Radwege und Poller statt Parkplätze ADFC Osnabrück fordert geschützte Radwege nach Unfall am Schlosswall

Von Jörg Sanders

Der 71-jährige Radfahrer wurde auf dem Radweg von dem Mercedes erfasst. Sein Kopf prallte in die Windschutzscheibe. Foto: Jörg SandersDer 71-jährige Radfahrer wurde auf dem Radweg von dem Mercedes erfasst. Sein Kopf prallte in die Windschutzscheibe. Foto: Jörg Sanders

Osnabrück. Nach dem schweren Unfall mit einem lebensgefährlich verletzten Radfahrer am Donnerstag in Osnabrück fordert der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club Osnabrück (ADFC) mehr Schutz für Fahrradfahrer. An der Unfallstelle am Schlosswall sollten die Parkplätze weichen – zugunsten eines durch Poller geschützten Radweges.

Am Donnerstagmorgen hatte ein 87-jähriger Mann einen 71-jährigen Radfahrer mit seinem Mercedes erfasst und lebensgefährlich verletzt – auf dem Radweg. Der Autofahrer hatte offenbar gesundheitliche Probleme. Der Zustand des Radfahrers ist unverändert. 

Der Fahrer des Mercedes hatte womöglich gesundheitliche Probleme. Foto: Jörg Sanders

Nun fordert der ADFC mehr Schutz für Osnabrücks Radfahrer.

Radweg und Poller statt Parkplätze

Der Verein schreibt, es gehe ihm nicht um eine Schuldzuweisung, wenn ein Schwächeanfall des Mercedesfahrers den Unfall verursacht haben sollte. Nach Ansicht der Radfahrerlobbyisten hätte der Unfall aber womöglich verhindert werden oder zumindest glimpflicher ablaufen können: durch einen durch Poller geschützten Radweg.


Am Unfallort sei für solch eine Maßnahme ausreichend Platz, „denn der vorhandene Parkstreifen kann ohne größere Probleme in einen asphaltierten Radweg umgewandelt werden”, schreibt der ADFC in einer Mitteilung. Das wäre eine sinnvolle Ergänzung zum Radweg am Heger-Tor-Wall, der derzeit erneut wird. „Dieses sollte so mittelfristig umgesetzt werden, um den gesamten Wall für Radfahrer sicherer zu machen”, schreibt der ADFC.Der ADFC fordert, die Parkplätze zu entfernen und stattdessen einen breiten Radweg – abgesichert durch Poller – zu installieren. Foto: Jörg Sanders


Geschützter Radweg ohne Schutz

Eigentlich sollte Osnabrück noch in diesem Jahr seinen ersten geschützten Radweg am Heger-Tor-Wall erhalten. Die Stadt baut den Streckenabschnitt zwischen Dielinger- und Katharinenstraße in Richtung Schlosswall gerade um. Doch die sogenannten angekündigte Protected Bike Lane kommt nicht in ihrer ursprünglich geplanten Form. Zwar wird der Radweg dort erheblich breiter als zuvor, allerdings verzichtet die Stadt vorerst auf eine bauliche Trennung zwischen Radweg und Fahrbahn.

Derzeit wird ein Teil des Heger-Tor-Walls neu gestaltet. Der Radweg dort wird erheblich breiter, allerdings verzichtet die Stadt vorerst auf eine bauliche Trennung zwischen Fahrbahn und Radweg, wie sie auf dem Foto zu sehen ist (rote Balken). Foto: Jörn Martens

Allerdings kann die Stadt die bauliche Trennung nachträglich ergänzen, sofern sich das als nötig erweisen sollte, etwa, wenn Autos auf dem Radweg halten und parken.

Dem Mercedesfahrer wurde auf Anordnung der Staatsanwaltschaft eine Blutprobe entnommen. Das Ergebnis liegt noch nicht vor, sagte Polizeisprecherin Mareike Edeler.


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