Bäume, Brände, Wasser Osnabrücker sollen Stadtbäume wässern: Folgen der Dürre in der Region

So wirkt sich die derzeitige Trockenperiode auf die Region Osnabrück, das Emsland und Delmenhorst aus. Symbolfoto: dpaSo wirkt sich die derzeitige Trockenperiode auf die Region Osnabrück, das Emsland und Delmenhorst aus. Symbolfoto: dpa

chl/hdw Osnabrück. Hohe Temperaturen, kaum Regen: Seit Wochen ist in Deutschland hochsommerliches Wetter angesagt. Ein Ende ist nicht in Sicht. Die Folgen sind aber nicht nur positiv. So wirkt sich die Trockenperiode auf unsere Region aus.

Die anhaltende Trockenperiode hat Deutschland seit Wochen im Griff – mit teilweise fatalen Folgen. Der heiße und trockene Sommer macht vor allem Bauern zu schaffen, die massive Ernteausfälle zu befürchten haben. Dabei geht es nicht nur um Getreide, sondern auch um Tierfutter, wie Bauernverbands-Präsident Joachim Rukwied betonte.

Auch Bäume leiden unter dem Wassermangel. Die Landesforsten in Norddeutschland berichteten gegenüber unserer Redaktion, dass zahlreiche junge Bäume aufgrund des fehlenden Niederschlags kaputt gehen. Ein enormer wirtschaftlicher Schaden sei die Folge.

Osnabrück hofft auf Unterstützung durch Bürger

Auch in unserer Region hat die anhaltende Trockenperiode verschiedene Auswirkungen.

Die Stadt Osnabrück bittet die Bürger, die Mitarbeiter des Osnabrücker Servicebetriebs (OSB) bei der Bewässerung der städtischen Bäume zu unterstützen. „Da die Stadt über 60.000 Bäume verfügt, ist es mit eigenem Personal nicht möglich, alle Bäume ausreichend zu wässern“, heißt es in einer Mitteilung der Stadt. In den vergangenen Jahren hatten Stadt und OSB schon mehrfach zur Mithilfe aufgerufen. „Die Reaktionen in der Bevölkerungen waren dabei immer sehr positiv“, sagt Thomas Maag von der OSB. Auch in diesem Fall hofft er auf die tatkräftige Unterstützung beim Gießen. (Weiterlesen: Wild und Wald in der Region Osnabrück arrangieren sich mit Trockenheit)

Vor allem die neu gepflanzten Bäume, aber auch ältere Pflanzen und die Grünflächen an den Straßen benötigen demnach zusätzliche Bewässerung, so Maag. Eine Trockenperiode sei normalerweise kein großes Problem für die Bäume, sagt er und ergänzt: „In den vergangenen Jahren hat es aber mehrfach solche Phasen gegeben. Vor allem die älteren Bäume leiden dann darunter.“

Drohen große Ausfälle?

Der OSB empfiehlt, vorzugsweise am frühen Morgen oder nach Sonnenuntergang zu gießen. Pro Baum und Bewässerungsgang sollten mindestens zehn Liter Wasser gegossen werden. Sollte die derzeitige Situation so anhalten, drohen gravierende Konsequenzen. „Wenn es so weiter geht, kann es zu großen Ausfällen beim Baumbestand kommen“, sagt Maag.

In vielen Gegenden Deutschlands häufen sich zudem die Feuerwehr-Einsätze durch die anhaltende Trockenheit. Die Einsatzkräfte müssen vor allem ausrücken, um Wälder, Moore und andere ausgetrocknete Flächen abzulöschen. In der Stadt Osnabrück wird demgegenüber noch keine Mehrbelastung für die Einsatzkräfte registriert. Wie Jan Südmersen, Sprecher der Feuerwehr Osnabrück, auf Anfrage unserer Redaktion erklärt, habe die Dürre derzeit keine Auswirkungen auf die Arbeit der Feuerwehrleute. Trotz der Trockenheit sei auch die Versorgung mit Löschwasser kein Problem, so Südmersen.

Generell ist in der Region Osnabrück kein Engpass an Wasser zu befürchten. „Es gibt keinerlei Beeinträchtigungen“, sagt Nicole Seifert von den Stadtwerken Osnabrück. Zu Beginn der Sommerferien, als eine ähnliche Hitzephase zu beobachten war, musste die Versorgung auch mittels Reservebrunnen aus der Region sichergestellt werden, da die normalen Brunnen in der Stadt nicht mehr dafür ausreichten. Da es in den vergangenen Wochen hin und wieder geregnet hat, konnten sich die Brunnen wieder etwas füllen. Derzeit greifen die Stadtwerke daher nur noch auf einen Reservebrunnen zurück. Dass keine Wasserknappheit zu erwarten ist, liege laut Seifert auch an dem vergangenen Winter, in dem es häufig geregnet habe. Dort konnten sich die Reserven ausreichend auffüllen.

Der Rasen beim SV Meppen

Beim SV Meppen, der Ende Juli in die neue Saison starten wird, ist der fehlende Niederschlag kein großes Problem. Der neue Rasen im Stadion des Drittligisten werde schließlich künstlich bewässert, sagt Greenkeeper Matthias Berendes. „Auch ohne die aktuelle Trockenheit wäre zusätzlich mit Wasser gesprengt worden, weil die Wurzeln noch nicht lang genug sind, um selbst Wasser zu ziehen.“ Für den privaten Garten rät der Rasenexperte, sich nicht zu viel Sorgen zu machen. Sobald es wieder regne, würde das Gras umgehend wieder grün werden.

Auch beim VfL Osnabrück hat sich durch die Trockenheit nichts geändert. Der Rasen im „Stadion an der Bremer Brücke“ werde nach wie vor alle zwei bis drei Tage gesprengt, sagt Pressesprecher René Kemna. „Wir merken also keinen signifikanten Anstieg beim Wasserbrauch“, erzählt er. Der Rasen sei in einem sehr guten Zustand.


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