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Oberirdische Fußgängerüberwege geplant Stadt Osnabrück will den Neumarkttunnel zuschütten



Osnabrück. Noch in diesem Jahr will die Stadt den östlichen Teil des Neumarkttunnels verfüllen. Zwei ebenerdige Fußgängerüberwege sollen seine Funktion übernehmen. Zuvor muss der Tunnel aber in einem förmlichen Verfahren entwidmet werden.

Der unterirdische Durchgang von der Sportarena zum Café Coppenrath und zum Landgericht ist der letzte Abschnitt des Neumarkttunnels, der noch zugänglich ist. Für die Fußgängerpassage kam das Aus in Raten, seit die Stadt 2001 den ebenerdigen Fußgängerweg zwischen der Großen Straße und der Johannisstraße einrichtete.

Mit der Laufkundschaft gingen für die Geschäfte im Tunnel die Umsätze zurück. Seit April 2011 sind die schicken gläsernen Türen auf der Westseite geschlossen. Nun soll auch das düstere Tunnelstück an der Hase aufgegeben werden – und zwar endgültig.

Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt beschloss am Donnerstagabend einstimmig die „Einleitung eines Einziehungsverfahrens“, wie es im Juristendeutsch heißt.

Diese Entwidmung ist ein Hoheitsakt, der eine mehrmonatige Öffentlichkeitsbeteiligung erfordert. Erst im Sommer, so schätzt Franz Schürings vom Fachbereich Städtebau, werde die Sache rechtskräftig sein. Bis dahin sollen die erforderlichen Masten für die Fußgängerampeln aber schon stehen, damit möglichst zeitnah mit der Verfüllung begonnen werden kann.

Vom Verlauf der Arbeiten ist das nächste Bauprojekt am Neumarkt abhängig: Die Ochtruper Hoff und Partner GmbH steht schon in den Startlöchern, um auf dem Eckgrundstück am Kollegienwall (jetzt Café Coppenrath) einen Neubau zu errichten, in dem Geschäfte und Restaurants, Büros, Praxen und Wohnungen entstehen sollen. Eigentlich sollte schon im Frühjahr 2012 Baubeginn sein. Doch jetzt wird der Tunnelrückbau vorgezogen, damit sich beide Seiten nicht ins Gehege kommen.

Bautechnisch gesehen ist die Platte über dem Tunnel übrigens eine Brücke, die komplett entfernt werden muss. Es reiche nicht, die Hohlräume zu verfüllen, sagt Jürgen Schmidt vom Fachdienst Straßenbau. Sämtliche Wände würden abgebrochen, und dann werde die Grube mit Boden verfüllt. Sonst verbaue sich die Stadt die Möglichkeit, unterirdische Leitungen zu verlegen.

Was die Stilllegung des östlichen Neumarkttunnels kostet, steht noch nicht fest. Im Nachtragshaushalt wurden schon einmal 300000 Euro bereitgestellt, doch diese Summe wird voraussichtlich nicht reichen. Stadtbaurat Wolfgang Griesert weist darauf hin, dass die Unterhaltung des Tunnels im derzeitigen Zustand jährlich 250000 Euro verschlingt. Deshalb will die Stadt längerfristig auch die westlichen Tunnelabschnitte verfüllen. Einen Zeitplan dafür gibt es aber noch nicht. Fest steht aber, dass die Angelegenheit teuer wird. Schon vor Jahren war von 5,5 Millionen Euro die Rede.


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