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Italienisches Sommerkino "Zuhause ist es am schönsten" im Filmtheater Hasetor in Osnabrück

Von Frank Jürgens

Familienoberhaupt Pietro (Ivano Marecotti, l.) freut sich, die Verwandtschaftsblase schnell wieder loszuwerden. Er und alle anderen haben die Rechnung allerdings ohne das Wetter gemacht. "Zuhause ist es am schönsten". Ab Donnerstag in den Kinos. Filmtheater Hasetor.Familienoberhaupt Pietro (Ivano Marecotti, l.) freut sich, die Verwandtschaftsblase schnell wieder loszuwerden. Er und alle anderen haben die Rechnung allerdings ohne das Wetter gemacht. "Zuhause ist es am schönsten". Ab Donnerstag in den Kinos. Filmtheater Hasetor.

Osnabrück. In der dramatischen Komödie „Zuhause ist es am schönsten“ dreht sich vor sommerlicher Kulisse alles um die Irrungen und Wirrungen der Liebe im Beziehungsgeflecht einer unfreiwillig „gestrandeten“ Großfamilie.

Vor fünfzig Jahren haben sich Alba und Pietro (Stefania Sandrelli und Ivano Marecotti) das Jawort gegeben. Zur Goldenen Hochzeit wünschen sie sich, dass die ganze Familie zu ihnen auf die Insel kommt. Und tatsächlich gibt sich die gesamte Verwandtschaftsblase die Ehre.

Es ist ja auch nur für einen Tag. Morgens mit der Fähre rüber. Nach Kirche und Festmahl wieder zurück. Das dauert nicht lange und tut auch niemandem weh. Man sieht sich bestimmt irgendwann mal wieder...

Dummerweise haben alle die Rechnung ohne das Wetter gemacht. Ein Sturm zieht auf. Die Fähren stellen ihren Betrieb ein. Und all die lieben Geschwister, Schwägerinnen und Schwäger, Kinder, Ex-Partner und sonstige Gestrandete müssen zusehen, wie sie die nächste Nacht oder noch länger miteinander klar kommen. Da bricht selbstverständlich auch für die bunt zusammengewürfelte Truppe eine stürmische Zeit an. Amouröse Fallen, verwirrende Gefühle und klärende Gewitter inklusive.

„Zuhause ist es am schönsten“, lautet der deutsche Verleihtitel des italienischen Kinohits mit dem mehrdeutigen Titel „A casa tutti bene“, dessen sinngemäße Übersetzung „Zuhause ist alles in Ordnung“ den Inhalt deutlich besser trifft. Denn zu Hause ist bei den meisten Gestrandeten eigentlich gar nichts in Ordnung.

Regisseur und Co-Autor Gabriele Muccino, der nach internationalen Erfolgen wie „Das Streben nach Glück“ und „Väter und Töchter – Ein ganzes Leben“ wieder aus Hollywood nach Italien zurückgekehrt ist, hält hier nun eine wunderbare Balance aus Komödie und Drama. Die spitzt sich am Ende selbstverständlich zu, ohne deswegen gleich in eine Katastrophe münden zu müssen.

Muccino dirigiert mit großer Disziplin und gutem Gespür für seine Figuren das nahezu unübersichtliche Personengeflecht durch allerlei familiäre wie auch amouröse Verwicklungen. Die tragen nicht von ganz ungefähr mitunter Shakespearesche Züge. Dessen Klassiker „The Tempest – Der Sturm“ hat sichtbar Pate gestanden für einen Teil der Rahmenhandlung und Ausgangssituation – wenn auch nicht so deutlich wie in Paul Mazurskys Shakespeare-Adaption „Der Sturm“ aus dem Jahr 1982 mit John Cassavetes und Susan Sarandon vor ähnlicher Kulisse.

Muccino setzt hier nun als Schwerpunkt das Thema der italienischen Großfamilie. Familie sei der Ausgangspunkt von allem, heißt es zu Beginn. Und selbst, wenn man ihr irgendwann zu entfliehen versuche, kehre man am Ende doch immer zu ihr zurück.

Zuhause ist es am schönsten. I 2017. R.: Gabriele Muccino. D.: Stefano Accorsi, Carolina Crescentini, Elena Cucci, Stefania Sandrelli. Laufzeit: 108 Minuten. FSK: ab 6. Filmtheater Hasetor.


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