Immer mehr Ausbildungsplätze unbesetzt IHK Osnabrück warnt: Es mangelt an geeigneten Bewerbern

Meine Nachrichten

Um das Thema Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

In vielen Branchen bleiben Ausbildungsplätze unbesetzt. Davon ist auch das Lebensmittelhandwerk betroffen. Foto: dpa/Emily WabitschIn vielen Branchen bleiben Ausbildungsplätze unbesetzt. Davon ist auch das Lebensmittelhandwerk betroffen. Foto: dpa/Emily Wabitsch

Osnabrück. Mehr als jedes dritte Unternehmen in der Region konnte im vergangenen Jahr nicht alle angebotenen Ausbildungsplätze besetzen. Das ist das Ergebnis der Ausbildungsumfrage der Industrie- und Handelskammer, an der sich im Frühjahr 2018 mehr als 120 Unternehmen beteiligten.

„Die Besetzungsprobleme der Unternehmen verschärfen sich durch die Auswirkungen des demografischen Wandels und den anhaltenden Trend zum Studium“, wird Eckhard Lammers, stellvertretender Hauptgeschäftsführer und Leiter des Geschäftsbereiches Aus- und Weiterbildung der IHK, in einer Pressemitteilung zitiert.

Als Hauptgrund für die Besetzungsprobleme sehen die Unternehmen der Region den Mangel an geeigneten Bewerbern. Fast jedes dritte Unternehmen mit unbesetzten Ausbildungsplätzen gab zudem an, erst gar keine Bewerbungen erhalten zu haben. „Diese Ergebnisse spiegeln die bundesweiten Trends wider“, so Lammers unter Hinweis auf eine entsprechende Analyse des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), die jetzt vorgestellt wurde.

Integration von Flüchtlingen wichtig

„Dabei nutzen die Unternehmen bereits eine Vielzahl an Maßnahmen, um Jugendliche für eine duale Ausbildung zu begeistern“, erläutert der Geschäftsbereichsleiter. Sie bieten vermehrt Praktikumsplätze an und verstärken ihr Ausbildungsmarketing, um Schüler auf die Ausbildung im Unternehmen aufmerksam zu machen. Auch neue Bewerbergruppen, wie zum Beispiel Studienabbrecher, rücken in den Fokus der Betriebe. Außerdem ist für jedes vierte Unternehmen die Integration von Flüchtlingen ein Weg, Ausbildungsplätze zu besetzen. Bereits 17 Prozent der befragten Unternehmen bilden aktuell bereits Flüchtlinge aus.

Aus Sicht der Unternehmen muss vor allem die Berufsorientierung in den allgemeinbildenden Schulen verstärkt werden. Unklare Berufsvorstellungen der Schulabgänger stellen das größte Ausbildungshemmnis dar. Die IHK-Umfrage belegt, dass die Unternehmen vor diesem Hintergrund verstärkt mit Schulen in ihrer Umgebung kooperieren wollen, um den Schülern realistische Einblicke in die Berufswelt zu ermöglichen.

Die IHK Osnabrück–Emsland–Grafschaft Bentheim macht sich für eine Karriere mit Lehre stark und berät junge Menschen und deren Eltern zu Berufswegen. Sie hilft Unternehmen bei der Nachwuchsgewinnung und unterstützt die betriebliche Integration von Flüchtlingen. Die Ergebnisse der regionalen Umfrage können auf www.osnabrueck.ihk24.de/ausbildungsumfrage heruntergeladen werden. Die bundesweiten Ergebnisse sind beim DIHK unter der Adresse www.dihk.de/ressourcen/ downloads/ausbildungsumfrage-2018.pdf/at_download /file?mdate=1531897730046 zu finden.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN