Hommage an Felix Nussbaum Stella’s Morgenstern mit Konzert im Osnabrücker Nussbaum-Haus

Von Uta Biestmann-Kotte

Zu Besuch im Nussbaum-Haus: Das Trio Stella’s Morgenstern. Foto: Michael GründelZu Besuch im Nussbaum-Haus: Das Trio Stella’s Morgenstern. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Mit einer sensiblen Mischung aus Liedern und Texten gestalteten Stella Jürgensen und Andreas Hecht vom Trio Stella´s Morgenstern am Donnerstag das Konzert „Begegnungen mit Felix Nussbaum“ in den Räumen des Felix-Nussbaum-Hauses.

Er wird als „Picasso des Realismus“ bezeichnet und gehört als Künstler dennoch einer „vergessenen Generation“ an. Felix Nussbaum (1904-1944) als Menschen und Künstler kennen und verstehen lernen - darum geht es Stella Jürgensen. Wenn die Sängerin und Moderatorin über das Seelenleben des in Auschwitz ermordeten Osnabrücker Malers spricht, wenn sie aus seinen Briefen liest oder aus dem einzig erhaltenen Nussbaum-Inerview zitiert, ist spürbar, dass ihr dieses Schicksal eine Herzensangelegenheit ist.

Als Teil der Jubiläums-Reihe „20 Jahre - 20 Tage Freunde zu Gast im Felix-Nussbaum-Haus“ gestalteten Stella Jürgensen und Andreas Hecht vom Trio Stella´s Morgenstern am Donnerstag ein gut besuchtes Konzert mit Rezitationen, das unter dem Titel „Begegnungen mit Felix Nussbaum“ durch mehrere Räume und Etagen des angenehm kühlen Museums führte. Das Publikum erfuhr dabei im Saal oder im „Raum der Gegenwart“ Wissenwertes über den Menschen Felix Nussbaum, der unter seiner geringen Körpergröße ebenso litt wie unter Existenzängsten im Brüsseler Exil oder der nicht immer leichten Beziehung zu Ehefrau Felka Platek. Briefe und Zitate stammten aus dem Band „Fragezeichen an jeder Straßenecke - zwölf Briefe von Felix Nussbaum“ sowie aus der Nussbaum-Biografie „Orgelmann“ von Mark Schaever. Die Lieder, die Stella´s Morgenstern präsentierten, waren eine sensible Mischung aus traditionellem jüdischem und jiddischem Liedgut, Liedern des Tel Aviver Komponisten Merose sowie neue Vertonungen von Heinrich-Heine-Gedichten. Letzere interpretierte Stella Jürgensen in deutscher Sprache sowie in den englischen Übersetzungen von Jim Reed und David Cram. Zudem begleitete sie Hechts Gitarrenspiel mit Instrumenten wie Shrutibox, Autoharp, Kalimba oder Ukulele. Die Lieder mit oftmals melancholischen Untertönen wirkten wie ein Soundtrack zu Felix Nussbaums allzu kurzem Leben, auf das sich einer der Texte Heinrich Heines übertragen ließe: „Das Glück ist eine leichte Dirne“.


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