Abkühlung bei 34 Grad Die große Bädertour: So schön sind die Freibäder rund um Osnabrück

Von Oliver Wichmann

Abgetaucht und abgekühlt: Die achtjährige Jolina genießt die Ferien im Panoramabad in GMHütte. Foto: Michael GründelAbgetaucht und abgekühlt: Die achtjährige Jolina genießt die Ferien im Panoramabad in GMHütte. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Im Wasser macht selbst der heißeste Sommer Spaß. Rund um Osnabrück bieten zahlreiche Freibäder Abkühlung. Wie ist die Stimmung zwischen Sprungturm, Liegewiese und Pommesbude? Unser Mitarbeiter hat sich auf große Bädertour begeben.

9 Uhr, Solefreibad Bad Rothenfelde, 27 Grad: Morgenstimmung im Solefreibad am Kurpark. Schwimmmeister Ludwig Holkenbrink erscheint mit nassen Händen. Er hat gerade die Filter des Schwimmbeckens gereinigt. Die Frühschwimmer, die bereits von 5.45 Uhr bis 7.15 Uhr geschwommen sind, haben das Bad längst wieder verlassen. Das Angebot gebe es schon seit 50 Jahren, erzählt der 59-Jährige, während er gemütlich auf einem Liegestuhl Platz nimmt. „Das ist alles historisch gewachsen, auch im alten Freibad gab es die Gruppe schon.“ Teilnehmer sind hauptsächlich Berufstätige, die vor der Arbeit schwimmen gehen, oder Rentner. Jetzt, um kurz nach 9 Uhr, ziehen im 50 Meter langen Becken die ersten Schwimmer ihre Bahnen, die Liegeflächen sind bisher nur sporadisch besetzt. Auch der Kiosk hat noch geschlossen. Die vorbeilaufenden Badegäste grüßen den seit 1985 im Freibad tätigen Schwimmmeister freundlich – man kennt sich.

Schwimmmeister Ludwig Holkenbrink wartet im Bad Rothenfelder Solefreibad auf den großen Ansturm der Besucher. Foto: Oliver Wichmann

Die Menschen schätzen hier die ruhige, gepflegte Atmosphäre, aber auch der Kurort an sich lockt Gäste an. Das spiegelt sich auch in den Zahlen wider: Holkenbrink gibt an, dass mit 41 000 Besuchern der Einnahmeansatz für dieses Jahr bereits erreicht sei. Er geht davon aus, dass die 60 000er-Marke dieses Jahr noch geknackt wird. „So viele hatten wir zuletzt beim Sommermärchen 2006.“ Später werden noch die Kurgäste eintreffen, aber auch viele junge Familien suchen im Laufe des Tages ihren Weg in das Freibad.

Das Solefreibad in Bad Laer aus der Vogelperspektive. Foto: Oliver Wichmann

10 Uhr, Solefreibad Bad Laer, 29 Grad: Kinder toben im Wasser, die ältere Generation sucht den Schatten auf der Terrasse, um den Morgenkaffee zu genießen, manche spielen Sudoku. Dabei wird sich ausgetauscht und darüber gesprochen, wie herrlich es doch an diesem Ort ist. Man spürt sofort, dass sich Familien hier besonders wohlfühlen. „Das ist über Jahrzehnte gewachsen, Familien gehen hier seit drei Generationen hin“, bestätigt Lars Gelhaar, seit 2005 Leiter des Freibads, den Eindruck. Auch die Gäste wissen das zu schätzen: Bereits 1980 Dauerkarten wurden für diese Saison schon verkauft. Trotz dieser Zahlen geht es hier etwas beschaulicher und ruhiger als in anderen Freibädern zu.

Besonderheit in Bad Laer: die Dusche mit einem Solegehalt von 7,5 Prozent. Foto: Oliver Wichmann

Eine Besonderheit in Bad Laer ist die Soledusche mit einem Solegehalt von 7 Prozent, die nur aus dem Eigendruck der im Boden vorkommenden Sole betrieben wird, wie Gelhaar erklärt. Vor dem Eingang bildet sich langsam eine Schlange, das Bad wird voller. Auch Gelhaar muss nun wieder seinen Verpflichtungen nachkommen, ein Kind ruft laut: „Lars, die Rutsche hat kein Wasser mehr.“ Also geht es weiter ins nächste Freibad.

11.30 Uhr, Freibad Bad Iburg, 30 Grad: Der Parkplatz ist bereits voll, die Besucher müssen auf die umliegenden Seitenstraßen ausweichen. Vor dem Schwimmbad ist allerdings noch keine Schlange zu erkennen. 135 Besucher haben seit 7.30 schon eine Abkühlung gesucht, wie das Kassensystem anzeigt. „Vormittags kommen hauptsächlich Rentner und ältere Menschen, um ihre Bahnen zu ziehen“, gibt Björn Bulk an, seit eineinhalb Jahren als Fachkraft für Bäderbetriebe angestellt.

Erfrischung naht: Sprung vom Drei-Meter-Brett im Bad Iburger Freibad. Foto: Oliver Wichmann

Einige Jugendliche sind trotzdem anzutreffen. Sie haben die einzig richtige Wahl getroffen und beschlossen, heute den ganzen Tag im Schwimmbad zu verbringen. Seit geraumer Zeit haben sie den Sprungturm in Beschlag genommen und sichtlich Spaß dabei, sich an verschiedenen Kunstsprüngen auszuprobieren. Andere Gäste gehen den Tag am kühlen Nass lieber etwas entspannter an und suchen sich ein schönes Plätzchen auf der großen Liegewiese. Zwei junge Männer spielen Volleyball. „Das ist bei uns im Freibad durchaus eine Seltenheit, das Volleyballfeld wird leider nicht so gut angenommen“, zeigt sich Bulk verwundert. Am Dienstag sei mit 700 Besuchern der bisher beste Tag der Saison gewesen, gibt der 28-Jährige an, auch heute wird mit einer ähnlichen Zahl gerechnet.

Hitze und Sonne haben nicht nur im Bad Iburger Freibad die Rasenflächen vertrocknet. Foto: Oliver Wichmann

13 Uhr, Panoramabad GMHütte, 31 Grad: Auf dem Gelände am Carl-Stahmer-Weg herrscht großer Trubel. Die Frühschwimmer mit eingerechnet, sind bereits 650 Gäste in das Wasser eingetaucht. Das gute Wetter spielt dem Betreiber deutlich sichtbar in die Karten. 23 000 Gäste sind in dieser Saison bisher gezählt, 62 Prozent mehr als voriges Jahr, wie Torsten Meyer von der Stadtwerke GMHütte angibt. 2017 wurde das Freibad komplett modernisiert und um einige Attraktionen erweitert. 

Viel Spaß unter Wasser: Ida und Jolina genießen die Sommerferien im Panoramabad in Georgsmarienhütte. Foto: Michael Gründel

Bei den Kindern kommt die in der Region einzigartige „Flugrutsche“ besonders gut an. Mutige Freibadgänger rutschen hier rasant in die Tiefe und fliegen anschließend ungefähr einen Meter weit ins Becken. Auf den Liegewiesen sind viele junge Familien anzutreffen.

Mittagshitze im Hagener Freibad. Zum Glück bilden sich kurzzeitig Quellwolken und sorgen dafür, dass die Sonne nicht allzu heftig knallt. Foto: Oliver Wichmann

13.45 Uhr, Freibad Hagen, 32 Grad: Mittagszeit in Hagen. Die Besucher sitzen an der Cafeteria und essen Pommes und Chicken Nuggets. Am Eingang ersetzt ein zügig arbeitender Automat das Kassenpersonal. Die Sonne hat sich tatsächlich für einige Minuten hinter Quellwolken versteckt. Ob es heute noch gewittert? Zu hoffen wäre es angesichts der drückenden, schwülwarmen Hitze. Der heiße Sommer hat auch hier seine Spuren hinterlassen, die Liegewiese des Schwimmbads ist ausgetrocknet.

Auf keinen Fall den Sonnenschutz vergessen. Foto: Oliver Wichmann

14.45 Uhr, Westerkappeln, 33 Grad: Die Sonne scheint unnachgiebig vom Himmel, es sind gefühlte 38 Grad. Die Gäste des Freibads Bullerteich flüchten in die rar gesäten Schattenplätze unter den Bäumen, nur Hartgesottene halten es noch in der Sonne aus. Höchste Zeit, auf der Bädertour selbst einmal abzutauchen und die Abkühlungsqualitäten des Wassers zu testen. Die Erfrischung ist leider nur von kurzer Dauer. Das Abtrocknen ist überflüssig, die Sonne erledigt das in Rekordzeit. Am Morgen hatte Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer im Freibad eine erfreuliche Zwischenbilanz der Saison gezogen. Bis Mittwochmorgen kamen mehr als 42 200 Besucher – fast so viele wie im gesamten Sommer 2017. Vielleicht liegt es am niedrigen Eintrittspreis. Kinder zahlen nur einen Euro.

Schattenplätze sind heiß begehrt. Foto: Oliver Wichmann

16 Uhr, Waldbad Schledehausen, 34 Grad: Die Wolken haben sich wieder zurückgezogen, und die Luft ist aufgeheizt, der Sommertag hat sein Zenit erreicht. Auszuhalten ist es nur noch im Wasser. Das kleine Schwimmbecken ist randvoll mit Badegästen. Die restlichen Besucher tummeln sich im Schatten der Bäume des anliegenden Waldes oder suchen Schutz in den eigenen Strandmuscheln. Ein Vater mit seinem Sohn lässt sich trotz der Hitze nicht an einer sportlichen Herausforderung hindern und spielt mit seinem Sohn eine Partie Tischtennis.

Proppenvoll ist am späten Nachmittag das Schwimmbecken im Waldbad Schledehausen. Foto: Oliver Wichmann

17.30, Stichkanal Osnabrück-Pye, 34 Grad: Der Tacho zeigt mittlerweile 110 gefahrene Kilometer an. Der Reporter hat jetzt Feierabend und braucht ganz dringend eine Abkühlung, eine achtstündige Tour durch den Landkreis Osnabrück mit nur schlecht funktionierender Klimaanlage hinterlässt deutlich ihre Spuren. Am Kanal sind hauptsächlich Leute, denen die Freibäder zu voll sind oder die unbeheiztes Wasser bevorzugen. Also schnell in die Badehose wechseln und ab ins Wasser. Nach zehn Minuten zieht ein Gewitter mit Starkregen auf, und die rund 30 Menschen verlassen fluchtartig die kleine Wiese. Knall auf Fall ist der bisher heißeste Sommertag des Jahres beendet.


Infos und Öffnungszeiten

Solefreibad Bad Rothenfelde

Geöffnet: Mo. bis Fr., 8.30 bis 20.30 Uhr, Sa./So., bis 19.30 Uhr, Frühschwimmen, Mo. bis Fr., 5.45 bis 7.15 Uhr 

Eintritt: 3,50 Euro (Erwachsene), bis 18 Jahre 1,70 Euro, bis 6 Jahre frei; Pommes kosten 2 Euro

Anfahrt: Frankfurter Straße 15, 49124 Bad Rothenfelde 

Besonderheiten: in allen Becken Badewasser mit zwei Prozent Solegehalt

Solefreibad Bad Laer

Geöffnet: Mo. bis Fr., 6 bis 20 Uhr, Sa./So., 7 bis 19 Uhr 

Eintritt: 3,90 Euro (Erwachsene), 3,30 Euro (ermäßigt), 2,20 Euro (Kinder ab 4 Jahre); Pommes kosten 2 Euro

Anfahrt: An der Badeanstalt 1, 49169 Bad Laer 

Besonderheiten: Badewasser mit 2,5 Prozent Sole, Dusche mit 7,5 Prozent Sole

Freibad Bad Iburg

Geöffnet: Mo. bis Fr.,7.30 bis 20 Uhr, Sa./So.,8 bis 20 Uhr

Eintritt: 3 Euro (Erwachsene), 

2 Euro (ermäßigt) , 7 Euro (Familien bis 3 Kinder); Pommes kosten 2 Euro

Anfahrt: Sebastian-Kneipp-Allee 40, 49186 Bad Iburg 

Besonderheiten: 3-Meter-Sprungbrett

Waldbad Alt-Georgsmarienhütte

Geöffnet: Mo. bis Fr., 10 bis 20 Uhr, Sa./So., 10 bis 19 Uhr

Eintrittspreise: 3 Euro (Erwachsene), 2 Euro (ab 12 Jahren), 0,50 Euro (ab 5 J.)

Anfahrt: Am Waldbad 1B, 49124 Georgsmarienhütte 

Besonderheiten: Quellwasser speist die Becken, Fünf-Meter-Sprungbrett

Panoramabad Georgsmarienhütte

Geöffnet: Mo. bis Fr., 6 bis 20 Uhr, Sa./So.,8 bis 19.30 Uhr 

Eintritt: 4,50 Euro, Sa. 5,50 Euro (Erwachsene), 3 Euro, Sa. 3,70 Euro (Erwachsene ermäßigt), 3,70 Euro, Sa. 2,80 (bis 16 Jahre), 2,10, Sa. 2,80 Euro (Kinder ermäßigt), bis 3 Jahre frei; Pommes kosten 2,40 Euro 

Anfahrt: Carl-Stahmer-Weg 37, 49124 Georgsmarienhütte 

Besonderheiten: Schaukelgrotte, Flugrutsche, Volleyballfeld

Freibad Hagen

Geöffnet: Mo. bis Fr., 10 bis 20 Uhr, Sa./So., 9 bis 19 Uhr 

Eintrittspreise: 3 Euro (Erwachsene), 2 Euro (ermäßigt), 7 Euro (Familien bis drei Kinder); Pommes kosten 2 Euro 

Anfahrt: Beckeroder Platz 16, 49170 Hagen 

Besonderheiten: 50 -Meter-Bahn, Sprungturm

Naturbad Hasbergen

Geöffnet: täglich von 10 bis 20 Uhr 

Eintrittspreise: 4 Euro (Erwachsene), 2 Euro (ermäßigt und Kinder), bis 3 Jahre frei.

Anfahrt: Am Hüvel 3, 49205 Hasbergen

Besonderheiten: natürliches Wasser, Filteranlage, Becken mit Kiesstrand

Freibad Bullerteich Westerkappeln

Geöffnet: Mo., 13 bis 20 Uhr, Di. und Do., 6.30 bis 20 Uhr, Mi. und Fr., 8 bis 20 Uhr 

Eintrittspreise: 3 Euro (Erwachsene), 1 Euro (Kinder), bis

7 Jahre frei; Pommes kosten 2 Euro

Anfahrt: Bullerteichstraße 12, 49492 Westerkappeln 

Besonderheiten: Drei-Meter-Turm

Waldbad Schledehausen

Geöffnet: täglich von 9 bis 20 Uhr 

Eintrittspreise: 3 Euro (Erwachsene), 2 Euro (Jugendliche von 14 bis 18 Jahren), 1 Euro (Kinder ab 6 Jahren), bis 6 Jahre frei; Pommes kosten 2 Euro

Anfahrt: Weldeweg 3, 49143 Bissendorf 

Besonderheiten: Wasserrutsche, Lage im Wald

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