Dicht wie ein Schwimmbad Bissendorfer hat eine Siloanlage für seine Milchkühe gebaut

Von Harald Preuin

Dicht wie Schwimmbad: Patrick André Meyer hat eine Siloanlage gebaut, in der das Futter für den Jahresbedarf seiner Milchkühe gebunkert wird. Foto: Harald PreuinDicht wie Schwimmbad: Patrick André Meyer hat eine Siloanlage gebaut, in der das Futter für den Jahresbedarf seiner Milchkühe gebunkert wird. Foto: Harald Preuin

Bissendorf. „Schweine sind nicht so mein Ding“, bekennt Patrick André Meyer (29). Mastschweine waren über viele Jahre das Metier seines Vaters Wilfried Meyer (61), aber nicht nur. Auf dem Gramberger Hof gab es immer auch Milchkühe. Sie bestimmen jetzt die Zukunft des Unternehmens.

Der Junior hat sich als Pächter zum Bestand des Hofes für die Spezialisierung entschieden. Die Baugenehmigung für den Bau eines Rindviehstalles liegt vor, mit den Bauarbeiten soll möglichst noch in diesem Jahr begonnen werden. Damit würde der Bestand des Milchviehs erhöht. „Ziel sind 120 Milchkühe inklusive Nachzucht“, umschreibt der Jungbauer das selbst gesteckte Ziel. Derzeit sind es 78 Tiere.

50 Meter lang und zehn Meter breit

Dass sich auf dem Hof der Familie Meyer im Bissendorfer Ortsteil etwas tut, zeigt sich an den drei neuen Fahrsilos, einer 50 Meter lang und zehn Meter breit, zwei je 37 Meter lang und zehn Meter breit, alles umgeben von zwei Meter hohen Betonwänden. Das Bauwerk ist eine der Voraussetzungen, damit Meyer seinen Tierbestand erweitern kann. Die Auflagen dienen dem Schutz des Grundwassers und des Gewässerschutzes. Nur ein Steinwurf entfernt plätschert der idyllische Hiddinghauser Mühlenbach am Hofgrundstück entlang.

14 Zentimeter starke Asphaltierung

Die Entwässerung des Silosickerwassers in den Bach wäre trotz einer denkbaren Vorklärung keine Lösung gewesen. So mussten die Betonkammern in der leichten Hangneigung zum Bach eine gegenläufige Neigung bekommen. „Wir haben ziemlich viel Schotter reinfahren müssen“, umschriebt Senior Wilfried Meyer den Materialbedarf. Nun aber können die Sickersäfte aus Gras- und Maissilage quasi gegen die Hangneigung abgeleitet werden.

Ein zehn Kubikmeter fassender Sammelbehälter

„Kein Tropfen Sickersaft ins Grundwasser“. Diese Auflage erfüllt sich mit Abdichtungen, die auch allen Freibädern genügen würde. Der Boden besteht aus einer 14 Zentimeter starken Asphaltierung, die nicht nur undurchlässig, sondern auch säurefest ist. Die seitlichen Fugen sind mit Acrylharz abgedichtet worden. Das unvermeidlich auftretende Sickerwasser läuft in der mittig verlaufenden Rinne in einen Gulli und von dort über Kunststoffrohre in einen zehn Kubikmeter fassenden Sammelbehälter, der mit einer Pumpe samt Schwimmer ausgestattet ist, so dass die Gefahr des Überlaufens selbst beim stärksten Wolkenbruch ausgeschlossen ist. Das Sickerwasser landet letztlich im Güllehochbehälter.

Kontrollschacht

Auch beim Bau neuer Güllebehälter wird ganz auf Gewässerschutz gesetzt. Als Gregor Meyer zum Alten Borgloh 2012 einen neuen 2000 Kubikmeter fassenden Hochbehälter gebaut hat, gehörte eine Leckerkennung zwingend dazu. Unter der Bodenplatte des zylindrischen Betonbehälters wurde zunächst eine Teichfolie verlegt, die nach Fertigstellung an der Außenwand befestigt wird und so wie ein Übertopf bei einer Zimmerpflanze wirkt. Ein unten liegendes Drainagerohr mündet in ein Kunststoffrohr, das als Kontrollschacht funktioniert.

Dritte Mahd ausgefallen

Die neue Siloanlage von Patrick André Meyer versetzt den Jungbauern in die Lage, Futter für 120 Milchkühe inklusive Nachzuchten für ein Jahr einzulagern. Zurzeit werden die Reste der Maissilage vom letzten Jahr verfüttert. In der Kammer nebenan sind die Heuernten des ersten und zweiten Schnitts eingelagert. Eigentlich sollte hier auch die dritte Mahd zu Gärfutter umgewandelt werden, doch die fällt wegen der Trockenheit aus. Meyer hofft wie alle Landwirte auf Regen, um noch einen vierten Grasschnitt einbringen zu können.

29 Hektar Grünland

Die Maisernte dürfte wegen des Wetters auch unterdurchschnittlich ausfallen, dennoch wird die Ernte von 29 Hektar Ackerfläche die neue Siloanlage gut füllen. Neben Mais bewirtschaftet Patrick André Meyer noch 29 Hektar Grünland. Weizen und Roggen baut er auf 25 Hektar an. Das Getreide dient auch als Futter für sein Milchvieh. Etwa zwei Kilo Körnerfrüchte mischt er unter das tägliche Futter von 42 Kilo pro Kuh, die dazu jede noch vier Kilo gentechnikfreies Milchleistungsfutter erhalten. Der Lohn sind durchschnittlich 30,5 Liter Milch pro Kuh.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN