Räume in Schwingungen versetzt Tanztheater Stakkato macht Felix-Nussbaum-Haus zur „Weltenbühne“

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Expressiv: das Tanztheater Stakkato im Felix Nussbaum Haus. Foto: Hermann PentermannExpressiv: das Tanztheater Stakkato im Felix Nussbaum Haus. Foto: Hermann Pentermann

Osnabrück. Ambitionierte fünf Stunden lang verwandelte das Tanztheater Stakkato mit Gästen das Felix-Nussbaum-Haus in eine schwingende und klingende „Weltenbühne“.

Wie von den Akteuren besetzt wirkten die verwinkelten Räumlichkeiten des Museums. Hier und da lagen Schuhe, aus jeder Ecke erklangen Stimmen und Töne und überall begegnete man den Protagonisten. Deren von Erneste Junge konzipierten Choreografien wurden im großen Ausstellungsraum im ersten Stock mit einem Gongschlag angestoßen. Die von Bildern befreiten, nackten Wände sorgten nicht nur eine vortreffliche Kulisse, sondern sorgten auch für eine ungewöhnliche Akustik für die musikalische Untermalung der Marathon-Performance nicht nur durch Franko Frankenberg an Keyboard, E-Gitarre und verschiedenen Percussion-Instrumenten. Nachdem „Mademoiselle Fragile“ vorsichtig und zögerlich eingetreten war, näherte sich von der anderen Seite des Raumes zu lieblichen Klarinettenklängen ein tanzendes Paar. Die schönen Seiten der Liebe wurden nicht nur mit dem selbstsicheren schwarzen Gegenpart der weißen Zerbrechlichkeit konterkariert, sondern auch mit dem korrespondierend kräftigen Saxofonspiel von Andreas Burckhardt. Bedrohlich klang es, als die schwarze „Gothic“-Frau hinzustieß und ein „Schattenwesen“ tänzerisch das Wechselspiel zwischen Dunkelheit und Licht illustrierte. 

Gesamtes Haus bespielt

Als „Verbindung von Natur und Mensch“ erhob sich die Hohepriesterin von ihrem Thron, während „die Jugend“ mit Geheimnissen in Gestalt von Masken und „Mademoiselle Old Age“ konfrontiert wurde. Eine doppelköpfige Rachegöttin und ein furchterregender, für Ordnung sorgender Herrscher sowie jene „Heimatlosen“, die sich ihm verweigern, komplettierten das 15-köpfige Ensemble aus Charakteren, die sich wie das „Lebenskarussell“, um das sie sich gruppiert hatten, um sich selbst drehten – und um den stoisch symbolträchtig in der Mitte platzierten vitruvianischen Menschen. Die Figuren schwärmten dann aus, um sich am Seil, auf der Suche nach Identität zwischen Stühlen im Quergang, als Meute im Foyer, draußen im Abseits unter der Brücke oder mit Aufschrei an der Mauer sowie zum Finale versammelt im VG-„Klangraum“ wiederzufinden – all das unter der magischen Moderation von Pantomime Manfred Pomorin, der nicht nur als Conferencier fungierte, sondern mitunter auch als Erzähler und Bajazzo.


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