Party pur auf Osnabrücks Westerberg Nur der Mond glühte nicht beim Büdchenfest

Von Andreas Wenk

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Emotionaler Höhepunkt beim Büdchenfest: Die Büdchenwirte Sandra und Michael Werner sangen den Robbie Williams-Titel „Angels“ als Erinnerung an ihre Hochzeit. Foto: Swaantje HehmannEmotionaler Höhepunkt beim Büdchenfest: Die Büdchenwirte Sandra und Michael Werner sangen den Robbie Williams-Titel „Angels“ als Erinnerung an ihre Hochzeit. Foto: Swaantje Hehmann

Alles schien perfekt für die Jahrhundert-Mondfinsternis vorbereitet, aber dann war es doch zu diesig, um den Erdtrabanten, wie vielfach angekündigt, in diffusem Rot leuchten zu sehen, zumindest vom Westerberg aus. Der Stimmung beim mittlerweile traditionellen Büdchenfest tat das keinen Abbruch.

Hubert Kahs „Sternenhimmel“, Peter Schillings „Major Tom“ und Klaus Lages „1001 Nacht“ hatten „Faders up“ zeitlich genau abgestimmt in ihrem Bühnenprogramm platziert. Als klar wurde, dass die Mondfinsternis unbemerkt vorüberziehen würde, griff Sänger Oliver Gutsche auch zu Kraftausdrücken, doch bereits früh hatte er sachlich darauf hingewiesen, dass der Baum hinter der Bühne die Sicht versperren und man gegebenenfalls eine Pause einlegen würde.

Leider nicht nötig, dafür bleib die Partytemperatur auf siedendem Niveau. Die Coverband überzeugte auf ganzer Linie: „Westernhagen, Lindenberg, Grönemeyer, die sind echt gut“, sagte Burckhard Doehmen. Den beeindruckte nicht zuletzt Mirko Triphaus, der sich zwei Tage zuvor bei einem Schwimmbadbesuch mit seiner Tochter eine Rippe gebrochen hatte. In einer Pause berichtete er neben der Bühne, dass dies besonders schmerzhaft sei, wenn man beim Singen hohe Töne herauspresst. Dabei zeigt er sich völlig schmerzbefreit, etwa bei „What´s going on“. Adrenalin pur, erklärt er später.

Virtuos gespielt

Musikalisch herausragend die teils virtuos gespielten Intros von Alexander Schmitz, etwa bei „Rebell yell“ oder „In the Air tonight.“ Von Gutsche stets nur „Schmitz“ gerufen, reagiert der kaum auf Ansprache, zeigt dann aber plötzlich, was in ihm steckt und in seiner Gitarre. Auch wenn Faders up nicht gänzlich darauf verzichtete, das Publikum aufzufordern, näher an Bühne heranzutreten, zu klatschen oder mitzusingen, vieles passierte einfach ohne Animationsprogramm, weil die Musik gut rüber kam und der Funke von der Bühne ins Publikum übersprang. So lächelte eine junge Frau verlegen als sie feststellt, dass es um sie herum nicht unbemerkt bleibt, wie sie sich gedankenverloren gemeinsam mit ihrem Freund im Takt der Musik windet und schwingt.

Den emotional unbestrittenen Höhepunkt aber lieferten die Büdchenwirte Sandra und Michael Werner gegen Ende des Programms selbst. Arm in Arm teils allein, teils mit und im Wechsel mit Publikum und Oliver Gutsche sangen sie den Robbie Williams-Titel „Angels“ als Erinnerung an ihre Hochzeit die, wie Triphaus am Rande verriet, ihre Band musikalisch begleitet hatte.


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