Bodenständige Schönheitskönigin Olivia Möller aus Osnabrück ist die Miss Deutschland 2018

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Osnabrück. Harte Konkurrenz, ein zu langes Kleid und die Bitte um ein Statement zur Todesstrafe: Der Weg zur Schönheitskönigin war nicht leicht, doch nun darf sich Olivia Möller aus Osnabrück für ein Jahr „Miss Deutschland“ nennen - und ihr Heimatland auf den Philippinen vertreten.

Claudia Schiffer wurde einst in einer Disco in Düsseldorf entdeckt. Toni Garrn auf einer Fanmeile. Und Olivia Möller? „Auf einer Baustelle.“ Als die Osnabrückerin mit ihrem Vater Jens Möller, einem Bauunternehmer, zur Kontrolle auf dem Bau war, trafen sie dort Mahmut Karaton, ehemaliger „Mister NRW“, „Mister Mitteldeutschland“ und mittlerweile Immobilienkaufmann und Geschäftspartner ihres Vaters.

Weil der frühere Mister das Potenzial von Olivia Möller sofort erkannte, fragte er, ob die hübsche junge Frau nicht mal gegen andere hübsche junge Frauen antreten wolle. Ein paar Monate später gewann Olivia die Wahl zur Miss NRW. Damals war sie für ein paar Monate von Osnabrück nach Versmold gezogen, um ihrem Vater einige Baustellen-Kontrollgänge vor Ort abzunehmen. „Das mache ich schon mein Leben lang. Mein Vater hat mich früher oft von der Schule abgeholt ins Auto gepackt, und dann haben wir Baustellen abgefahren.“

„Ich hatte wirklich Angst, dass ich auf die Schleppe trete“

Am letzten Juni-Wochenende dieses Jahres durfte sie dann Bauhelm gegen Krönchen tauschen. In Bremen wurde Olivia Möller zur „Miss Deutschland“ gewählt, womit sie in einer Reihe mit Verona Pooth steht, die den Titel vor 25 Jahren gewann. Die größte Herausforderung des Schönheitswettbewerbs war das Abendkleid, mit dem sich die Osnabrückerin auf dem Laufsteg der Jury präsentierte. „Das Kleid war viel zu lang, ich hatte wirklich Angst, dass ich auf die Schleppe trete.“

Die zweite große Klippe war dann völlig anderer Natur. Wie man es von amerikanischen Miss-Wahlen schon lange kennt, müssen mittlerweile auch die Kandidatinnen der Wahl zur „Miss Deutschland“ jeweils eine ernste, oft politische Frage beantworten. „Ich wurde gefragt, was ich von der Todesstrafe halte“, sagt Olivia Möller. 

Größe hat für die Jury den Ausschlag gegeben

Für die Antwort hatte sie 30 Sekunden Zeit; also genug, um „überhaupt nichts“ zu sagen und die Frage damit eigentlich richtig und erschöpfend zu beantworten. Da die Jury damit aber vermutlich nicht zufrieden gewesen wäre, sei sie froh gewesen, dass ihr sofort eine schöne Standard-Antwort eingefallen sei, sagt Olivia Möller. „Ich habe gesagt, dass ich gegen die Todesstrafe bin, weil der Mensch nicht nehmen soll, was Gott gegeben hat.“ Noch ein, zwei ergänzende Sätze, dann habe schon der Applaus eingesetzt und ihr sei klar gewesen, dass sie die Aufgabe gemeistert hatte.

Alle Humanisten, die sich wünschen, dass vor allem diese moralisch einwandfreie Antwort Olivia Möller zur Miss Deutschland gemacht hat, werden nun aber enttäuscht sein: „Auf der After-Show-Party habe ich erfahren, dass der Jury vor allem meine Größe gut gefallen hat.“

„Ich möchte schon gerne modeln“

Nach ihrem Versmolder Intermezzo wohnt die 19-Jährige mittlerweile wieder bei ihrer Mutter im Schinkel. Ihr Zimmer sieht aus wie das einer ganz normalen jungen Frau; das Krönchen der Miss Deutschland teilt sich den Regalplatz mit einem Windlicht und einer Zimmerpflanze.

Fotografiert man die junge Frau, dann merkt man sofort, dass ihr das Lächeln auf Kommando noch schwerfällt. Erfahrungen als Model hat Olivia Möller noch nicht gesammelt. Das soll sich nun aber ändern. „Ich möchte schon gerne modeln und werde wahrscheinlich auch bald nach Berlin ziehen.“ Den Job als Assistentin ihres Vaters wolle sie aber erst mal auch nicht aufgeben, dafür mache er ihr einfach zu viel Spaß.

Anfang kommenden Jahres kann Olivia Möller ihrer Model-Karriere noch einmal einen weiteren großen Schub geben. Als amtierende „Miss Deutschland“ nimmt sie dann in der philippinischen Hauptstadt Manila bei der Wahl zur „Miss Intercontinental“ teil. Ihre ganze Familie wird sie begleiten, auch ihre Oma, die im Schinkel einen Kiosk betreibt. Dass Olivia Möller ihr Heimatland und ihre Heimatstadt würdig vertreten wird, davon ist übrigens fest auszugehen. „Ich fahre da sicherlich nicht hin, um 17. zu werden!“


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