Sogar der Südkreis ist betroffen Waldbrandgefahr im Landkreis Osnabrück steigt auf Stufe 4

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Von März bis Ende Oktober herrscht in den Wäldern ein Rauchverbot. Foto: Friso Gentsch/dpaVon März bis Ende Oktober herrscht in den Wäldern ein Rauchverbot. Foto: Friso Gentsch/dpa

Osnabrück. Die Temperaturen sollen in dieser Woche auf deutlich mehr als 30 Grad Celsius steigen, damit wird auch die Waldbrandgefahr größer. Für den Landkreis Osnabrück gilt ab Dienstag die zweithöchste Warnstufe des Deutschen Wetterdienstes.

Rainer Städing ist seit acht Jahren als Pressesprecher der Niedersächsischen Landesforsten für den Landkreis Osnabrück zuständig. Dass sogar für den Südkreis die zweithöchste Warnstufe des Waldbrandgefahrenindexes des Deutschen Wetterdienstes gilt, hat er bislang so noch nicht erlebt.

"Es ist schon trocken im Wald", sagt Städing – und das nicht erst jetzt. Bereits im Mai habe es so gut wie gar nicht geregnet. In manchen Teilen in Niedersachsen hätten schon damals die Frühjahrsanpflanzungen gegossen werden müssen, das sei selten.

Große Gefahr in Kiefernwäldern

Die Gefahr von Waldbränden sei besonders in Kiefernwäldern sehr groß, erklärt Städing. Die Nadelbäume ließen Sonne durch, so dass der Waldboden kaum im Schatten liege und schneller austrocknet. Besonders im Nordkreis, wo es sandige Böden gebe, die nicht so viel Wasser speichern, sei das ein Problem. In Laubwäldern sei die Gefahr zunächst nicht so hoch, weil die Blätter den Boden beschatten würden. Doch bei langanhaltender Trockenheit können auch diese Wälder betroffen sein.

Einen Hinweis darauf, wie trocken es in einem Wald sei, können Spaziergänger an den Wegrändern erkennen. Wenn die Kräuter und Unkräuter verdorrt sind, ist die Gefahr für einen Waldbrand besonders groß. Eine unachtsam weggeworfene Zigarette könne dann schnell zu einem Brand führen, sagt Städing.

Rauchverbot im Wald

Es herrsche ohnehin von März bis Ende Oktober Rauchverbot im Wald, betont er. Viele wüssten das nicht. Grillen oder Lagerfeuer seien auch nur mit Erlaubnis möglich. Diese würde nun niemand erteilen, sagt Städing. "Auch das Rauchverbot hat jetzt seine volle Berechtigung." 

Die Förster seien im Moment besonders aufmerksam. In jedem Forstauto gebe es einen Feuerlöscher, vermutet er. Für den Ernstfall seien außerdem Notfalleinsatzpläne ausgearbeitet.

Waldbrandbereitschaft für den Notfall

Auch im benachbarten Nordrhein-Westfalen sei die Lage ernst, sagt Förster Georg Berkemeier. In Lotte und Westerkappeln gebe es viele Kiefernwälder, die eine besondere Gefahr darstellen, bestätigt er Städings Einschätzung. Im Regionalforstamt Münster sei eine Waldbrandbereitschaft für den Notfall eingerichtet.

Der Landkreis Osnabrück hat auf die extremen Wetterlage am Montag reagiert. Es gilt die Waldbrandschutzverordnung der Stufe eins, teilte der Landkreis in einer Pressemitteilung mit. Das bedeutet, dass es verboten ist, in Wäldern, Mooren und Heidegebieten oder in gefährlicher Nähe davon Feuer anzuzünden, zu rauchen und mit feuergefährlichen Gegenständen umzugehen. Außerdem ist es untersagt, in Wäldern, Mooren und Heidegebieten oder in gefährlicher Nähe davon zu grillen. Das Grillen ist auch auf angelegten und ausgewiesenen Grillplätzen verboten. 

Bis zu 5000 Euro Geldbuße

Wälder, Moore und Heidegebiete dürfen außerdem nicht mit Kraftfahrzeugen befahren werden und es ist verboten, diese außerhalb der ausdrücklich als Parkplatz ausgewiesenen Flächen abzustellen. Ausgenommen sind Fahrzeuge mit offizieller Genehmigung. Ein Verstoß gegen die Verordnung stellt eine Ordnungswidrigkeit dar und kann mit einer Geldbuße bis zu 5000 Euro geahndet werden.

Auch die Kreisfeuerwehr warnt angesichts der Trockenheit vor Waldbränden. Schon ein kleiner Funke könne zu einem Flächenbrand werden, sagte Pressesprecher Volker Köster. Sowohl auf die Beseitigung von Unkraut mit Feuer sowie den Umgang mit Gasflammen sollte man deshalb momentan verzichten.


So funktioniert der Waldbrandgefahrenindex

Während der Waldbrandsaison in Deutschland, die in der Regel von März bis Oktober dauert, stellt der Deutsche Wetterdienst (DWD) täglich aktualisierte Waldbrandgefahrenprognosen in Form von Indizes bereit. Die Berechnung erfolgt auf der Grundlage stündlicher Werte. In die Berechnung des Indexes fließen die Lufttemperatur, die relative Luftfeuchtigkeit, die Windgeschwindigkeit, die Niederschlagsmenge sowie die kurz- und langwellige Strahlung der Atmosphäre ein. Die Waldbrandgefahr wird in fünf Stufen von sehr gering bis sehr hoch eingeteilt.

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