Wissenschaftspark Osnabrück Mit Pflanzen reden statt an Panzern schrauben

Von Jana Henschen


Osnabrück. Wo vor zehn Jahren britische Schützenpanzer gewartet wurden, machen heute innovative und technologieorientierte Start-ups ihre ersten Schritte. Das Gelände der Scharnhorstkaserne an der Sedanstraße wird zu einem Wissenschafts- und Wohnpark. Das Innovationszentrum steht hier im Mittelpunkt. Daneben befinden sich noch freie Grundstücke, auf denen aktuell das Unkraut wuchert.

In unmittelbare Nähe zur Kaserne liegen Universität und Fachhochschule. Aus diesem Grund entdeckte die Stadt Osnabrück schnell das 6,5 Hektar große Gelände als idealen Standort für Wissenschaft und Forschung. Im Fokus steht das 2014 eröffnete Innovationszentrum (ICO). Dieses bietet derzeit Platz und Austausch für 27 Start-ups und insgesamt über 100 Personen. Branchenschwerpunkte haben sich vor allem im Bereich der IT und der Landmaschinentechnologie ergeben. Laut Informationen des ICO sollen so langfristig zukunftsfähige Arbeitsplätze für die Region Osnabrück entstehen.

In einem Gebäude, wo früher britische Panzer gewartet wurden, erhalten heute Unternehmensgründer kostenlose Büroräume, in denen sie ihre Ideen weiterentwickeln können. Aktuell arbeiten hier drei Start-up-Teams. Bei den Geschäftsideen geht es um Tierfutter aus Insekten, die Kommunikation mit Pflanzen und ein innovatives Produkt aus Milch. Anders als im ICO erhalten Gründer im sogenannten "Seedhouse" in ihrer Anfangsphase eine Rund-um-Betreuung und finanzielle Unterstützung. Das Haus soll bundesweit Start-ups anlocken. Der Fokus liegt auf Unternehmensideen aus den Bereichen Agrar, Ernährung und Digitalisierung.

Neues Studentenwohnheim auf dem alten Kasernengelände

Auf dem Kasernengelände entstehen verschiedene Wohnparks. Unter anderem wird ein Studentenwohnheim gebaut. Foto: Michael Gründel

Das alte Kasernengelände ist nicht nur ein Wissenschafts- sondern auch ein Wohnpark. Die Fläche ist nach zehn Jahren großteils erschlossen. Einige Häuser mit 2- und 3- Zimmerwohnungen sind bereits bewohnt und zwei Spielplätze locken Familien an. Außerdem wird nach langem Hin und Her ein Studentenwohnheim mit 100 Wohneinheiten gebaut. Laut Angaben der Stadt Osnabrück sind noch ca. 28.631 Quadratmeter Fläche verfügbar. Die freien Grundstücke sind allerdings nutzungsgebunden. Das heißt, sie werden an wissenschafts- oder hochschulaffine Unternehmen vergeben.

So sah der Eingang zur Kaserne an der Sedanstraße am 05.02.1993 aus. Foto: Hermann Pentermann

Zu viel restaurierte Mauer

Die Natursteinmauer vor der ehemaligen Kaserne an der Sedanstraße wurde vor vier Jahren repariert und neu verfugt. Doch hierbei passierte ein kleines Missgeschick. Denn ein Teil der neu restaurierten Mauer musste wieder eingerissen werden, um einen Eingang zum Entreeplatz der Scharnhorstkaserne zu schaffen. 

An der Sedanstraße steht die Kasernen-Mauer aus Naturstein. Foto: Michael Gründel

Auf dem Entree-Platz wurden für drei neue Bäume, Rasen und eine Betonfläche 600.000 Euro Fördermittel ausgegeben. Der moderne Platz wurde erst 2014 eingeweiht. Doch aktuell wuchern zwischen den Pflastersteinen Pflanzen und Unkraut. So sieht der Platz neu und gleichzeitig alt und verlassen aus.

Erst 2014 wurde der Entree-Platz an der Sedanstraße eröffnet, heute wuchern hier schon Pflanzen zwischen den Pflastersteinen. Foto: Michael Gründel

Kurios ist auch der sogenannte Multifunktionsplatz, der ein bunter Parkplatz in der Mitte des Wissenschaftsparks ist. "Am "InnovationsCentrum" in Osnabrück geht man auch mit Parkraum innovativ um", berichtet die Satiresendung Extra 3. Auf dem farbenfrohen Parplatz ist das Logo des ICO nachgemalt. Allerdings kann das Kunstwerk nur aus der Luft bewundert werden. Für den normalen Parkplatzbesucher bleibt der Blick also verborgen.

Der Multifunktionsplatz ist ein bunter Parkplatz, auf dem aktuell viele Reifenspuren zu sehen sind. Der Platz lädt scheinbar zum Driften ein. Foto: Michael Gründel

Einen Überblick über das Gelände, die Unternehmen und freien Grundstücke bietet eine 360 Grad-Darstellung aus der Vogelperspektive: https://360.wissenschaftspark-osnabrueck.de/.


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