Drei Herzen in einer Brust Kabarettistin Liza Kos im Haus der Jugend in Osnabrück

Von Thomas Wübker

Integrations-Kabarett zeigt Liza Kos am kommenden Mittwoch in Osnabrück. Foto: Michel KitengeIntegrations-Kabarett zeigt Liza Kos am kommenden Mittwoch in Osnabrück. Foto: Michel Kitenge

Osnabrück. Alle reden über Integration – Özil sei Dank. Liza Kos macht sich darüber lustig. In ihrem runderneuerten Programm „Was glaub‘ ich, wer ich bin?!“ spielt die gebürtige Russin mit ihrer eigenen Biografie. Am Mittwoch, 8. August, ist sie im Innenhof des Hauses der Jugend in Osnabrück zu Gast.

Liza Kos wurde 1981 in Moskau als Tochter des russischen Komponisten und Organisten Yury Kostyuk und der Physik- und Englischlehrerin Natalia Kostyuk als Elizaveta Kostyuk geboren. 1996 kam sie mit ihren Eltern und ihrem Bruder als Kontigentflüchtling nach Deutschland. Hier lernte sie türkisch, später das um Aachen gesprochene „Öcher Platt“ und dann Hochdeutsch. Um sich komplett zu integrieren, erlernte sie den Beruf der Gestaltungstechnischen Assistentin.

Doch Liza Kos wurde aus Versehen Kabarettistin, wie sie der taz in einem Interview erzählte. „Ich habe auf der Bühne einfach mit dem Naheliegendsten angefangen, meinem Leben. Aus Versehen ist das dann lustig geworden.“ Als sie nach Deutschland kam, verliebte sie sich in einen Türken, konvertierte zum Islam, sagte sich öffentlich los und ließ sich wieder taufen. Daher kennt sie drei Kulturen von innen: Die türkische, die russische und die deutsche. Eine perfekte Vorlage für eine Kabarettistin.

Von Minirock und weiße Stiefel tragenden Russinnen, die Wodka trinken, über Türkinnen, die ihren Mann von hinten im Auge behalten, bis zu mülltrennenden Deutschen, wird jede Nation in ihrem Programm „Was glaub‘ ich, wer ich bin?!“ durch den Kakao gezogen. Dank ihrer „integrationsbedingten Persönlichkeitsspaltung“, wie sie selbst über sich sagt, schlüpft Liza Kos in die verschiedenen Rollen, die sie ja selbst gelebt hat. Ihr Programm ist ein unterhaltsamer Mix aus Persiflage, Parodie und Liedern.

„Liza Kos macht keine windkanalgeglättete Comedy, und ihr Habitus auf der Bühne changiert von irritierend verrückt bis verführerisch verpeilt. Ihr Wortwitz ist clever, leichtfüßig und punktgenau eingesetzt, ihr Gespür für bewusst verzögerte und überraschende Pointen exzellent“, schrieb der Bonner General-Anzeiger.

Liza Kos, Haus der Jugend/Innenhof, Osnabrück, Mi., 8. 8., 20 Uhr, Eintritt: 13 Euro, Infos und Tickets unter http://fokus-os.de und Tel. 0541/28956.





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