Podiumsgespräch zum 20-jährigen Bestehen Wie geht es mit dem Osnabrücker Nussbaum-Haus weiter?

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Diskussion über Zukunft und Vergangenheit des Nussbaum-Hauses mit Rosa von den Schulenburg, Ralph Keuning, Nils-Arne Kässens, Hans-Jürgen Fip und Anne Sibylle Schwetter (von links). Foto: Thomas OsterfeldDiskussion über Zukunft und Vergangenheit des Nussbaum-Hauses mit Rosa von den Schulenburg, Ralph Keuning, Nils-Arne Kässens, Hans-Jürgen Fip und Anne Sibylle Schwetter (von links). Foto: Thomas Osterfeld

Osnabrück . Die Felix-Nussbaum-Gesellschaft lud am Sonntag zum Podiumsgespräch „Woher – Wohin?“ ins Akzisehaus. Thema waren Vergangenheit und Zukunft des Felix-Nussbaum-Hauses, das gerade 20 Jahre alt geworden ist.

Osnabrück? „Da steht doch das Felix-Nussbaum-Haus.“ Das hört Rosa von den Schulenburg, wenn sie die Friedensstadt erwähnt. Die Leiterin der Kunstsammlung an der Akademie der Künste in Berlin moderierte das Podiumsgespräch der Felix-Nussbaum-Gesellschaft anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Nussbaum-Hauses. Thema der ersten Veranstaltung im frisch renovierten Akzisehaus waren Vergangenheit und Zukunft des Museums.

Hans-Jürgen Fip war Oberbürgermeister, als das Nussbaum-Haus gebaut wurde. Er selbst gehöre zu ersten Nachkriegsgeneration, die es sich zur Aufgabe gemacht habe, demokratische Grundwerte zu etablieren, so der 77-Jährige. Auch das Nussbaum-Haus stehe für diese Werte. Es solle sich deshalb auch künftig mit „zivilisatorischen Fragen“ befassen.

(Weiterlesen: Programm zum 20-Jährigen des Nussbaum-Hauses)

Auch die Niederländer kennen Nussbaum

Einen „hervorragenden Künstler“ nannte Ralph Keuning, Direktor des Museums de Fundatie in Zwolle, Felix Nussbaum. Der Maler sei auch in den Niederlanden bekannt, wo großes Interesse dafür herrsche, wie die Deutschen sich mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen.

Nils-Arne Kässens, Leiter des Museumsquartiers, sagte, das Nussbaum-Haus solle zum „Kristallisationspunkt der Friedensstadt Osnabrück“ werden. Dass das Museum ein Ort des gesellschaftlichen Diskurses sei, habe ihn gereizt, die Stelle des Museumsdirektors zu übernehmen. Das Haus sei eben kein von der Außenwelt abgeschlossener „White Cube“, sondern ein Museum mit „Durchlässigkeit zwischen Innen und Außen“.

(Weiterlesen: Daniel Libeskind im Nussbaum-Haus)

„Hohelied auf die Provinz“

Nussbaum-Kuratorin Anne Sybille Schwetter konnte von Erfolgen des Nussbaum-Hauses berichten. So hätten etwa 50000 Besucher die Ausstellung „Zeit im Blick“ 2004 gesehen. Das sei ein „exorbitanter Erfolg“ gewesen, der dem damaligen Besuch von Andrew Lloyd Webber im Museum zu verdanken war. Die 30000 Besucher der Ausstellung „Die verborgene Spur“ 2008/2009 seien einigen dagegen wenig vorgekommen. Das Thema sei aber komplex gewesen und habe die Libeskind-Architektur mit Werken jüdischer Künstler verbunden.

Rosa von den Schulenburg lobte die Besucherzahlen der Sonderausstellungen im Nussbaum-Haus und erklärte, sie müsse „ein Hohelied auf die Provinz“ singen. So habe die Akademie der Künste eine George-Grosz-Ausstellung aus Zwolle übernommen. Doch in der deutschen Hauptstadt hatte die Schau weniger Besucher als in der Grachtenstadt. „Berlin ist überschätzt“, so von den Schulenburg.

(Weiterlesen: Interview mit Daniel Libeskind)


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