Quartier Gartlage-Süd Stadt Osnabrück stellt im August die ersten Fahrradboxen auf

Von Jörg Sanders

Zwei solcher Fahrradboxen in Rotterdam. Demnächst stellt die Stadt die ersten sechs Garagen in der Gartlage auf, 18 sollen es insgesamt werden. Foto: Wikipedia/W.-D. HaberlandZwei solcher Fahrradboxen in Rotterdam. Demnächst stellt die Stadt die ersten sechs Garagen in der Gartlage auf, 18 sollen es insgesamt werden. Foto: Wikipedia/W.-D. Haberland

Osnabrück. Schutz vor Wetter und Fahrraddieben: Die Stadt Osnabrück stellt demnächst die ersten öffentlichen Radboxen auf. Fünf Räder finden in diesen Fahrradgaragen Platz. Radfahrer können sich einen festen Platz mieten –kostenlos. Vorerst.

Die ersten sechs Boxen sollen vermutlich am 23. August im Bereich der Liebigstraße aufgestellt werden, sagt Ulla Bauer, Radverkehrsbeauftragte der Stadt Osnabrück, im Gespräch mit unserer Redaktion. Sie sind rund um die Uhr nutzbar und sollen vor Wetter und Fahrraddieben schützen. Mit einer Schlüsselkarte lassen sich die Boxen öffnen.

Nutzung vorerst kostenlos

Wer einen Platz mieten möchte, schließt mit der Stadt einen Vertrag. Die Nutzung ist jedoch kostenlos – zumindest bis Ende 2023. Dann läuft die Förderung aus. Danach ist die Nutzung kostenpflichtig. „Aber das wird ein geringer Betrag sein”, sagt Bauer.

Denn gefördert wird die Maßnahme als Teil des Förderprojekts „Radverkehr stärken im Gebiet Gartlage Süd” vom Bundesumweltministerium im Rahmen des Bundeswettbewerbs „Klimaschutz für den Radverkehr”. Rund 5000 Euro kostet eine Box des niederländischen Herstellers Fietsenhanger, sagt Bauer. 90 Prozent der Anschaffungskosten werden gefördert.

Die Stadt startet mit sechs Garagen, insgesamt bekommt die Stadt 18 Garagen mit insgesamt 90 Plätzen gefördert, die in der Gartlage-Süd aufgestellt werden. Dabei können Radfahrer auch selbst Standortwünsche äußern, berichtet Bauer.

Hauseigentümer können Box bekommen

Die Boxen können zudem auf Privatgrundstücken stehen. Hierzu schließen Hauseigentümer einen Vertrag mit der Stadt und geben die Schlüsselkarten an ihre Mieter weiter. „Schwerpunkt soll aber der öffentliche Raum sein”, sagt Bauer. Geld dürfen die Vermieter nicht von ihren Mietern für die Nutzung verlangen.

Dennoch profitiere die Allgemeinheit von den Boxen, selbst wenn sie auf privatem Grund stehen. „Wenn alle mehr mit dem Rad fahren, ist das ein Beitrag zum Klimaschutz”, sagt Bauer. Wenn das Rad nicht mühselig aus dem Keller geholt werden müsse, sei das ein Anreiz, mehr Rad zu fahren. Insbesondere bei schweren Pedelecs, die häufig gestohlen werden, sei das vorteilhaft, ergänzt Nicole Seifert, Sprecherin der Stadtwerke.

Fahrradgaragen statt Parkplätze?

„Für die ersten sechs Boxen fällt kein Parkplatz weg”, sagt sie. Die Stadt prüfe derzeit, ob das rechtlich überhaupt möglich ist, weil schließlich nur eine Handvoll Radfahrer pro Box von ihnen profitiert. Parkplätze könnte die Stadt hingegen problemlos durch Fahrradbügel für alle austauschen. Sollte das rechtlich auch mit den Boxen möglich sein, könnten künftig auch vereinzelt Parkplätze für die Boxen weichen, sagt Bauer.

Sollte die Nachfrage groß sein und die 18 Boxen schnell vergeben, könnten womöglich weitere Fördermittel für weitere Boxen beantragt werden, sagt Bauer. Ferner wäre denkbar, weitere Boxen projektunabhängig  in der Stadt aufzustellen.

Anfragen zu den Radboxen nimmt die Stadt ab Montag, 25. August, entgegen.

Seit Mittwoch bieten die Stadtwerke ferner drei E-Lastenräder an. Buchung und Verleih sind vorerst kostenlos.

Die Stadtwerke Osnabrück verleihen ab sofort drei E-Lastenräder. Getestet haben sie bereit: Stadtwerke-Vorstand Stephan Rolfes (l.) und Stadtbaurat Frank Otte am Wittekindplatz. Foto: Stadtwerke Osnabrück


Die ersten sechs Aufstellorte

Die ersten sechs Radboxen stellt die Stadt an folgenden Orten auf:

  1. Ecke Liebig- und Sandbachstraße
  2. Ecke Liebig- und Klosterstraße
  3. Ecke Alte Post- und Luisenstraße (für SKM)
  4. Ecke Liebig- und Bohmter Straße
  5. Ecke Bohmter- und Baumstraße
  6. Ecke Liebig- und Krelingstraße
Das Fördergebiet „Gartlage-Süd” liegt zwischen Alte Poststraße/Bohmter Straße im Süden, der Bahnlinie im Westen, Nonnenpfad/Knollstraße/Lange Wand im Norden und den Freiflächen neben der Halle Gartlage im Osten.

Fragen und Antworten zu den Radboxen finden Sie auf www.osnabrueck.de/radboxen. Dort finden Sie auch den Nutzungsvertrag.

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