Eine grüne Oase in der Stadt Im Kartoffelhaus ist Platz für Bienen und Menschen

Von Thomas Wübker

Am Eingang zur grünen Hölle seines Biergartens kann Jörg Radloff am 1. Osnabrücker Kartoffelhaus an der Dominikanerkirche seine Gäste begrüßen. Foto: Thomas WübkerAm Eingang zur grünen Hölle seines Biergartens kann Jörg Radloff am 1. Osnabrücker Kartoffelhaus an der Dominikanerkirche seine Gäste begrüßen. Foto: Thomas Wübker

Osnabrück. Sein Biergarten sei wie eine grüne Oase mitten in der Stadt, sagt Jörg Radloff vom 1. Osnabrücker Kartoffelhaus. So abgedroschen wie der Satz klingt, so wahr ist er auch.

Die Sträucher und Bäume, die das Areal an der Dominikanerkirche umgeben, wachsen und gedeihen seit etwa vier Jahren. Die Pflanzen sollen nicht nur eine natürliche Umgebung für seine Gäste bieten, sondern auch Vögeln und Bienen einen Platz geben.

Der Biergarten des Kartoffelhauses wurde nicht gebaut, sondern angepflanzt. Zwar stehen dort auch Tische und Stühle, aber das Drumherum ist fast wichtiger. Mit Vogelschutzgehölzen und Basilikum lockt Jörg Radloff nicht nur hungrige und durstige Gäste ins Kartoffelhaus, sondern auch tierische Besucher. „Man freut sich, wenn man Bienen summen und Vögel zwitschern hört“, sagt er.

Die Idee zum angepflanzten Biergarten hatte eine Bekannte von Radloff, Sabine Bladanski. Der Gedanke, der dahinter steckt, ist der, dass sein Biergarten zu jeder Jahreszeit blühen soll. Das führt dazu, dass er in der Jahreszeit eingezäunt wird, in der seine Gäste nicht draußen sitzen, damit er nicht zerstört wird.

Ein anderes auffälliges Merkmal des Biergartens am Kartoffelhaus ist, dass dort keine Schirme stehen mit irgendeiner Werbung für eine Biermarke. Das „Dach“, das die Gäste im Biergarten über dem Kopf haben, besteht aus den Blättern der Eichen, die das Areal säumen. Somit ist man quasi in dem Biergarten von Grün umzingelt.

Jörg Radloff räumt zwar ein, dass sein grüner Biergarten eine Menge Arbeit macht. Aber er sagt im gleichen Atemzug, dass sich diese Arbeit lohnt. „Man braucht Geduld. Alles wächst nach und nach.“ Trotz der Lage mitten in der Stadt blüht und gedeiht die Pflanzenwelt auf dem „Acker“ am Kartoffelhaus. Wer dort sitzt, wird auch kaum den Verkehr auf dem Wall wahrnehmen. „Der Geräuschpegel kommt nicht von der Straße, sondern wird durch Gespräche erzeugt“, sagt Radloff.

Doch nicht nur das Auge will sich satt sehen, der Magen will gefüllt und der Durst gelöscht werden. Und dafür gibt es im Kartoffelhaus im Sommer viel leichte Kost, kurz gebratenes Fleisch oder vegetarische Gerichte und verschiedene Limonaden sowie vier Biersorten vom Fass. Der Montag ist ein Tag für Freunde des Weizenbiers. Das kostet dann nur 2,50 Euro.

Das Kartoffelhaus ist von montags bis donnerstags ab 16 Uhr und von freitags bis sonntags ab 12 Uhr geöffnet.


Was sonst noch läuft

Motown-Party – Swingin Soul Special, Blue Note, Fr., 3. 8., 21.30 Uhr: Die Geschichte des DJ Herr O. ist schnell erzählt: Er legt Elektro Swing, Nu Soul, Motown Beats, Soul & Swingin Classics, Balkan & Global Beats, Mash Ups und Remixe auf.

Übernahme, Kleine Freiheit, Fr., 3. 8., 23 Uhr: Die Gäste übernehmen den Club. So läuft die Party am Güterbahnhof ab. Die Leute werden zu DJ’s und bestimmen die Playlist.

Neon X Laser – Edition White, Hyde Park, Sa., 4. 8., 22 Uhr: Die DJ’s Jan und Tulpe spielen Elektro, EDM, House und Pop. Der Dresscode ist weiss, neon, UV-aktiv, flashy und alles, was leuchtet. Unter allen in weiß gekleideten Besuchern wird ein 50-Euro-Verzehrgutschein verlost.

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