Worüber Männer so reden Comedy-Duo Fischer & Jung zu Gast im Haus der Jugend in Osnabrück

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„Innen20, aussen ranzig“ - Fischer und Jung im Innenhof des Haues der Jugend. Foto: Swaantje Hehmann„Innen20, aussen ranzig“ - Fischer und Jung im Innenhof des Haues der Jugend. Foto: Swaantje Hehmann

Osnabrück. Mit ihrem ausverkauften Programm „Innen 20, außen ranzig“ nahm das Comedy-Duo Fischer & Jung am Mittwoch bei der Reihe „Kultur im Innehof“ im Hof vom Haus der Jugend Themen wie Alter, Jugendwahn und Geschlechterklischees gleichermaßen aufs Korn.

Das ist nun wirklich schlüpfriger Humor im wahrsten Sinne des Wortes: Auf Kommando werden aus dem Publikum vorab ausgeteilte Dessous und BHs in Richtung Bühne geworfen - eine Aktion, die von Fischer & Jung vorbereitet und von ihnen mit dem Handy festgehalten wird. 

Selbstironischer Humor mit Spitzen, Ecken und Kanten ist eben typisch für Guido Fischer und Björn Jung. Am Mittwoch bestritten die beiden Kölner als Comedy-Duo Fischer & Jung bei warmem Sommerwetter die zweite Ausgabe der diesjährigen „Kultur im Innenhof“-Reihe (Veranstalter: Focus e.V.) im Innehof vom Haus der Jugend. Bekannt geworden durch eigene Theaterproduktionen wie „Caveman“ oder „Ladies Night“, sorgten Guido Fischer und Björn Jung auch mit ihrem ausverkauften Programm „Innen 20, außen ranzig“ dafür, dass Geschlechterklischees auf die Spitze getrieben und die Lachmuskeln nicht geschont wurden. Dabei dominierten bei ihren auf offener Bühne ausgetragenen Männergesprächen vor allem zwei Themenbereiche: Jugendwahn und Altern. Denn auch wenn 50 inzwischen das neue 30 ist, spürt Mann den beginnenden Verfall immer deutlicher, wenn ihn im Schwimmbecken die Omas überholen oder er plötzlich eine Vorliebe für Peter Maffay-Songs auf WDR 4 entwickelt. Zwischen ihren Dialogen als ewig jugendliche 50er, schlüpften Fischer & Jung in immer neue Rollen, Geschlechter und Stimmlagen. Ob es dabei um Guidos Vater ging, der im Supermarkt lautstark seine Siegerposition in der Kundenschlange behauptet oder um Björns Mutter, die ihren Sohn per Handy durch den Laden dirigiert, weil der ohne ihre Hilfe nicht die richtigen Zuataten für den Kuchen finden würde - Fischer & Jung bewältigten solche familiären Problemfälle mit viel Sinn fürs Komische und einer kleinen Prise Masochismus. Das wurde auch deutlich, als im Rahmen einer „Flirtschule“ der quirlige Guido Fischer mit Mimik, Gestik und hoher Stimme die Zicke in sich offenbarte und den hemdsärmeligen Björn Jung böse abblitzen ließ. 

Dass sich Fischer & Jung vom drohenden Alter nicht den Spaß an der Bühne verderben lassen wollen, demonstrierten sie am Ende ihres zweistündigen Programms im Part zweier zittriger Greise, die den Gloria-Gaynor-Hit „I will Survive“ singend auf ihre Weise uminterpretierten: „Wir überleben!“  


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