Erste Osnabrückerin ausgeschieden Leistungsschau für die Rubensfrau: „Curvy Supermodel“ ist zurück

Von Hendrik Steinkuhl


Osnabrück. Bauchweg-Bikini-Hosen, erlaubte Cellulite und Kirsch statt Klum: Die RTL-2-Castingshow „Curvy Supermodel“ ist wieder da. An der aktuellen Staffel nehmen gleich drei Kandidatinnen aus der Region teil, für die Osnabrückerin Cara Wempe kam allerdings schon in der ersten Sendung das Aus.

Wollte ihr Jana Ina Zarella zu verstehen geben, sie möge doch mal lächeln? Ein weit aufgerissener Mund und zwei in die Luft gestreckte Zeigefinger – das war, um es auf Bauer-sucht-Frau-Deutsch zu sagen, die Manöverkritik der brünetten Brasilianerin an der wohlgeformten Waldorfschülerin aus Osnabrück.

„Üb die Sachen, geh vorm Spiegel“

Viel bekamen die Zuschauer von Cara Wempes Auftritt nicht zu sehen, er war lediglich Teil eines Zusammenschnitts von Kandidatinnen, die es nicht in den Recall schafften. Doch immerhin das Urteil von Juror, Tänzer, Model und Linguist Oliver Tienken war zu vernehmen: „Üb die Sachen, geh vorm Spiegel, teste dich aus, und dann wirds in der Zukunft mit Sicherheit besser für dich laufen.“ Zum Schluss folgte noch ein dickes Kompliment: „Weil hübsch bist du definitiv.“

Dass sich Cara Wempe so früh verabschieden muss, ist schade. Denn die 17-Jährige ist nicht nur hübsch, sondern auch sehr sympathisch. Als Waldorfschülerin wird sie sich nach dem frühen Aus aber ganz bestimmt nicht in einer Ecke verkriechen, denn die gibt es in Waldorfschulen bekanntlich nicht.

„Ich sehe eine sehr schöne Frau, aber ich sehe kein Model“

Die zweite Osnabrücker Teilnehmerin bei „Curvy Supermodel“ ist dagegen noch im Geschäft, denn Janina Kunert gehört zu den Kandidatinnen, deren Fotos RTL 2 medial verbreitet.

In der ersten Folge hatte allerdings auch sie nur einen ganz kurzen Auftritt, und zwar in einer Vorschau am Ende der Sendung. Die Zuschauer sahen, wie Janina Kunert mit versteinertem Gesicht das Urteil von Jurorin und Curvy-Topmodel Angelina Kirsch vernahm: „Ich sehe eine sehr schöne Frau, aber ich sehe kein Model.“ Ärgerlich, aber mit Blick auf die Konkurrenz muss man festhalten, dass es für die Osnabrückerin im Kampf um eine vordere Platzierung trotz dieser Einschränkung noch reichen dürfte.

17-jährige Kölner Putzfrau überzeugt die Jury

Die dritte Teilnehmerin der Region, Mona Gausmann aus Georgsmarienhütte, trat in der Auftaktfolge gar nicht in Erscheinung. Ob sie es in den Recall geschafft hat, ist fraglich; genau wie Cara Wempe gehört sie nicht zu den Kandidatinnen, mit deren Bildern RTL 2 für die Show wirbt. Auf Anfrage bekommt man aber auch ihr Foto, plus Steckbrief, den die zuständige Agentur sogar laufend aktualisiert. „Statt ‚Trampolinspringen‘ hat sie jetzt bei Hobbys ‚Reiten‘ genommen, das ist aktueller bei ihr“, heißt es in einer Mail an unsere Redaktion.

Unter den Kandidatinnen, die sich in der ersten Ausgabe präsentierten, überzeugte vor allem eine Kölner Putzfrau: Die 17-jährige Ines war hübscher und charismatischer als alle Konkurrentinnen und ertrug es sogar tapfer, als ihr Juror Oliver Tienken im Stile eines Klischeeschwulen aus Dankbarkeit für ihren Auftritt um den Hals fiel.

Herzschmerz-Soße mit Bulimikerinnen

Das direkte Gegenteil von Ines war die überdrehte Französin Georgia, die ein boshafter Maskenbildner auch noch auf Mitte 40 geschminkt hatte. Noch boshafter war nur Angelina Kirsch, sie vernichtete die Kandidatin mit leicht durchschaubaren Euphemismen: „Sie hat im Vergleich ein weniger starkes Gesicht, und die Proportionen sind auch schwierig.“

Die übliche Herzschmerz-Soße gab es in Folge eins von „Curvy Supermodel“ natürlich auch: Die beiden früheren Bulimikerinnen Adina und Vera mussten sich über ihre Krankheit austauschen, im Hintergrund lief das unvermeidbare E-Piano. Wenig später erklärte die Jury, dass es nur eine von beiden in den Recall schaffen werde. Zwei Kandidatinnen mit der gleichen Essstörung wären auch zu viel für eine Casting-Show.

„Bäm!“, „Hammer!“ und „Meega!“

Es traf schließlich Adina, die unmittelbar losheulte, die Konkurrentin und ehemalige Leidensgenossin Vera schloss sich an. Man war erleichtert, als beide, gewärmt von einer Ikea-Decke, im Backstage-Bereich ihre Fassung wiedergewannen.

Zum Schluss dieser Rezension noch der Service für die Bullshit-Bingo-Spieler: Ganz vorne lag in der Auftaktfolge der Ausruf „Bäm!“ mit insgesamt 15 Nennungen, dicht gefolgt vom „Hammer!“, der 14-mal fiel, und Dieter Bohlens Lieblingswort „Meega!“, das die Jury 13 mal rief.


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