Verbesserung gegenüber Vorjahr Osnabrück: Saisonbedingt mehr Arbeitslose

Die Zahl der Arbeitslosen in Osnabrück und Umgebung stieg im Juli auf 13.321. Wie die Agentur für Arbeit Osnabrück weiter meldet, waren im Vergleich zum Juni 656 Personen mehr, im Vorjahresvergleich 796 Menschen weniger arbeitslos gemeldet. Symbolfoto: dpaDie Zahl der Arbeitslosen in Osnabrück und Umgebung stieg im Juli auf 13.321. Wie die Agentur für Arbeit Osnabrück weiter meldet, waren im Vergleich zum Juni 656 Personen mehr, im Vorjahresvergleich 796 Menschen weniger arbeitslos gemeldet. Symbolfoto: dpa

Osnabrück. Die Zahl der Arbeitslosen in Osnabrück und Umgebung stieg im Juli auf 13.321. Wie die Agentur für Arbeit Osnabrück weiter meldet, waren im Vergleich zum Juni 656 Personen mehr, im Vorjahresvergleich 796 Menschen weniger arbeitslos gemeldet.

Die Arbeitslosenquote erhöhte sich im Vergleich zum Juni um 0,2 Prozentpunkte auf 4,5 Prozent, lag aber um 0,3 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. Insbesondere die Zahl jugendlicher Arbeitsloser erhöhte sich in den vergangenen Wochen aufgrund des abgeschlossenen Schuljahres merklich. Darüber hinaus meldeten sich viele Menschen arbeitslos, deren Beschäftigungsbefristungen ausgelaufen waren. „Der Arbeitsmarkt ist im Moment geprägt von den typischen saisonalen Bewegungen. Daher steigen derzeit insbesondere bei Jüngeren und auch bei Frauen die Arbeitslosenzahlen“, kommentiert Jutta Guthardt, operative Geschäftsführerin der Osnabrücker Arbeitsagentur. „Nach der Sommerpause wird sich der Trend aber wieder umkehren. Denn der Arbeitsmarkt sieht immer noch sehr, sehr gut aus.“ Mehr Zahlen zum Arbeitsmarkt

Ausbildungschancen

Ebenfalls beste Chancen bestehen weiterhin für Ausbildungssuchende. 1.669 Ausbildungsstellen waren im Juli noch als unbesetzt registriert. „Erfahrungsgemäß wird sich dieser Wert in den kommenden Monaten weiter nach unten hin konsolidieren“, so Guthardt. „Nichtsdestotrotz sollten sich Ausbildungsbewerber, die noch nichts Passendes für sich gefunden haben, unbedingt bei uns melden. Wir können sehr viel dazu beitragen, eine geeignete Stelle zu finden.“ Zuletzt waren noch Positionen in verschiedenen kaufmännischen Berufen, im Bereich Verkauf oder Fachverkauf, für Fachkräfte Lagerlogistik und Handelsfachwirte offen.

Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung, die neben Arbeitslosen auch Personen erfasst, die Arbeit suchen, jedoch zum Beispiel derzeit an (Qualifizierungs-)Maßnahmen teilnehmen oder erkrankt sind und deshalb nicht als arbeitslos gezählt werden, umfasste im Juli 18.325 Personen – 421 mehr als im Vormonat (plus 2,4 Prozent), jedoch 1.264 weniger als vor einem Jahr (minus 6,5 Prozent). Die Unterbeschäftigungsquote lag mit 6,0 Prozent um 0,6 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert.

Ausländer

Die Gruppe arbeitslos gemeldeter Ausländer reduzierte sich im Vorjahresvergleich um 172 auf 3399 Personen (minus 4,8 Prozent). Hierzu gehören sowohl Menschen, die schon länger im Agenturbezirk leben, als auch neu hinzugekommene Flüchtlinge. 1016 Flüchtlinge, die als Asylbewerber nach Deutschland gekommen sind und sich im Agenturbezirk um Arbeit oder Ausbildung bemühen, waren im Juli 2018 bei Agenturen und Jobcentern arbeitslos gemeldet. Weitere 1579 befanden sich in Integrationskursen, Qualifizierungsmaßnahmen oder waren erwerbstätig und gleichzeitig arbeitsuchend gemeldet. Anerkannte Schutzberechtigte werden von Jobcentern betreut und Asylbewerber und Geduldete von Arbeitsagenturen.

Grundsicherung

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung, für den die Arbeitsagentur verantwortlich zeichnet, wuchs der Bestand an gemeldeten Arbeitslosen im Vergleich zum Juni um 637 auf nunmehr 5399 Personen. Im Vorjahresvergleich waren es 292 Menschen weniger. In der Grundsicherung – verantwortlich hierfür sind das Jobcenter der Stadt Osnabrück sowie das Jobcenter „Maßarbeit“ des Landkreises – umfasste die Arbeitslosenzahl 7922 Personen, 19 mehr als im Vormonat, 504 weniger als im Juli 2017.

Jugend

Im Juli waren im Agenturbezirk 1567 junge Menschen unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet, somit 412 Personen oder 35,7 Prozent mehr als im Juni, aber 42 weniger als im Juli 2017 (minus 2,6 Prozent). Die Jugendarbeitslosenquote (bis unter 25 Jahre) betrug 4,3 Prozent, im vorigen Juli hatte sie bei 4,5 Prozent gelegen. Auf dem Ausbildungsmarkt hatten sich im Agenturbezirk seit Beginn des Berichtsjahres 3365 Ausbildungssuchende gemeldet – ein Rückgang um 366 Personen im Vorjahresvergleich. Zeitgleich stieg die Zahl gemeldeter Ausbildungsstellen um 586 auf 4.753. Von diesen sind zu diesem Zeitpunkt 1669 noch unbesetzt, 367 Plätze mehr als im Vorjahr. Die Zahl der als unversorgt geltenden Bewerber hingegen reduzierte sich – um 116 auf 607.

Bewegung

Die Fluktuation am Arbeitsmarkt lässt sich an den Zahlen zu Arbeitslos(ab)meldungen verdeutlichen. Im Juli nahmen Agentur und die Jobcenter in Stadt und Landkreis 3944 Arbeitslosmeldungen auf (61 weniger als im Vorjahreszeitraum) und registrierten 3276 Abmeldungen (127 weniger als im Juli 2017). Es meldeten sich 1350 zuvor erwerbstätige Menschen arbeitslos, 27 mehr als vor einem Jahr. Durch die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit konnten in diesem Monat 1048 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden, ein Rückgang um 83 im Vergleich zum Vorjahr, ein Zuwachs jedoch um 15 gegenüber dem Juni.

Stadt und Landkreis

In der Stadt Osnabrück wurden 6701 arbeitslose Menschen gezählt, 422 weniger als vor einem Jahr – aktuell eine Arbeitslosenquote von 7,1 Prozent (Juli 2017: 7,7 Prozent). 1947 Personen waren bei der Arbeitsagentur in der Stadt Osnabrück arbeitslos gemeldet, ein Rückgang um 111 Menschen gegenüber dem Vorjahr (minus 5,4 Prozent). Beim Jobcenter Osnabrück waren 4.754 Personen als arbeitslos registriert – ein Minus von 311 Menschen im Vergleich zum Juli 2017 (minus 6,1 Prozent).

Im Landkreis blieb die Arbeitslosenquote mit 3,3 Prozent um 0,2 Prozentpunkte unter dem Vorjahresniveau. So waren 6620 Menschen ohne Arbeit und damit insgesamt 374 weniger als im Juli 2017. 3452 Arbeitslose (181 weniger als im Juli des Vorjahres) zählte die Arbeitsagentur, hinzu kamen 3168 Personen beim Jobcenter des Landkreises („Maßarbeit“) – ein Rückgang um 193 Personen gegenüber dem Vorjahresmonat.

Langzeitarbeitslos

Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Osnabrück Für den Juli registrierte die Arbeitsagentur einen saisontypischen Anstieg der Arbeitslosigkeit. Quelle: Agentur für Arbeit Osnabrück

Exakt 4680 Personen zählten im Juli zu der Gruppe der Langzeitarbeitslosen, ein Rückgang um 431 Männer und Frauen im Vorjahresvergleich. Im Bereich der Arbeitslosenversicherung umfasste die Gruppe insgesamt 629 Personen (2017: 719), in der Grundsicherung waren es 4051 Menschen (2017: 4392). Der Anteil der Langzeitarbeitslosen an der Gesamtzahl Arbeitsloser im Agenturbezirk sank im Jahresvergleich: Waren im Juli 2017 36,2 Prozent aller Arbeitslosen langzeitarbeitslos, galt dies im Juli 2018 für 35,1 Prozent.


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