Stadtwerke verkaufen Pläne für E-Kartbahn Osnabrücker Nettedrom bekommt einen Zwilling

Von Dietmar Kröger

Ein norddeutsches Stadtwerkeunternehmen will die Elektrokartbahn der Stadtwerke Osnabrück am Nettebad nachbauen. Foto: David EbenerEin norddeutsches Stadtwerkeunternehmen will die Elektrokartbahn der Stadtwerke Osnabrück am Nettebad nachbauen. Foto: David Ebener

Osnabrück.. Das Nettedrom wird verkauft – nicht die E-Kartbahn am Nettbad, sondern die Pläne, die von den Osnabrücker Stadtwerken in Eigenregie erstellt wurden und auf diese Weise jetzt noch einmal zusätzliches Geld in die Kassen spülen.

"Das Nettedrom wird demnächst in einer anderen norddeutschen Stadt eins zu eins nachgebaut", kündigt der Bäderchef der Stadtwerke, Wolfgang Hermle, den Deal an. Wo genau der Nachbau entstehen wird, wollte Hermle aufgrund der Absprachen noch nicht sagen. Der Handel mit den nicht namentlich genannten Stadtwerken sei aber perfekt. 

Gefragtes Know-How

Mit dem Verkauf der Pläne und des Stadtwerke-Know-Hows dürfte sich die diesjährige Nettedrom-Bilanz 2018 noch schöner lesen, als die des vergangenen Jahres. Die 2017er Zahlen des seien "mehr als erfreulich", so Hermle. Das im März vergangenen Jahres in Betrieb gegangene Nettedrom hatte in diesem "Rumpfjahr", mithin bis zum 31. Dezember, bereits 40500 Fahrer gezählt, die 54000 Fahrten absolvierten. Unter dem Strich stand damit ein Umsatz von 840000 Euro in den Büchern. 

Neues Einzugsgebiet

Der Blick auf die 12-Monats-Bilanz vom März 2017 bis zum März 2018 zeigt 52900 Fahrer und knapp 70000 Fahrten. Der Umsatz beläuft sich auf Basis dieser Zahlen auf 1,1 Millionen Euro. "Wir liegen 20 Prozent über dem Plan", vergleicht Hermle den aktuellen Stand der Dinge mit den Erwartungen. Ein nicht zu vernachlässigender Nebeneffekt ist für Osnabrücks Bäderchef der Zugewinn auch für das benachbarte Nettebad. Bislang hätten die Ostwestfalen den Weg nach Osnabrück einfach nicht gefunden, so Hermle. "Mit dem Nettedrom konnten wir unser Einzugsgebiet dorthin ausdehnen." Angelockt von den Elektro-Karts, gingen demnach 15000 Menschen aus diesem Raum zusätzlich auch in das Nettebad. Insgesamt, so Hermle, besuchten 42 Prozent aller Kartbahngäste auch das Bad oder die Sauna. 

Großes Interesse an Veranstaltungen

Und auch im Firmen- und Veranstaltungsbereich hat die Kartbahn nach Hermles Aussage die Erwartungen übertroffen. Rechneten die Stadtwerke vor der Inbetriebnahme mit etwa 50 Veranstaltungen, wie Seminaren und Firmenfeiern, stieß das Nettedrom mit 70 Veranstaltungen auf deutlich mehr Interesse als anfänglich angenommen.

ZF als Werbepartner

Mit einem fünfstelligen Betrag, den Hermle nicht näher beziffern wollte, hat sich die Firma ZF Lemförde als Werbepartner beim Nettedrom engagiert. Das Logo des Unternehmens schmückt nun für die kommenden drei Jahre die Haarnadelkurve auf der Betonpiste.

Auch privater Investor signalisiert Interesse

Dass es den Stadtwerken nun, sozusagen als Sahnehäubchen, gelungen ist, ihr Know-How an ein norddeutsches Stadtwerkeunternehmen zu verkaufen, stößt bei den Verantwortlichen auf große Freude – zum einen, weil die Stadtwerke auf diesem Weg zusätzliche Einnahmen generieren, zum anderen aber, weil sie hier eine Bestätigung für den vor etwa vier Jahren eingeschlagenen Weg sehen. Dass ein Verkauf der Pläne überhaupt möglich ist, liegt daran, dass diese von Mitarbeitern des Unternehmens erstellt wurden. "Wir können die Pläne so oft verkaufen wie wir wollen", sagt Hermle und deutet an, dass es auch schon Gespräche mit einem privaten Investor gegeben hat, der ebenfalls Interesse an einem Nachbau des Nettedroms signalisiert habe. 


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