Neuer Leiter, neuer Spielplan Mehr Gastspiele und gesellschaftliche Themen im Figurentheater Osnabrück

Von Anne Reinert

Florian Rzepkowski bringt frischen Wind ins Figurtheater Osnabrück. Der neue Leiter hat nun den ersten Spielplan seiner Amtszeit vorgestellt. Foto: Swaantje HehmannFlorian Rzepkowski bringt frischen Wind ins Figurtheater Osnabrück. Der neue Leiter hat nun den ersten Spielplan seiner Amtszeit vorgestellt. Foto: Swaantje Hehmann

Osnabrück. Mehr Gastspiele, mehr gesellschaftlich relevante Themen: Mit Florian Rzepkowski weht ein neuer Wind im Figurentheater Osnabrück. Seit Jahresanfang leitet er die Bühne in der Osnabrücker Altstadt. Nun hat er den ersten Spielplan seiner Amtszeit vorgestellt – mit einigen Neuerungen.

Mit der Einstellung von Florian Rzepkowski war klar: Es wird sich einiges ändern in der Alten Fuhrhalterei. Bevor er als Nachfolger von Gabriele Mertins nach Osnabrück wechselte, war er fünf Jahre lang in der Geschäftsleitung des Theaters Rampe tätig, das das Performancetheater nach Stuttgart geholt hat. Das hat ihn genauso geprägt wie der Studiengang für Figurentheater in der schwäbischen Stadt.

Auf den ersten Blick mag es im Osnabrücker Figurentheater mit seiner fast 90-prozentigen Auslastung zwar kaum Änderungsbedarf geben. Doch das täuscht. Denn von ehemals sieben Mitgliedsbühnen sind nur noch vier übrig. Das habe „vor allem Altersgründe“, so Rzepkowski. Auf Dauer brauche das Figurentheater deshalb jüngere Mitglieder.

Märchenfigur emanzipiert sich

Künftig holt Florian Rzepkowski mehr Gastspiele jüngerer Gruppen in die Alte Fuhrhalterei. So kommen am Samstag, 8. September, um 16 Uhr und am Sonntag, 9. September, um 11 Uhr die Artisanen aus Berlin mit ihrer Version von „3 kleine Schweinchen“ nach Osnabrück. Die Gruppe bestehe aus Mitgliedern um die 30 und bringe ein „wunderbar anarchisches Stück“ mit, erklärt Florian Rzepkowski. . Für die Reihe „Ab zwei dabei“ engagiert er außerdem das Theater Zirkusmaria mit „Welle-Schatten-Spiegel“, ein Stück, in dem die Kinder zu Mitmachen aufgefordert sind und dass der Figurentheaterleiter ästhetisch interessant findet.

Zudem will Florian Rzepkowski mehr gesellschaftlich relevante Themen einbringen. Das wird auch bei der einzigen Premiere einer Mitgliedsbühne zu erkennen sein. Denn wenn das Theater Fundulus „Däumeline“ nach dem Märchen von Christian Andersen aufführt, wird sich die Heldin mächtig emanzipiert haben. Das zeigt schon die Änderung des Titels, in dem die Verniedlichung des einstigen „Däumelinchens“ fehlt. Er habe es schon immer komisch gefunden, dass der Heldin vieles einfach so passiere, berichtet Florian Rzepkowski. Also hat er mit dem Theater Fundulus eine neue Dramaturgie für das Stück erarbeitet. Premiere ist am Samstag, 10. November, um 16 Uhr.

Gemeinsame Reihe für Kinder und Eltern

Außerdem gibt es am Mittwoch, 31. Oktober, um 19 Uhr eine Spendengala für das Community Arts Project, einem Theaterprojekt aus Simbabwe, das ein Partnerprojekt von terre des hommes ist. Passend zu Halloween zeigt an diesem Abend das Theater von Cuore „Die furchtlosen Vampirkiller“, eine Figurentheaterversion von Roman Polanskis „Tanz der Vampire“. Anschließend essen die Galagäste gemeinsam zu Abend.

Als dritte Neuerung führt Florian Rzepkowski ein weiteres Format ein: die Reihe „Gemeinsam Theater erleben“, die Kinder ab acht Jahren und ihre Eltern gemeinsam ins Figurentheater holt und bei der es nach der Vorstellung ein Nachgespräch gibt. Die Reihe solle „künstlerisch und ästhetisch“ Grenzen überschreiten, so Rzepkowski. Erste Aufführung ist „Die kleine Meerjungfrau“ des Kobalt Figurentheaters Berlin.


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