Gertrudenberger Höhlen Osnabrücker Grüne fordern Aufklärung wegen Giftfässern

Von Benjamin Havermann

In den Gertrudenberger Höhlen in Osnabrück sollen Giftfässer entsorgt worden sein, die Grünen fordern nun Aufklärung. Symbolfoto: Manfred FickersIn den Gertrudenberger Höhlen in Osnabrück sollen Giftfässer entsorgt worden sein, die Grünen fordern nun Aufklärung. Symbolfoto: Manfred Fickers

Osnabrück. In den Gertrudenberger Höhlen sollen Giftfässer entsorgt worden sein, das vermutet zumindest ein Verein. Die Osnabrücker Grünen fordern nun Aufklärung.

Mit großer Besorgnis haben die Grünen einen Bericht unserer Redaktion über mutmaßliche Einlagerung von Giftmüll in den Gertrudenberger Höhlen verfolgt. So steht es in einer Pressemitteilung. „Auch wenn es berechtigte Zweifel an der Belastbarkeit der Zeugenaussage gibt, wäre das schon ein handfester Umweltskandal“, wird der umweltpolitische Sprecher der Grünen-Ratsfraktion, Volker Bajus, darin zitiert. „Einmal mehr würde uns in Sachen Umweltgifte die Vergangenheit einholen.“

Tagesordnung des Umweltausschusses

Die Grünen wollen, dass auch die Politik umfassend informiert wird. Daher haben sie das Thema auf die Tagesordnung des Umweltausschusses gesetzt. „Wir haben großes Vertrauen in die Osnabrücker Umweltverwaltung und wissen das Thema Altlasten dort in guten Händen. Die haben bundesweit einen Super-Ruf“, so Bajus. Das Team um Fachbereichsleiter Detlef Gerdts habe schließlich jahrzehntelange Erfahrung mit alten Müllablagerungen im ganzen Stadtgebiet. „Bei einem so brisanten Thema muss volle Transparenz hergestellt werden. Hier darf kein Gerücht gegenüber der Verwaltung ungeklärt im Raum stehen bleiben“, erläutert Bajus.

Darüber hinaus erwarten die Grünen aber auch von der Bundesanstalt für Immobilen (Bima), denen die Höhlen noch gehören und vom Verein Gertrudenberger Höhlen volle Unterstützung. „Das ist eine schwerwiegende Behauptung, die der Verein da ausspricht“, sagt der Lokalpolitiker. „Wenn das alles stimmen sollte, dann sind Menschen und Umwelt womöglich gefährdet.“ Der Verein müsse wie die Bundesanstalt daher sofort alle Informationen auf den Tisch legen. „Wenn es sich aber nur um nicht belegbares Hören-Sagen handelt, dann sind wir hier alle unnötig beunruhigt worden“, so Bajus.

Giftfässer in Gertrudenberger Höhlen entsorgt?

Unsere Redaktion hatte über den Verdacht berichtet, dass in den 1950er Jahren Giftfässer der Firma Tolo-Chemie in die Gertrudenberger Höhlen entsorgt worden sein sollen. Das vermutet der gleichnamige Verein unter Führung von Wilfried Kley. Er hatte einen Zeugen ausfindig gemacht, dessen Vater die Fässer von dem Chemiebetrieb zum Gertrudenberg gebracht habe. Mit unserer Redaktion wollte er aber nicht sprechen. Offenbar hatten Familienangehörige den Zeugen unter Druck gesetzt, weil sie Schadenersatzforderungen fürchten.


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