Neue Idee Osnabrücker FDP schlägt Anrufbus für FMO-Linie vor

Von Wilfried Hinrichs

Der FMO-Shuttle wird Ende August eingestellt. Foto: Sebastian StrickerDer FMO-Shuttle wird Ende August eingestellt. Foto: Sebastian Stricker

Osnabrück. Neue Idee für den FMO-Shuttlebus: Der Osnabrücker FDP-Ratsherr Robert Seidler schlägt eine Art Anrufbus vor, betrieben von mehreren Partnern.

Die Stadtwerke wollen den FMO-Shuttle X150 zwischen Osnabrück und dem Flughafen Münster/Osnabrück (FMO) Ende August einstellen, weil sie zu wenig genutzt wird. Pro Fahrt wird nach Angaben der Stadtwerke im Durchschnitt nur ein Fahrgast befördert. Nachfrage und Kosten stünden in keinem angemessenen Verhältnis. Flughafenchef Rainer Schwarz, FMO-Beschäftigte und Fahrgäste übten harsche Kritik an der Entscheidung. 

FDP-Ratsherr Robert Seidler, Mitglied des Aufsichtsrates der Stadtwerke, bringt nun eine andere Idee in Spiel: den Rufbus auf Bestellung. Seidler schlägt vor, eine Tochtergesellschaft zu gründen, die den Stadtwerken einen Shuttlebus zur Verfügung stellt. Als Partner sollte ein Taxiunternehmer gewonnen werden, der den Bus fährt – allerdings nur, wenn er wirklich gebraucht wird. Wer zum Flughafen will, kann nach Seidlers Idee den Bustransfer telefonisch anfordern. Dadurch würden Leerfahrten und hohe Kosten vermieden. 

"Man sollte das sechs bis zwölf Monate als Probephase laufen lassen", sagte Seidler. Sollte sich herausstellen, dass dieser Betrieb keine Verluste einfahre, könnte er der Anrufbus eine Dauereinrichtung werden. "Ein Win-Win-Situation für alle Beteiligten", meint Seidler.

Busse, die sich auf Anruf in Bewegung setzen, gibt es in manchen ländlichen Regionen. Die Stadt Georgsmarienhütte beispielsweise unterhält zwei Anrufbusse, die zwischen den Stadtteilen verkehren. Die Nutzerzahlen sind nach Angaben der Stadt kontinuierlich gestiegen. Fahrgäste müssen spätestens eine Stunde vor Fahrtbeginn den Bus telefonisch anfordern. Der fährt dann auf der festgelegten Linie. Der Fahrpreis orientiert sich an den üblichen Tarifen im regionalen Nahverkehr. Den Service lässt sich die Stadt Georgsmarienhütte jährlich 270.000 Euro kosten.

Nach Bustarif oder Taxameter – nach welchen Kriterien der Fahrpreis in einem Anruf-FMO-Bus bemessen würde, kann Seidler zu diesem Zeitpunkt nicht sagen. "Das wäre Sache der Partner, das auszuhandeln." Er werde in der nächsten Sitzung des Aufsichtsrates der Stadtwerke den Vorschlag einbringen. "Den Rest sollen dann die Fachleute klären."



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