Buchen, Rehe und Erbsensuppe Eltern und Kinder gehen mit dem Förster durch den Wald

Von Thomas Wübker

Da oben fliegt eine Rauchschwalbe, erklärt Förster Walter Galisch der siebenjährigen Liana. Kinder und Erwachsene erkundeten am Sastan den wald am Gut Leye. Foto: Thomas OsterfeldDa oben fliegt eine Rauchschwalbe, erklärt Förster Walter Galisch der siebenjährigen Liana. Kinder und Erwachsene erkundeten am Sastan den wald am Gut Leye. Foto: Thomas Osterfeld

Osnabrück. Der Gang mit dem Förster durch den Wald beim Gut Leye ist seit vielen Jahren eines der beliebtesten Ferienpass-Angebote des JZ Westwerks. Am Samstag gingen wieder Kinder mit ihren Eltern los. Die einen freuten sich darauf, etwas über die Natur zu lernen, die anderen über die Erbsensuppe am Ende des Gangs, die es nun auch als vegetarische Variante gibt.

In der Nacht zum Samstag hatte es zwar etwas geregnet. Aber der Wald ist immer noch sehr trocken. Deswegen herrscht momentan Waldbrandgefahr. Wer in den Wald geht, muss sowieso Regeln beachten. Dazu gehört, kein Feuer zu machen, wie Jäger Werner Niehüser erklärte. Die Spaziergänger oder Wanderer sollten auf den Wegen bleiben, keinen Lärm machen, um die Tiere nicht zu verschrecken, keinen Müll liegen lassen sowie Bäume und Sträucher nicht beschädigen.

Die siebenjährige Liana weiß das schon längst. Die Erstklässlerin weiß sowieso schon eine Menge. Am Freitag war sie mit Förster Walter Galisch als Vogelkundler im Wald unterwegs und hat viele heimische Vögel kennen gelernt. Und in ihrer Nähe ist ein Wald, in dem sie oft spielt. „Natur ist wichtig“, sagt sie und fügt an: „Ohne Natur können wir nicht leben.“ Die Blätter der Bäume produzieren Sauerstoff, und den brauchen die Menschen zum Atmen, erklärt Liana weiter.

Die Grundschülerin könnte noch viel mehr erklären, aber sie lässt ihre Tante Janette auch mal zu Wort kommen: „Es ist wichtig, dass die Kinder etwas über die Umwelt erfahren.“ Ihre Familie komme ursprünglich aus Tunesien, erzählt sie. Dort gebe es viel Umweltzerstörung und die Menschen würden ihren Müll achtlos wegwerfen. „Ich will, dass die Kinder sich für die Umwelt engagieren“, sagt sie. Mit ihren Söhnen Jihed (11) und Fares (9) sei sie jeden Tag im Wald. Und Liana ist natürlich auch dabei, wenn sie den Wald am Schölerberg, die Nackte Mühle oder die Hase erkunden.

Weil Liana was lernen wollte, ist sie mit ihrer Tante und ihren Cousins zum Gang mit dem Förster durch den Wald gekommen. Insgesamt nahmen etwa 60 Kinder und Erwachsene an der Ferienpass-Aktion teil und gingen mit Niehüser und Galisch am Gut Leye entlang. Dort entdeckten sie Bäume wie Buchen oder Eichen, die zum Teil 150 Jahre alt sind, wie Walter Galisch erklärte. Diese Bäume sind typisch für die Osnabrücker Region. Untypisch sind dagegen Pflanzen wie das Springkraut. Das kommt ursprünglich aus Indien, wurde aber von Menschen, die Osnabrück besucht haben, importiert. „Das wird man nun nicht mehr los“, sagte Galisch. Das Springkraut verdränge andere Pflanzen und wachse sogar unterhalb der Buchen, wo wegen des dichten Blätterwerks des Baumes wenig Licht hinkommt.

Neben den Pflanzen und Bäumen entdeckten die Kinder und Erwachsene noch Spuren von Waldbewohnern wie Rehe, Füchse, Spechte und Waldeulen. Am Ende des Gangs konnten sie diese und andere Tiere noch bestaunen. Die waren aber ausgestopft.


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