Mahnmal für ertrunkene Flüchtlinge Unbekannte errichten Grab-Attrappe im Osnabrücker Schlossgarten

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Unbekannte haben im Osnabrücker Schlossgarten ein Kreuz aufgestellt. Es ist ein Mahnmal für die vielen toten Flüchtlinge. Foto: Jörg SandersUnbekannte haben im Osnabrücker Schlossgarten ein Kreuz aufgestellt. Es ist ein Mahnmal für die vielen toten Flüchtlinge. Foto: Jörg Sanders

Osnabrück. Noch immer ertrinken zahlreiche Flüchtlinge im Mittelmeer bei ihrem Versuch, von Afrika nach Europa zu gelangen. Im Osnabrücker Schlossgarten haben Unbekannte nun ein Kreuz aufgestellt. Es ist ein Mahnmal für die vielen Toten.

Mitten auf der großen Rasenfläche des Schlossgartens steht einsam das Kreuz. Blumen wurden gepflanzt, Kerzen stehen auf dem symbolischen Grab. An dem Kreuz befindet sich ein Zettel mit der Aufschrift: „Den Toten an Europas Außengrenzen”.

Unbekannte haben im Osnabrücker Schlossgarten ein Kreuz aufgestellt. Es ist ein Mahnmal für die vielen toten Flüchtlinge. Foto: Jörg Sanders

Unklar ist, wer das Kreuz dort aufstellte – ein entsprechender Hinweis fehlt. Der Allgemeine Studierendenausschuss der Uni (AStA) teilte auf Anfrage mit, er habe es dort nicht aufgestellt und wisse auch nicht, wer es war.

Europa schottet sich zunehmend ab

Das Kreuz ist unzweifelhaft eine Erinnerung an die zahlreich ertrunkenen Flüchtlinge im Mittelmeer. Denn während sich die EU zunehmend abschottet und Migranten künftig in Afrika in Lager stecken will – was die nordafrikanischen Länder jedoch allesamt ablehnen –, sterben weiterhin zahlreiche Menschen bei der Überfahrt nach Europa. 

Der Schlossgarten aus der Luft. Foto: David Ebener

Massengrab Mittelmeer

In diesem Jahr ertranken bereits mehr als 1400 Flüchtlinge im Mittelmeer. Erst vergangene Woche waren mindestens 30 Flüchtlinge vor der Küste Zyperns gestorben. Auch Kinder ertrinken weiterhin im Mittelmeer – wie Ende Juni vor Libyens Küste. Einige Länder verweigern inzwischen sogar Seenotrettern das Einlaufen in ihre Häfen – und gehen sogar gegen sie vor.

Der kleine syrische Aylan Kurdi starb im September 2015 im Mittelmeer. Seine Leiche wurde an der türkischen Küste angeschwemmt. Das Bild des toten kleinen Jungen sorgte weltweit für Aufsehen. Europa setzt derweil zunehmend auf Abschottung und auf Lager in Afrika. Dieses Foto zeigt eine Sandskulptur, die in Palästina kurz nach Aylans Tod gebaut wurde. Archivfoto: imago/ZUMA Press

Weiterlesen: Der tote Junge am Strand und sein gebrochener Vater

Flashmob am Dom

In Osnabrück findet ab Samstagmittag eine Spendensammlung zugunsten der privaten Seenotretter Sea-Watch statt. Um 12 Uhr soll ein Flashmob an die 1405 im Mittelmeer ertrunkenen Flüchtlinge erinnern. Dazu sollen alle Teilnehmer rote oder orangefarbene Warnwesten mit der Zahl 1405 auf dem Rücken anziehen. Am Dom wollen sich die Teilnehmer fünf Minuten schweigend auf die Straße stellen. Weitere Informationen zu der Aktion auf https://50ausidomeni.de/leben-retten-menschen-auf-der-flucht-schuetzen-aktion-seebruecke-osnabrueck/


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