Album „Nature´s Songs“ veröffentlichte. Jetzt präsentierte sie das Werk, das sie mit der Band Fré im Studio Fattoria Musica in Darum aufgenommen hat, erstmals dem Osnabrücker Publikum.

Es hätte keinen besseren Ort geben können, um diese Musik zu spielen, die sich konzeptuell dem Thema Natur widmet: Am Büdchen, dem idyllischen Biergarten auf dem Westerberg, war das Quartett Fré zu Gast. „Nature’s Songs“ heißt das Album, das die Band um Sängerin Frederike Berendsen dort vorstellte.

„In diesem Lied geht es um Unkraut“, sagt die Sängerin im extravaganten Kleid, das sich mit seinen von konkreter Kunst beeinflussten Motiven krass von den Bäumen, Büschen und Kräutern im Biergarten abhebt. Mit ihrer eindringlichen Stimme praktiziert sie dann eine Art Singer/Songwriter-Jazz mit melodiöser Hookline, die sie mit der Charango begleitet, einem exotisch aussehenden zehnsaitigen Instrument aus Bolivien. „Weeds“ heißt der Song, der mit einer Passage aufwartet, die Kontrabassistin Caris Hermes mit einem temperamentvollen Solo anreichert. Auch Pianist Julian Bohn und Schlagzeuger Lukas Büning erweisen sich als versierte Musiker, die dem Gesang nicht nur als Illustratoren dienen.

Dass Berendsen es mit ihrer Hingabe zur Natur ernst meint, beweist sie mit einem „traurigen Lied, in dem es um einen kleinen Fisch geht, der versucht, in einem Ozean voll mit Plastik zu überleben“. Der Song startet langsam, um sich zu einer aufregenden Jazzimprovisation zu steigern, die offenbar der Empörung über das steigende Maß der Meeresverschmutzung Ausdruck geben soll.

Nicht nur Stücke vom aktuellen Album stehen auf dem Programm. „The Myth Of Normalcy“, den Mythos der Normalität besingt sie in einem brandneuen Song, in dem es nicht mehr um Natur und Umwelt geht, und der von einem rasanten E-Piano-Solo gekrönt wird. Mit drei Coverversionen belegt die erst 23-jährige Sängerin schließlich, von wem sie musikalisch beeinflusst wurde: Songs von Stevie Wonder, Joni Mitchell und Becca Stevens drückt sie mit ihrer Band ihren ganz eigenen, jazzigen Stempel auf.


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