Filme statt Bilder 20 Jahre Nussbaum-Haus Osnabrück: Filmfest bespielt das Museum

Von Anne Reinert


Osnabrück. Das Unabhängige Filmfest Osnabrück war am Donnerstag der vierte Gast, der das Felix-Nussbaum-Haus zu seinem 20. Geburstag bespielt hat. Es zeigte drei Kurzfilme im leergeräumten Museum. Einer lief dabei hoch oben an einer Decke.

Gesichter von Kindern. Einige lächeln, andere gucken ernst. Doch die traurigen Augen haben sie gemeinsam. Sie gehören den Kindern in einem kurdischen Lager für Geflüchtete. Im Kurzfilm „New Year“ verraten sie, was sie sich für das neue Jahr wünschen.

Das Unabhängige Filmfest Osnabrück hat diesen und zwei weitere Kurzfilme am Donnerstag in der Reihe „20 Jahre – 20 Tage Freunde zu Gast im Felix-Nussbaum-Haus“ gezeigt. „New Year“ lief an der Stelle des Museums, wo sonst Nussbaums „Triumph des Todes“ hängt. Schließlich war auch der von den Nazis verfolgte Maler Flüchtling. Doch während auf Nussbaums Bild der Tod seinen Sieg feiert, verbreitet der Film Hoffnung. Im neuen Jahr, wünschen sich die Kinder, soll alles besser werden.

Nackenstarrre beim Filmgucken

In der Enge des Treppenhauses ging es um politische Gefangenschaft in der DDR. Zwei Zeitzeuginnen erzählen in „Kaputt“ von ihren Erfahrungen im Frauengefängnis Hoheneck, wo sie Strumpfhosen und Bettwäsche für die Wirtschaftsmächte dies- und jenseits des Eisernen Vorhangs nähen mussten. Schwarz-weiß-Animationen untermalen ihre Erinnerungen in diesem Vierminüter.

Nackenstarre drohte den Zuschauern im Vertikalen Museum. Doch immerhin waren dort Filmbilder von Wolkenkratzer zu sehen. Da passt die Körperhaltung ja. Außerdem verschaffte Kuratorin Mechthild Achelwilm den Besuchern Abhilfe, indem sie große Sitzkissen brachte. Im Liegen war das Hochhäuser-Watching angenehmer. (Lesen Sie auch: Interview mit Filmfest-Leiterin Julia Scheck – „Die Verbindung zwischen den Filmen soll im Zentrum stehen“)


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