Ein Artikel der Redaktion

14 Tage nach der Sperrung So steht es um die Osnabrücker Neumarkt-Baustelle

Von Frank Wiebrock | 16.06.2014, 18:49 Uhr

Es ist nicht ganz frei von Ironie, dass die Firma, die derzeit den Abbruch des Neumarkttunnels vorantreibt, ihren Sitz im Emsland hat. Jenem Landstrich, den etliche Osnabrücker zu Unrecht mit einer gewissen Rückständigkeit verbinden. Das schwere Abriss-Gerät des Lingener Unternehmen Moß hat jedenfalls auf dem langen Weg zu einem moderneren Zentrum schon deutliche Spuren hinterlassen.

Die Lingener waren in Osnabrück bei Abrissarbeiten schon mehrfach im Einsatz. Unter anderem beseitigte Moß in der Scharnhorst- und in der Winkelhauskaserne etliche Bauwerke bis hin zur Panzerwaschstraße. Die besondere Herausforderung am Neumarkt: Viele der nebenstehenden Gebäude sollen natürlich keinen Schaden nehmen.

Seit 14 Tagen ist der Neumarkt dicht, einzig Busse und Radfahrer dürfen den Bereich noch queren. Und die meisten Autofahrer scheinen sich inzwischen daran zu halten. Seit die Polizei nicht nur freundlich den richtigen Weg gewiesen , sondern die Sünder auch zur Kasse gebeten hat, sind Pkw hier nur noch selten zu sehen. Und wenn, dann weisen die Kennzeichen die Insassen oft als ortsunkundig aus. „Aber natürlich haben wir weiter ein Auge auf dem Neumarkt“, erläutert Anke Hamker von der Polizeiinspektion Osnabrück.

Infos und Hintergrund auf www.noz.de/neumarkt

An der Oberfläche fallen derzeit besonders die Absperrungen auf. Noch ist die Tunneldecke weitgehend geschlossen. Die Bushaltestellen vor dem Landgericht sind allerdings schon eingeebnet. Nur eine verwaiste und defekte Anzeigetafel weist noch darauf hin, dass hier mal eines der Drehkreuze im Osnabrücker Nahverkehr war.

Auch an den Zugang zum Tunnel aus Richtung Große Straße auf der anderen Straßenseite erinnern nur noch das am Boden liegende Betondach und die Reste der Rolltreppen. An einem anderen Niedergang lehnt noch die demontierte Leuchtreklame aus besseren Tunnel-Tagen. Vermutlich werden sich die Stadthistoriker in einigen Jahren ärgern, dass nicht mehr Material für die Museen gesichert wurde.

Tief aus dem Schacht dringt das rhythmische Schlagen eines Presslufthammers an die Oberfläche. Auch unter der Oberfläche, im Tunnel wird gearbeitet. Über die Rampe zur Johannisstraße schleppen Arbeiter Metallrohre zu einem Altmetallcontainer. Die alten Schaltschränke sind dafür allerdings zu schwer, sie werden mit einem Radlader in den Container befördert.

Der Busverkehr im Bereich Neumarkt läuft derweil unter erschwerten Bedingungen: Zwei Herausforderungen müssen die Fahrgäste in diesem Bereich derzeit meistern. Ersten: Wo muss ich hin? Zweitens: Wie komme ich dahin? Immerhin: Große Infoplakate helfen bei der Orientierung. Problem mit der eingeengten Verkehrsführung haben auch Rettungswagen. Geht es - wie am Montagnachmittag - zu Einsatzorten am Anfang der Großen Straße, müssen die Arbeiter erst Absperrungen beiseite rücken, damit der Wagen in die Fußgängerzone einbiegen kann. Auch ein Autokorso wird bei dieser WM nicht auf dem Neumarkt stattfinden.

Infos und Hintergrund auf www.noz.de/neumarkt

Aktuelle Hinweise zu Störungen im Busverkehr gibt es unter anderem auf twitter.com/vos_info . Allgemeine Informationen zum Umbau hat die Stadt Osnabrück in einem pdf zusammengefasst.

TEASER-FOTO: