Serie: Politiker und ihre liebsten Kulturorte Mit Nussbaum will Stefan Kniefert Osnabrück bekannter machen

Von Dietgard Oberst

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Ein Pfund, mit dem Osnabrück wuchern sollte: Stefan Knieferts liebster Kulturort ist das Museumsquartier. Foto: Gert WestdörpEin Pfund, mit dem Osnabrück wuchern sollte: Stefan Knieferts liebster Kulturort ist das Museumsquartier. Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. Wohin zieht es die Mitglieder des Kulturausschusses, wenn sie Kultur erleben wollen? Im fünften Teil unserer Serie erklärt Stefan Kniefert (CDU), was er am Museumsquartier so liebt.

Stefan Kniefert lebt seit 2004 in Osnabrück. Das ist lang genug, um die Stadt gut kennenzulernen und Lieblingsorte zu finden, für den Juristen ist es das Museumsquartier. „Dieses Areal macht gerade eine enorme aktive Wandlung durch“, sagt er, „und entwickelt sich ins Positive.“ Diesen Wandel gestaltet Kniefert seit dieser Ratsperiode aktiv mit: Im November 2016 zog er für die CDU in den Rat ein und arbeitet, unter anderem, im Kulturausschuss mit. Damit leistet er seinen Beitrag zu einer Politik, die „Rahmenbedingungen“ für eine lebendige Kulturszene „schaffen muss“. Weiterlesen: Museumsdirektor Nils-Arne Kässens im Porträt

Eine lebendige Kulturszene

Was eine lebendige Kulturszene ausmacht, weiß er spätestens aus Hamburg: Dort hat er gelebt, bevor er mit seiner Familie nach Osnabrück gekommen ist. Mit seiner Frau – und noch ohne Kinder – hat er dort „das ganze Programm“ genossen: Theater, Konzert, Museen. Die Osnabrücker Kulturszene erlebt er nun aus zwei Perspektiven: aus der gewohnten Publikumssicht, aber eben auch mit den Augen, der Neugier und den Erwartungen des Kulturpolitikers. „Ich finde es interessant, wie breit der Kulturausschuss aufgestellt ist.“ Und wie nah am Leben: Das Problem mit den Proberäumen für Musiker beschäftigte ihn nicht nur politisch, sondern auch privat, durch Musiker im Bekanntenkreis. Und wie bei anderen Ausschussmitgliedern auch, spielen Bildungsfragen eine wichtige Rolle für Knieferts kulturpolitisches Engagement. Denn schon vor dem Ratsmandat war er im Schulausschuss als Elternvertreter dabei. „Da habe ich gemerkt, dass Kultur für die Bildung enorm wichtig ist.“ Kulturinstitutionen haben das längst erkannt und in ihrer Arbeit umgesetzt. Auch das Museumsquartier. Weiterlesen: Der Kulturausschuss bringt das Callmeyer-Haus auf den Weg

Herzstück seines liebsten Kulturorts ist das Felix-Nussbaum-Haus. Das merkt man an der Ortskenntnis: „Lassen Sie uns in die Lounge gehen“, sagt er und geht sehr zielgerichtet die Treppen hoch; der Mann ist ganz offensichtlich nicht zum ersten Mal hier. Verwundert ist er nur, als er den Kaffeeautomaten nicht vorfindet und es auch sonst etwas anders als gewohnt aussieht – fürs 20-jährige Jubiläum ist das ja Haus leer geräumt worden. Egal: „Felix Nussbaum macht Osnabrück sehr stark aus“, sagt Kniefert, und verbunden mit dem ersten Gebäude von Daniel Libeskind seien das „Pfunde, mit denen Osnabrück wuchern müsste.“

Nussbaum und die Friedensstadt

Damit deutet er den Wunsch an, Nussbaum und das Museum möge „über Osnabrück hinaus bekannter werden“, eine Forderung, die allenthalben formuliert wird. Vielleicht wuchert die Stadt des westfälischen Friedens nicht offensiv genug mit ihren Pfunden? „In anderen Städten wäre das Nussbaumhaus am Ortsschild sichtbar“, sagt Kniefert – da spricht womöglich der forsche Angang des Ruhrgebiets aus dem gebürtigen Recklinghäuser. In seiner Heimatstadt ist er übrigens bereits mit der hohen Kultur in Berührung gekommen, natürlich am 1. Mai, wenn die Ruhrfestspiele ihre Tore geöffnet haben.

Ganz eng verbunden ist das Museumsquartier mit dem Profil Osnabrücks als Friedensstadt. Perfekt fügt sich da der Plan ein, aus der Villa Schlikker ein Hans-Callmeyer-Haus zu machen. Wobei ihm die Idee von der Friedensstadt erst durch die politische Tätigkeit bewusst geworden ist. Da trägt wiederum die Kulturszene einen maßgeblichen Anteil bei: Das Unabhängige Filmfest oder das Morgenland Festival nennt er als Institutionen, die diese Idee beispielhaft transportieren. Na ja, und natürlich das Museumsquartier.


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