Liebestolle Rehe Jägerschaft Osnabrück-Land warnt vor erhöhter Wildunfallgefahr

Die Jägerschaft Osnabrück-Land warnt vor erhöhter Wildunfallgefahr während der Paarungszeit beim Rehwild. Foto: Jürgen Borris/dpaDie Jägerschaft Osnabrück-Land warnt vor erhöhter Wildunfallgefahr während der Paarungszeit beim Rehwild. Foto: Jürgen Borris/dpa

Osnabrück. Die Jägerschaft Osnabrück-Land warnt vor erhöhter Wildunfallgefahr während der Paarungszeit beim Rehwild. Wenn die Temperaturen steigen, wird auch das heimische Rehwild immer aktiver, heißt es in einer Mitteilung.

Mitte Juli beginnt die Paarungszeit beim Rehwild – die sogenannte Blattzeit. Von den Hormonen gesteuert überquert es oftmals urplötzlich die Straße — häufig auch am helllichten Tag. Die Jägerschaft Osnabrück-Land nimmt dies zum Anlass, um auf die erhöhte Gefahr von Wildunfällen hinzuweisen und bittet alle Verkehrsteilnehmer um erhöhte Rücksichtname.

Blind vor Liebe

„Normalerweise hält sich das Rehwild von Verkehrswegen fern, während der Blattzeit folgt es aber hauptsächlich dem Fortpflanzungstrieb – es ist buchstäblich blind vor Liebe und die Gefahr von Wildunfällen steigt enorm“, so Reinhard Korbel, Vorsitzender der Jägerschaft Osnabrück Land. Verkehrsteilnehmer müssten zu dieser Zeit auch in Bereichen ohne Warnschild für Wildwechsel mit plötzlich auftauchendem Rehwild rechnen. Besonders groß sei die Gefahr an unübersichtlichen Straßenabschnitten entlang von Wäldern und Feldern, wiebeispielsweise im Bereich zwischen Bad Iburg und Hagen auf der Iburger Straße (Landesstraße 96), so Korbel weiter.

Außergewöhnliches Fortpflanzungsritual

Rehwild hat ein außergewöhnliches Fortpflanzungsritual: Über Geruchsstoffe signalisiert das weibliche Rehwild dem Rehbock ihre Paarungsbereitschaft. Dieser beginnt daraufhin mit seinem ausdauernden Liebeswerben welches sich über Tage und Kilometer hinziehen kann. Diese Lockflucht, beendet das weibliche Rehwild erst kurz vor der eigentlichen Paarung.

Auch die anstehende Erntezeit verschärft die Situation für das heimische Rehwild. Innerhalb weniger Tage verändert die Landschaft ihr Gesicht: Getreidefelder, die vor kurzem noch Schutz und Deckung boten, verwandeln sich in Stoppelfelder. Dieser so genannte Ernteschock raube dem Wild nicht nur die Deckung, sondern die zum Teil bis in die Nacht andauernden Erntevorgänge, beunruhigen das Wild zusätzlich, so Korbel.


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