Erwin Grosche bei Kultur im Innenhof Mit Kinderaugen durchs Grosche-Universum

Von Uta Biestmann-Kotte

„Nivea-Huldigungen“: Erwin Grosche klopft Rhythmen auf der blauen Cremedose

            

              
                Foto: Philipp Hülsmann„Nivea-Huldigungen“: Erwin Grosche klopft Rhythmen auf der blauen Cremedose Foto: Philipp Hülsmann

Osnabrück Mit einer Mischung aus Nonsensreimen, putzigen Musikinstrumenten und großen Kinderaugen verblüffte Kabarettist Erwin Grosche am Mittwoch das Publikum mit seinem Bestof-Programm „Warmduscherreport Vol.3“ im Innenhof vom Haus der Jugend. 

Da meldet sich das Kind im Manne. Wenn Erwin Grosche auf dem Hang-Instrument sein „Trostlied“ anschlägt, zieht er beim Singen das Wort „Mähne“ wie ein blökendens Schaf in die Länge. Zum Mann im Kinde passen dagegen Weisheiten wie „Wenn du einen Tag glücklich sein willst, dann betrinke dich.“

Mit seinem herrlich schrägen Bestof-Programm „Warmduscherreport Vol.3“ verblüffte und erheiterte der Paderborner Poet-Kabarettist Erwin Grosche am Mittwoch das Publikum der „Kultur im Innenhof“-Reihe im gut besuchten Hof vom Haus der Jugend (Veranstalter: Fokus e.V.). Umgeben von einer Sammlung kurioser Musikinstrumente, präsentierte Grosche eine Mischung seiner Glanzstücke aus vierzig Jahren Kabarett. Dabei durften seine „Nivea-Huldigungen“ nicht fehlen: Ein Intermezzo mit geklopften Rythmen auf blauer Cremedose.

Aber auch ein gestandener Kabarettist neigt nach vierzig Jahren zu Alterserscheinungen, wenn ihn Träume überkommen, in denen er gleichzeitig Mundharmonika spielen und singen soll. Zwischendurch klimperte Grosche auf seinem weißen Kinderflügel oder führte kuriose Erfindungen vor wie den „Trockenpullover“ mit Ärmeln zur Sockenaufhängung. Zur Zweckentfremdung dienten auch eine Klangschale, mit der Grosche sein „Lob des Spülens“ anstimmte oder zwei Nudeltüten als Rhythmusinstrumente. Ein Beutel mit Büchern diente wiederum als „Peter-Sloterdijk-Entspannungstasche“ zur Aktivierung aller 26 Gesichtmuskeln. Mit seinem Poem über Lachmöwen, die nach „kleinen Omis in neuen Gummistiefeln“ Ausschau halten, beendete Erwin Grosche die zweistündige Reise durch sein herrlich absurdes Universum.


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