„Kontraste“ aus Holz „20 Jahre –20 Tage“: Franz Greife baut Installation ins Nussbaum-Haus Osnabrück

Von Anne Reinert


Osnabrück. An Tag zwölf der Reihe „20 Jahre – 20 Tage Freund zu Gast im Felix-Nussbaum-Haus“ hat Holzbildhauer Franz Greife seine Rauminstallation „Kontraste“ in dem Osnabrücker Museum entstehen lassen. Die Arbeit aus Holz bildet einen spielerischen Kontrast zum kalten Beton der Libeskind-Architektur.

Es wird immer enger. Wer unter Franz Greifes Rauminstallation „Kontraste“ hergeht, muss am Ende des langen Gangs den Kopf einziehen. Denn der Abstand zwischen dem Boden und den Haselnussästen, die der Holzbildhauer zwischen den Wänden verspannt hat, nimmt immer mehr ab. Das sorgt für ein ganz neues Raumgefühl.

Franz Greife hat seine Installation am Freitag live vor dem Publikum in Felix-Nussbaum-Haus entstehen lassen. Er ist der zwölfte Gast in der Reihe zum 20-jährigen Bestehen des Hauses. Wer wollte, konnte Greife beim Aufbau helfen.

Luftiger und leichter Gegensatz

Die Installation ist Maßarbeit. Franz Greife nimmt einen Ast, hält ihn von einer Tür zum gegenüberliegenden Türrahmen, kürzt ihn so, dass er genau zwischen die Wände passt. Nach und nach entsteht so ein luftiges Dach.

Wie der Titel sagt, will der Künstler „Kontraste“ zum kalten Beton der Libeskind-Architektur schaffen. Denn seine Installation aus Holz ist „luftig, leicht, spielerisch“ (O-Ton Greife). Das Haselnussholz ist dabei eine Anspielung auf den Maler Felix Nussbaum.

Zumindest beim Aufbau reizt die Installation zum spielerischen Umgang. Wie wäre es etwa mit einem kleinen Limbotanz ganz am Ende des Gangs, wo die Äste so niedrig hängen, dass selbst ein Kind drunter herkriechen muss? Für alle, die sich Sorgen machen, nicht mehr ins Nussbaum-Haus zu kommen: So tief wird es erst hinter den Türen, die links und rechts in die weiteren Räume des Museums führen.

Es wächst Kreativität.

Für die sich abzeichnende Wirkung der Holzinstallation am Freitagnachmittag lässt sich sagen: Sie ist beeindruckend. Das liegt nicht nur daran, dass Holz und Beton einen spannenden Gegensatz bilden. Es wirkt so, als erobere sich etwas auf natürlichem Weg den Raum zurück.

Überhaupt wächst jede Menge im Nussbaum-Haus, nämlich Kreativität. Leer ist das bilderlose Museum am Tag zwölf der Reihe zum 20-jährigen Bestehen eben nicht mehr. Denn was die Künstler und anderen Akteure im Nussbaum-Haus kreieren, das hinterlassen sie auch. Auch Greifes Installation ist in den kommenden Tagen noch zu sehen.


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