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20.07.2018, 15:59 Uhr MENSCHENUNWÜRDIG

Flüchtlinge machen eine Odyssee durch

Kommentar von Sandra Dorn

Ein ablehnender Bescheid des Bamf ist das eine - ob die Ausländerbehörden an alle Papiere kommen, um eine Abschiebung in die Wege zu leiten, das andere. Foto: Daniel Karmann/dpaEin ablehnender Bescheid des Bamf ist das eine - ob die Ausländerbehörden an alle Papiere kommen, um eine Abschiebung in die Wege zu leiten, das andere. Foto: Daniel Karmann/dpa

Osnabrück. Die hysterische Debatte über die Flüchtlingspolitik in Deutschland und Europa steht in keinerlei Verhältnis zur Realität.

Während die Bundespolitik trotz gesunkener Flüchtlingszahlen über Ankerzentren und die Europapolitik über Auffanglager streiten, irren die Betroffenen nämlich ganz real durch die EU. Es geht hier um Menschen.

Was ist natürlicher für eine Mutter aus dem Sudan, als zu versuchen, in dem Land Fuß zu fassen, das ihren Kindern die besten Möglichkeiten bietet? Die innereuropäischen Grenzen sind schließlich offen, und ein funktionierendes Verteilsystem gibt es nicht – und es ist auch nicht in Sicht. Stattdessen gilt weiter ein Dublin-Abkommen, das faktisch längst gescheitert ist. Das Ergebnis sind lange Verfahren, was dazu führt, dass Menschen wie diese sudanesische Familie zarte Wurzeln schlagen – und dann Monate später von Deutschland wieder in ein anderes Land geschickt werden. Das ist menschenunwürdig.


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