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02.08.2018, 15:30 Uhr BERATUNG BEI DER LAB OSNABRÜCK

Der Begriff der freiwilligen Rückkehr ist irreführend

Kommentar von Sandra Dorn

In Osnabrück und Braunschweig gibt es Beratungszentren. Foto: Thomas OsterfeldIn Osnabrück und Braunschweig gibt es Beratungszentren. Foto: Thomas Osterfeld

Osnabrück. Der Begriff der freiwilligen Rückkehr ist irreführend. Wer die Strapazen der Flucht auf sich genommen und womöglich Schleuser bezahlt hat, wird sich niemals leichttun mit einer Rückkehr ins Heimatland.

Und auch wer ein als sicheres Herkunftsland eingestuftes Land wie Albanien gen Deutschland verlässt, tut das in der Regel nicht leichtfertig, sondern in der nachvollziehbaren Hoffnung auf ein besseres Leben. Von wahrhaft freiwilliger Rückkehr kann man bei beiden Gruppen nur in den allerseltensten Fällen reden.

Da wären erstens diejenigen, die ihr Land wegen eines Kriegs oder wegen politischer Verfolgung verlassen und die eine veritable Bleibeperspektive in Deutschland haben: Wenn sie aus eigenem Antrieb in eine Krisenregion zurückkehren, dann lief entweder die Integration reichlich schief oder das Aussetzen des Familiennachzugs ist schuld. Und da wären zweitens diejenigen, die etwa auf dem Balkan ihre Zelte abbrechen, obwohl sie in Deutschland sicher mit einer Abschiebung rechnen müssen. Unter ihnen sind Arbeitskräfte, die Deutschland dringend bräuchte. Es wird endlich Zeit für ein funktionierendes Einwanderungsgesetz.


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