Doppelspitze im Indianer-Dorf Wilde Abenteuertage im Osnabrücker GZ Ziegenbrink

Von Thomas Wübker

Zu Indianerinnen wurden Stella (9) und Anna  (7) bei den Wilden Abenteuertagen am GZ Ziegenbrink. Foto: Philipp HülsmannZu Indianerinnen wurden Stella (9) und Anna (7) bei den Wilden Abenteuertagen am GZ Ziegenbrink. Foto: Philipp Hülsmann

Osnabrück. Drei Indianer-Clans sind seit Montag am GZ Ziegenbrink ansässig. Dort finden noch bis Freitag die „Wilden Abenteuertage“ satt. Der Stamm der roten Feder, die Himmelsstürmer und Fuchsauge bestehen aus 20 Mädchen und Jungen, die sich im Garten ein kleines Indianerdorf gebaut haben und auch Häuptlinge haben – und zwar jeder Clan mit einer Doppelspitze.

Die Indianer vom Ziegenbrink sitzen nicht faul rum oder liegen träge in der Sonne – sie sind fleißig. Am Montag haben sie ihr Dorf aus Tipis gebaut mit Holz, das sie im Wald gesammelt haben. Dort haben sie übrigens auch Brombeeren und Mirabellen gefunden.

Am Dienstag wird viel gebastelt, gemalt und gehämmert. Wie in den meisten Indianer-Dörfern steht auch am Ziegenbrink ein Totem. Der besteht aus drei Teilen, die jeweils von einem Clan hergestellt wird. Einem Totem, der eine Art Gruppenabzeichen ist, werden heilende und beschützende Kräfte zugesprochen. Aber auch Kleidung und Schmuck wurden am Dienstag von den Indianern hergestellt.

Laurenz (8) vom Clan Fuchsauge hat in sein Tipi ein Loch gebuddelt und es mit Ästen bedeckt. Das Loch fungiert als Kühlschrank. Darin sollen die Beeren gelagert werden, die seine Clan-Schwestern und –Brüder sammeln. Laurenz hat aber noch eine andere Tätigkeit zu erledigen: In einen Ytong-Stein hämmert er ein Fuchsauge – das Zeichen seines Clans.

Der Achtjährige hat eine Menge über Indianer gelesen. Am interessantesten findet er die Inkas. Sie haben in Südamerika gelebt. „Die hatten schlimme Rituale“, sagt Laurenz. Er meint damit, dass sie Menschen für ihre Götter geopfert haben. „Aber sie haben auch schöne Dinge gemacht“, sagt er. Damit meint er den Schmuck der Inkas, die Pyramiden oder den Kakao. Die aus Südamerika stammende Pflanze, aus der wir heute das leckere Getränk brauen, verbreitete sich von Mittelamerika, wo die Azteken sie auch als Zahlungsmittel nutzten, über die spanischen Eroberer bis nach Europa.

Am Dienstag steht auch noch die Wahl der Häuptlinge an. Die wird geheim durchgeführt, indem die Kinder einen Stein in einen Jutebeutel legtn, der einer Kandidatin oder einem Kandidaten zugeordnet ist. Elena (10) könnte sich vorstellen, zusammen mit einem Jungen im Team einem Clan vorzustehen. „Ich würde mich dann besser benehmen und Streit schlichten“, beschreibt sie ihre Aufgabe als Mädchen-Häuptling. Damit zeigt Elena, dass sie nicht nur ein Vorbild sein will, sondern auch, dass sie verstanden hat, was vielen Indianern wichtig war. Lisa Runde vom GZ Ziegenbrink hatte den Kindern am Montag erzählt, dass Indianer einen respektvollen Umgang mit der Natur und miteinander pflegten.


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