Künstlerische Auseinandersetzung Kreativ gegen Rassismus im Felix-Nussbaum-Haus

Von Uta Biestmann-Kotte

Holzbüsten im Halbprofil hatten Jugendliche aus Herkunftsländern wie Afghanistan, Gambia, Irak, Somalia oder Syrien gefertigt. Foto: Hermann PentermannHolzbüsten im Halbprofil hatten Jugendliche aus Herkunftsländern wie Afghanistan, Gambia, Irak, Somalia oder Syrien gefertigt. Foto: Hermann Pentermann

Osnabrück. Beim Aktionstag „Kein Raum für Rassismus“ im Felix-Nussbaum-Haus setzten jungendliche Künstler am Samstag mit Bilder, Musik und Videoinstallationen kreative Zeichen gegen Begrenzung und Ausgrenzung.

Auf der linken Biilderhälfte ein grauer Hochhauskomplex, auf der rechten Seite ein Mädchen, das mit Pinsel und Farbe seine Umwelt bunt bemalt. Eine andere Zeichnung zeigt ein Gehirn, das an roten Fäden hängt. Arabische Schriftzeichen aus Spiegelfolie bilden den Wunsch „Friede für alle“. Und ein großer, bunt gemusterter Kopf schaut dem Betrachter zwischen Maschendraht entgegen. Die Kunstwerke gehören zur Ausstellung „Begrenzung fängt im Kopf an“ und sind bis zum 3. August im großen Saal des Felix-Nussbaum-Hauses zu sehen. Gefertigt wurden sie von 15 Jugendlichen bei einem Workshop in der Kunstwerkstatt der Musik und Kunstschule Osnabrück.

Mit Absperrband, Maschendraht oder Spiegelfolie setzten sie sich dabei mit Themen wie „Begrenzung“ „Ausgrenzung“ und „Grenze“ ebenso auseinander wie mit dem Wunsch nach Frieden und Freiheit. Zum Nachdenken regen auch 13 Holzbüsten im Halbprofil an: Selbstportraits, die von Jugendlichen aus Herkunftsländern wie Afghanistan, Gambia, Irak, Somalia oder Syrien in der Werkstatt des Osnabrücker Bildhauers Franz Greife gefertigt wurden. 

„Begrenzung fängt im Kopf an“

Am Samstag bildete die Ausstellung den Rahmen für den Aktionstag „Kein Raum für Rassismus“, der von Marco Gausmann und Anna Nezel vom Verein Forum Osnabrück für Kultur und Soziales (Focus e.V.) organisiert wurde. Als Teil der Jubiläums-Reihe „20 Jahre - 20 Tage Freunde zu Gast im Felix-Nussbaum-Haus“, setzten junge Leute dabei mit Kunstwerken, Videoinstallationen, Performances und Musik kreative Zeichen gegen Rassismus. So präsentierten junge Musiker den Song „Begrenzung fängt im Kopf an“, den sie in einem Bandworkshop (Kooperation Focus e.V. und Musik. und Kunstschule Osnabrück) unter der Leitung von Franziska Apel und Fabian Wege in nur drei Tagen entwickelt hatten.

Die Videoinstallation „Geh mal zurück in dein Land“ von Yazn Kherullah regte mit eindringlichen Bildern ebenso zum Nachdenken an wie das dreiminütige Video „Hate Speech - Ohne mich!“, das während eines zweitägigen Argumentationstrainings entstanden war und zudem zu einer Podiumsdiskussion anregte. Unter der Leitung von Moderator Matthias Klaes tauschten sich Sandra Grubert (Bündnis gegen Rassismus), Thorsten Kröber (Vorstand Helden e.V.), Performance-Künstler und Social Media-Experte Stefan Tchernboc sowei Antonia Martin Sanabria von der Hochschule Osnabrück aus über Ursachen und Bekämpfung von Rassismus und Cyber-Mobbing aus. Zu freien Gedanken über Ethik und Moral rege auch Tchernbocs  Performance „(Meditation on peace)“ durch eine Geräusch-Collage aus Klängen, Songs und politischen Hassreden an. 

Orientalische Weisen von Sängerin Farah Wardeh und Saz-Spieler Hassan Mahmoud zeigten den harmonischen Zusammenklang verschiedener Kulturen ebenso wie die abschließende Mixed Show „Musik und mehr..“.


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